Stoffwechselkrankheit: Diabetes mellitus
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Stoffwechselkrankheit: Diabetes mellitus

Bild: Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Veranlagung für die Stoffwechselkrankheit Diabetes wird häufig vererbt, begünstigt wird er zudem durch zu reichliche Ernährung. Man unterscheidet zwei verschiedene Typen der Zuckerkrankheit: Beim Typ-I-Diabetes, der meist schon in der Kindheit oder Jugend auftritt, sind die Betazellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und können daher nicht mehr genug Insulin herstellen.

Typ-I-Diabetiker und Typ-II-Diabetiker

Die Veranlagung für die Stoffwechselkrankheit Diabetes wird häufig vererbt, begünstigt wird er zudem durch zu reichliche Ernährung. Man unterscheidet zwei verschiedene Typen der Zuckerkrankheit: Beim Typ-I-Diabetes, der meist schon in der Kindheit oder Jugend auftritt, sind die Betazellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und können daher nicht mehr genug Insulin herstellen.

Beim Typ-II-Diabetes, der manchmal auch als Altersdiabetes bezeichnet wird, weil er meist im fortgeschrittenen Alter auftritt, stellen die Betazellen noch ausreichend Insulin her, doch die Rezeptoren an den Zellen sind nicht mehr intakt und das Insulin kann dort nicht mehr andocken. Die Entstehung des Altersdiabetes wird durch zu reichliche Ernährung begünstigt - die Betazellen müssen aufgrund der Überernährung mehr Insulin produzieren, damit die Glucose in die Zellen gelangen und verwertet werden kann. So kommt es zum Abnehmen der Insulinempfindlichkeit der Zellen.

Während sich die Stoffwechselkrankheit Typ-I-Diabetes meist sehr rasch entwickelt und durch starken Durst, vermehrte Urinausscheidung und Schwäche äußert, beginnt die Stoffwechselkrankheit Typ-II-Diabetes langsam und macht sich zunächst durch Hautjucken, Sehstörungen und Schwäche bemerkbar. Der Typ-I-Diabetes wird oft erst nach dem Auftreten eines diabetischen Komas festgestellt, das sich durch eine zunehmende Trübung des Bewusstseins äußert. Der Blutzuckerspiegel kann dabei auf einen Wert von über 1000 mg Glucose pro Deziliter Blut steigen. Vor allem bei Typ-I-Diabetikern kommt es infolge des erhöhten Blutzuckerspiegels und des Mangels an Insulin zur Ketoazidose. Wenn den Zellen aufgrund des Insulinmangels kaum Glucose zugeführt wird, wird das eingelagerte Fett im Körper zur Energiegewinnung herangezogen. Durch den plötzlich einsetzenden Fettabbau kommt es vermehrt zur Bildung von Ketonkörpern. Dies sind in erster Linie Säuren, die von den Körperzellen zur Erzeugung von Energie genutzt werden können. Allerdings werden so viele Ketonkörper ins Blut freigesetzt, dass der pH-Wert des Bluts auf einen lebensgefährlichen Wert sinkt. Bemerkbar macht sich diese Ketoazidose durch eine vertiefte Atmung und die ausgeatmete Luft riecht nach Azeton. Bei Typ-II-Diabetikern (auch bei Typ-I-Diabetikern) produzieren die Nieren vermehrt Urin, um die überschüssige Glucose im Blut auszuscheiden. Dadurch wird den Körperzellen so viel Flüssigkeit entzogen, dass es zur Austrocknung und zum Koma kommt.

Diabetische Folgeerkrankungen, Diagnostik

Der hohe Blutzuckerspiegel bei unbehandeltem Diabetes zieht körperliche Schäden nach sich. Die arteriellen Gefäße werden geschädigt, was zu einer Arteriosklerose der großen Blutgefäße führt (Makroangiopathie), wodurch es z. B. zur koronaren Herzkrankheit oder zu Durchblutungsstörungen kommen kann. Auch die kleinen Blutgefäße werden geschädigt (Mikroangiopathie), vor allem die der Nieren und Augen. Es kann zur diabetischen Nephropathie kommen, bei der die Nieren allmählich ihre Funktion einstellen. Werden die Gefäße der Augennetzhaut geschädigt (diabetische Retinopathie), kann dies zur Erblindung führen. Sind Gefäße, die Nerven versorgen, betroffen, entsteht eine Polyneuropathie. In Armen und Beinen kommt es zu Empfindungsstörungen beziehungsweise Schmerzen. Durch Druckstellen und Durchblutungsstörungen in den Gefäßen des Fußes kann Gewebe absterben (diabetisches Gangrän oder diabetischer Fuß).

Diagnostiziert wird Diabetes meist durch Urin- und Bluttests. Mithilfe eines Teststreifens, der in den Urin getaucht wird und sich verfärbt, kann anhand einer Farbskala festgestellt werden, ob und wie viel Glucose im Urin enthalten ist. Den Blutzuckerwert ermittelt man z. B., indem ein Blutstropfen auf einen Teststreifen gegeben wird, der sich - je nach Glucosekonzentration im Blut - unterschiedlich färbt. Der Arzt führt weitere Bluttests durch; für die Selbstkontrolle kann ein Blutzuckertestgerät hilfreich sein.

Behandlung

Bei Typ-II-Diabetikern besteht die Behandlung des Diabetes zunächst darin, Übergewicht zu reduzieren und die Ernährung umzustellen. So sollten Diabetiker mehrere kleine Mahlzeiten statt wenige große zu sich nehmen, damit der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit nicht zu stark steigt, um dann infolge einer längeren Essenspause zu stark zu sinken. Die jeweilige Diät wird gemeinsam mit dem Arzt erarbeitet, der festlegt, wie viel Energie/Kalorien täglich aufgenommen werden dürfen. Auch Bewegung trägt dazu bei, den Diabetes unter Kontrolle zu bringen. Falls dies nicht ausreicht, verordnet der Arzt zunächst Tabletten (z. B. Sulfonylharnstoffe), die die Betazellen stimulieren, mehr Insulin auszuschütten, oder andere Präparate, die bewirken, dass das Insulin besser ausgenutzt wird (Biguanide).

Typ-I-Diabetiker und auch viele Typ-II-Diabetiker müssen ihrem Körper Insulin zuführen (Insulin spritzen). Es gibt Insuline, die den Wirkstoff allmählich in die Blutbahn lassen und bis zu 24 Stunden wirksam sind (Depotinsuline), und solche, die rasch wirken (Altinsuline, vor allem für Typ-I-Diabetiker), beziehungsweise Mischformen. Insulin muss ins Fettgewebe täglich - je nach Therapie - zu etwa gleich bleibenden Zeiten gespritzt werden. Die Dosierung erleichtern Insulin-Pens mit einer Dosiervorrichtung. Am besten lässt sich das Insulin in die Bauch- und Hüftregion sowie die Oberschenkel injizieren. Insulinpumpen geben das Insulin über einen unter der Haut liegenden Katheter selbstständig an den Körper ab. Diabetiker müssen regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren. Bei einer zu hohen Insulindosis bzw. bei Auslassen einer Mahlzeit kann z. B. eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auftreten, die unbehandelt zu Bewusstlosigkeit und unter Umständen auch zum Tode führen kann.

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