Sternenhimmel im Oktober 2015
Natur & Umwelt

Sternenhimmel im Oktober 2015

Foto: Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In diesem Monat sind die Planeten die wahren Stars am Nachthimmel. Denn gleich mehrfach finden sie sich zu eindrucksvollen Rendezvous zusammen. Besonders spannend: eine Paradereihe von gleich vier Planeten und dem Mond am 10 Oktober. Aber auch die Sterne und Sternbilder haben im Oktober einiges zu bieten.

Planetenparade im Morgengrauen

Fast die gesamte erste Monatshälfte lohnt ein Blick an den frühen Morgenhimmel. Denn am Osthorizont stehen dort kurz vor Sonnenaufgang die Planeten wie an einer Schnur aufgereiht unter dem Sternbild Löwe. Am 3. Oktober besteht diese schräg nach rechts oben zeigende Reihe zunächst nur aus Jupiter, darüber Mars und dann die Venus. Die beiden sehr hellen Planeten Jupiter und Venus rahmen dabei den etwas dunkleren, rötlichen Mars ein.

Zwischen dem 8. und 10. Oktober reiht sich gegen sechs Uhr morgens auch der Mond mit ein. Er steht erst über der Venus, einen Tag später zwischen ihr und dem Mars und dann schließlich als unterster der Reihe knapp unter Jupiter. Ab dem 10. Oktober gesellt sich sogar der Planet Merkur mit dazu: Er steht ganz tief über dem Horizont und bildet damit den Abschluss dieser eindrucksvollen Planetenparade.

Am 17. Oktober kommt es zu einem noch engeren Rendezvous von Jupiter und Mars: Beide Planeten stehen vor der Morgendämmerung in Konjunktion und sind am Himmel nur noch 24 Bogenminuten voneinander entfernt – das ist weniger als der scheinbare Durchmesser des Vollmonds. Am 25. Oktober halten dann Venus und Jupiter frühmorgens ein Stelldichein.

Sonnen-Nachbar am Südhorizont

Jetzt im Oktober lugt einer der nächsten Nachbarn unserer Sonne über den Horizont: der Stern Formalhaut. Diesen hellsten Stern der Konstellation südlicher Fisch können wir in der ersten Nachthälfte ganz tief im Süden hell leuchten sehen. Weil die Atmosphäre sein Licht bricht und streut, scheint Formalhaut besonders stark zu funkeln. Der helle Stern liegt nur 25 Lichtjahre von der Sonne entfernt und ist Teil eines Dreifachsystems. Er wird von einem veränderliche Stern und einem Roten Zwerg begleitet.

Das Besonders an ihm: Erst vor kurzem haben Astronomen um diesen Stern eine gewaltige Staubscheibe entdeckt, wie sie typisch für junge Planetensysteme ist. Formalhaut wird wahrscheinlich von mindestens einem großen jungen Planeten umkreist, möglicherweise sogar von mehreren.

Cassiopeia hoch, Großer Wagen sehr tief

Ansonsten teilen sich im Oktober Sommer- und Herbststernbilder den Himmel: Im Süden steht abends das Herbstviereck aus den vier Rumpfsternen des Pegasus inzwischen hoch am Himmel. Darum gruppieren sich andere typische Herbststernbilder wie Steinbock, Andromeda und Perseus. Im Westen ist gleichzeitig noch das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Konstellationen Schwan, Adler und Leier zu sehen.

Besonders hoch am Himmel steht jetzt auch das Himmels-"W". der Cassiopeia. Ihre fünf Hauptsterne bilden ein auffallendes "W" am Himmel. Die Spitze in der Mitte zeigt dabei auf den Polarstern. Ziemlich tief bewegt sich dagegen der Große Wagen im Oktober über den Himmel: Er steht abends nur wenig über dem Horizont im Norden – fast als würde er den Horizont entlang fahren.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik
Natur & Umwelt

NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik

15. Oktober 2026

Die US-Gesundheitsbehörde NIH hat Solarmodule über einem Hauptparkhaus installiert. Das vor der Trump-Amtszeit gestartete Projekt wirft Fragen über die Zukunft grüner Bundesinfrastruktur auf.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite