Studienfächer an Berufsakademien
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Studienfächer an Berufsakademien

Bild: Foto: Erwin Spindler, Public domain, via Wikimedia Commons

Die erste Berufsakademie in Baden-Württenberg wurde 1974 mit den Studienschwerpunkten Wirtschaft, Technik und Sozialwesen gegründet. Das Motto von damals gilt bis heute: Die Studiengänge müssen bei Arbeitgebern stark nachgefragt sein. In den vergangenen Jahren kamen einige neue Schwerpunkte und Studiengänge dazu, da die Berufsakademien durch neue Angebote auf Veränderungen in der Arbeitswelt reagierten. Dieser Anpassungsprozess ist heute durch mehrere Trends charakterisiert:

Angebot und Nachfrage

Die erste Berufsakademie in Baden-Württenberg wurde 1974 mit den Studienschwerpunkten Wirtschaft, Technik und Sozialwesen gegründet. Das Motto von damals gilt bis heute: Die Studiengänge müssen bei Arbeitgebern stark nachgefragt sein. In den vergangenen Jahren kamen einige neue Schwerpunkte und Studiengänge dazu, da die Berufsakademien durch neue Angebote auf Veränderungen in der Arbeitswelt reagierten. Dieser Anpassungsprozess ist heute durch mehrere Trends charakterisiert:

  1. Internationalisierung: Die Akademien tragen der Globalisierung der Wirtschaft Rechnung und richten vermehrt internationale Studienangebote ein. Rechtlich möglich gemacht hatte dies die zum 1. Januar 2000 in Kraft getretene Novelle zum Berufsakademie-Gesetz, die den Berufsakademien weitere Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich neuer Studienangebote eröffnete. Mit neu entwickelten englisch- oder französischsprachigen Studiengängen und internationalen Kooperationen bereiten etliche Berufsakademien ihre Absolventen optimal auf das internationale Parkett vor.
  2. Technologisierung: Viele Berufsakademien haben auf den Siegeszug von PC, Internet und Telekommunikation reagiert und zusätzliche Angebote im Bereich der Informationstechnologie geschaffen. Allein in Baden-Württemberg entstanden in den vergangenen Jahren 25 neue Studiengänge im Bereich Informatik.
  3. Themenorientierung: Orientierten sich die einzelnen Fachrichtungen zunächst an den Branchen, so geht der Trend seit einigen Jahren hin zu Studienangeboten für spezifische Funktionsbereiche, wie Marketing, Engineering oder Internationales Management.
  4. Spezialisierung: An manchen Akademien entstehen hochspezialisierte Studiengänge wie "Sport-, Veranstaltungs- und Marketingmanagement" (BA Riesa) oder "Instandhaltung und Servicemanagement" (BA Leipzig).
  5. Interdisziplinarität: Der Wandel in der Wirtschaft und in den sozialen Bereichen hat dazu geführt, dass Stellenprofile häufig betriebswirtschaftliche und technische Kenntnisse bzw. sozialwissenschaftliches und kaufmännisches Know-how umfassen. Als Antwort auf diese Entwicklung richteten die Hochschulen und Berufsakademien vermehrt interdisziplinäre Studiengänge ein. So gibt es an verschiedenen Akademien die Richtungen Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Sozialwirtschaft. Diese tragen dem steigenden Bedürfnis nach fächerübergreifender Ausbildung Rechnung.

Betriebswirtschaft

Die heutige Wirtschaft ist gekennzeichnet durch Internationalisierung und Globalisierung der Märkte sowie durch Kapitalisierung und elektronische Vernetzung der Unternehmen. Ein permanenter Wandel ist die Folge. Strukturen, Produkte und Werte lösen sich auf, ordnen sich neu und verändern sich wieder. Dieser Wandel in der Wirtschaft stellt völlig neue und sehr hohe Anforderungen an die BA-Absolventen, die als künftige Nachwuchskräfte in die Unternehmen kommen. Die praxisnahe Ausbildung an den Berufsakademien ermöglicht es den Studierenden, sich diesem Wandel Schritt für Schritt zu nähern. Der so genannte Praxisschock ist für BA-Absolventen im Vergleich zu ihren Universitätskollegen geringer.

Fit für das Management

Die Studierenden der Berufsakademien werden für Management-Funktionen in verschiedenen Branchen und Fachbereichen ausgebildet. BA-Absolventen übernehmen später oft mittlere und gehobene Führungspositionen (Abteilungsleiter, Ressortleiter, Assistent der Geschäftsführung, Filialleiter, Projektleiter etc.). Um sie optimal auf diese Aufgaben vorzubereiten, versuchen Berufsakademien - wie die Hochschulen auch - den Wandel in der Wirtschaft in ihrem Ausbildungsangebot zu spiegeln. Gleichzeitig erleben die BA-Studierenden die Veränderungen bereits "hautnah"in der Praxisphase mit.

Vorlesungen, Seminare und Übungen in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Recht, Datenverarbeitung/Informatik und Statistik bilden die fachrichtungsübergreifende Grundbestandteile des BA-Studiums Wirtschaft, die in allen Studienrichtungen vorkommen. Meist werden auch Fremdsprachen, Kommunikations- und Rhetorikkurse, Planspiele, Fallstudien und anwendungsbezogene Übungen angeboten.

Breites Vertiefungs-Spektrum

Neben den genannten allgemeinen BWL-Inhalten umfasst das BA-Studium fachbezogene Unterrichtseinheiten. Der Schwerpunkt Wirtschaft ist in eine ganze Reihe verschiedenster Fächer untergliedert. Dabei werden branchenspezifische Studiengänge nach und nach durch neu gegründete fachbezogene Angebote ergänzt (Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

  • Bank- und Finanzmanagement
  • Versicherungen
  • Handel
  • Industrie
  • Hotel- und Gastronomie
  • Tourismus
  • E-Business
  • International Business Management
  • Internationales Marketing
  • Journalismus und PR
  • Spedition, Transport und Logistik
  • Sport-, Veranstaltungs- und Marketingmanagement

Finanzdienstleistungen - Banken und Versicherungen

Der Markt für Finanzdienstleistungen ist einer der umsatzgrößten Märkte in Deutschland. Die Fachrichtungen "Bank", "Versicherung" oder "Finanzdienstleistungen" bereiten die Studierenden auf eine Tätigkeit in diesem Markt vor - sei es bei einer Bank, Versicherung oder anderen Finanzinstituten. In der Regel findet sich hier auch der Ausbildungspartner. Die Studiengänge vermitteln Kenntnisse über Bank- und Finanzmanagement, Versicherungswesen, globales Investment-Banking, die Europäische Währungsunion und das Instrumentarium des "Financial Engineering".

Handel

Die Studenten lernen im Rahmen des Studiengangs "Handel" das gesamte Instrumentarium der Handelsbetriebslehre kennen. Das Hauptstudium vertieft Kenntnisse in Handelsmarketing, Finanz- und Rechnungswesen, Personalwesen im Handel und Electronic Commerce. Ausbildungsstätten sind mittlere und große Unternehmen des Einzel- und Großhandels.

Industrie

Die Industrie benötigt fachlich kompetenten Nachwuchs mit dispositiven Fähigkeiten in Organisation, Planung und Kontrolle und kommunikativen Qualifikationen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten des Fachbereichs "Industrie" zählen deshalb Finanz- und Rechnungswesen, Projektmanagement und EDV, Marketing, Materialwirtschaft und Fertigung sowie Personalwesen. Als Ausbildungsstätten kommen alle Unternehmen der Konsum- und Investitionsgüterindustrie in Frage.

Hotel- und Gastronomie

Neben Touristik und Fremdsprachen vermittelt das BA-Studium "Hotel- und Gastronomie" vertiefte Kenntnisse in Destinationsmanagement für Hoteliers, Hotel- und Gastronomiemanagement sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Ausbildungsstätten sind hier größere Hotel- und Gastronomiebetriebe.

Tourismus

Der Schwerpunkt des BA-Studiums "Tourismus" liegt auf europäischen Fremdsprachen sowie Tourismus- und Reiseverkehrslehre, Tourismusmarketing, Kur- und Bäderwirtschaft, Tourismus- und Verkehrsgeographie, Kostenrechnung und Kalkulation in Tourismusbetrieben sowie Reiserecht. Ausbildungsstätten sind Reisebüros, Reiseveranstalter, Fluggesellschaften, Freizeiteinrichtungen, die Kur- und Bäderwirtschaft sowie Fremdenverkehrsämter, Tourist-Informationen, touristische Verkehrsbetriebe und Verkehrsvereine.

E-Business

Das Ziel der Fachrichtung "E-Business" ist die Ausbildung von Studenten, die sich an der Schnittstelle zwischen Marketing, Vertrieb, Einkauf oder Produktion und den entsprechenden internetbasierten Anwendungen tätig werden können. Die Basis dafür bildet eine fundierte betriebswirtschaftliche Ausbildung. Parallel dazu wird großer Wert auf die Anwendungsorientierung gelegt. In den fachrichtungsspezifischen Veranstaltungen werden im Rahmen der Speziellen Betriebswirtschaftslehre Kenntnisse zu folgenden Themen vermittelt: Marketing und Marktforschung, Dialog-Marketing, Data-Base-Management, E-Commerce, Online-Marketing, Hardware und Programmierung sowie (Online-) Medienrecht. Als Ausbildungspartner eignen sich alle größeren Unternehmen mit eigenen E-Business-Bereichen oder Anbieter von E-Business-Software und -Lösungen.

International Business Management

Der Studiengang International Business Management ist eine grenzüberschreitende Entwicklung der Berufsakademie Lörrach (D), der Université de Haute Alsace in Colmar (F) und der Fachhochschule Basel (CH). Er vermittelt die notwendigen Qualifikationen, um auf internationalisierten Märkten und im vereinten Europa erfolgreich zu agieren. Die Partnerhochschulen wollen die interkulturelle Kompetenz der Studierenden durch gemeinsames Lernen über Grenzen hinweg stärken und erweitern. Absolventen des Studiums International Business Management sind in der Lage, in international ausgerichteten Unternehmungen und Organisationen sowie in international zusammengesetzten Teams zu arbeiten. Neben grundlegender Fach- und Methodenkompetenz in Ökonomie verfügen sie über ausgezeichnete Sprachkompetenz in Deutsch, Französisch und Englisch.

Internationales Marketing

Neben den fächerübergreifenden Inhalten vermittelt das Studium Kenntnisse in internationaler Marktforschung, internationaler Marktsegmentierung, Exporttechniken sowie Zahlungsabwicklung im Auslandsgeschäft, Rechtsfragen und steuerlichen Aspekten im Internationalen Marketing, Finanzierungsfragen und Zollproblemen. Als Ausbildungsstätte kommen alle Unternehmen in Frage, die international tätig sind und vielseitig ausgebildeten Mitarbeitern mit guten Sprachkenntnissen ein globales Betätigungsfeld bieten.

Journalismus und PR

Das Studium "Journalismus und PR" vermittelt die nötigen Fähigkeiten und Fachkenntnisse, um in beiden Bereichen der Presselandschaft zu arbeiten - entweder als Referent für Public Relations in Unternehmen und Agenturen oder als Journalist in Medienorganen. Neben praktischen journalistischen Übungen erwarten die Studierenden Unterrichtseinheiten in Kommunikationstheorie und -politik, Medienrecht, Medienforschung und -technik sowie Geschichte und Politik. Ausbildungsstätten sind Unternehmen der Medien- und Kommunikationswirtschaft wie Fernseh- und Hörfunkanstalten, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Redaktionsbüros, Public Relations Agenturen und Unternehmen mit Abteilungen/Bereichen Öffentlichkeitsarbeit.

Spedition, Transport und Logistik

Der Studiengang "Spedition, Transport und Logistik" vermittelt Kenntnisse über den nationalen und internationalen Verkehr, über die verschiedenen Verkehrsträger wie Lkw, Bahn, Schiff und den Kombinierten Verkehr. Neben den allgemeinen Inhalten für Diplom-Betriebswirte konzentrieren sich die Studierenden auf Verkehrspolitik und Logistik, Unternehmensführung, Arbeit- und Sozialordnung sowie Verteilungspolitik. Ausbildungspartner sind mittlere und große Logistik- und Transportunternehmen.

Sport-, Veranstaltungs- und Marketingmanagement

Dieser BA-Studiengang schafft die Voraussetzungen für die Übernahme von Führungs- oder Spezialaufgaben bei der konzeptionellen Gestaltung und der Durchführung von Events im Sport- und Kulturbereich sowie im Bereich Marketing von Unternehmen und Organisationen aller Branchen. Betriebswirtschaftliche Kompetenz, modernes Marketing-Know-how sowie organisatorische und kommunikative Fähigkeiten sind dabei unverzichtbare Bestandteile. Als Ausbildungspartner kommen Marketing- und Eventabteilungen großer Unternehmen, professionelle Veranstalter und Agenturen sowie Unternehmen und Organisationen aus dem Medien- und Freizeitbereich in Frage.

Wirtschaftsinformatik

Der Einzug von Netzwerk- und Datenbanktechnik, Internet, Intranets und Client-Server-Technik im Unternehmen erweiterte das Aufgabenfeld der dortigen Fachabteilungen. Im Marketing, Controlling, Vertrieb, oder Personalwesen waren nun Fachleute gefragt, die einerseits das betriebswirtschaftliche Fachproblem kennen und andererseits eine Lösung mittels moderner IT-Technologien entwerfen und realisieren können. Als Antwort auf diese Anforderung der Wirtschaft entwickelten Hochschulen und Berufsakademien den Studiengang "Wirtschaftsinformatik". Dieser bildet die Brücke zwischen den beiden Ausbildungsbereichen Wirtschaft und Informatik (Schwerpunkt Technik). Die Studierenden erhalten eine fundierte betriebswirtschaftliche und informationstechnische Ausbildung.

Das Studienfach Wirtschaftsinformatik befasst sich also mit der Entwicklung und dem Einsatz von computergestützten Informationssystemen in und zwischen Unternehmen. Im Grundstudium werden dazu Kenntnisse in allgemeiner Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Recht, Mathematik, Statistik, Operations Research, branchenbezogener Betriebswirtschaftslehre, Rechnersystemen, Systementwicklung, Informationssystemen und Wirtschaftsenglisch vermittelt. In der Vertiefungsstufe erfolgt eine Spezialisierung in einem betriebswirtschaftlichen oder informationstechnischen Fach. Als Ausbildungsunternehmen eignen sich Organisationen aller Art: die Industrieunternehmen aller Wirtschaftszweige, Verlage aller Art, Unternehmen in den neuen Medien, IT-Unternehmen (Hardware und Software), Institutionen des Gesundheitswesens, der Verwaltung, usw.

Wirtschaftsingenieur

Komplexe Anlagen zu verkaufen, anspruchsvolle Projekte zu leiten oder technische Fragestellungen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu analysieren - all dies sind typische Aufgaben eines Wirtschaftsingenieurs. In den heutigen Unternehmen existiert eine Vielzahl von Schnittstellen zwischen den wirtschaftlichen und den technischen Bereichen: Vertrieb, Materialwirtschaft, Logistik, Produkt- oder Projektmanagement, Technisches Controlling oder Unternehmensberatung wachsen immer mehr zusammen. Aus diesem Grund werden Fachleute gesucht, die sich in beiden Welten bewegen können - in der Betriebswirtschaft und der ingenieurbezogenen Technik.

Eine solche Ausbildung bietet das Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der Berufsakademie. Es vermittelt sowohl Grundlagen des Maschinenbaus als auch der Betriebswirtschaft. Großer Wert wird auf breite IT-Kenntnisse in den verschiedensten fachlichen Anwendungsbereichen eines Betriebs gelegt. Ob Konstruktion mit CAD, Buchhaltung und Materialwirtschaft mit SAP oder die Konzeption einer IT-Infrastruktur für das Unternehmen - Wirtschaftsingenieure kennen die Programme und wie man sie problemorientiert umsetzt. Abgerundet durch Angewandte Informatik, Recht und andere Fächer werden die Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesens zu vielseitig einsetzbaren Mitarbeitern, die interessante Aufgaben im In- und Ausland wahrnehmen können.

Neben der Vermittlung der Fachkenntnisse wird im Ausbildungsverlauf großer Wert auf die Entwicklung von Methoden- und Sozialkompetenz gelegt. In den Theoriephasen werden die "Personal Skills" im Bereich Lern- und Arbeitstechniken, aber auch in Projektmanagement, Präsentationstechniken, Rhetorik, Zeitmanagement, Konfliktmanagement aufgebaut und in den Praxisphasen direkt umgesetzt. Durch eine kontinuierliche Fremdsprachenausbildung und integrierte Auslandseinsätze kann der Absolvent des Wirtschaftsingenieurwesens weltweit eingesetzt werden oder mit Partnern aus aller Welt agieren.

Technik

Ingenieure arbeiten heute im Umfeld hoher technologischer Innovationen. Die Anforderungen an die technischen Mitarbeiter eines Unternehmens sind in den vergangenen Jahren extrem schnell gestiegen. Was heute erforscht wird, muss morgen schon in reale Produkte umgesetzt werden. Früher war der zeitliche Abstand zwischen Forschung und Produktion größer. Dieser Umstand verlangt vom Mitarbeiter die zügige Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis - und zwar in Rekordzeit. Gerade deshalb benötigen technische Branchen eine große Auswahl an begabten, gut ausgebildeten und motivierten Ingenieuren.

Ohne Mathe geht es nicht

Das technische Studium an den Berufsakademien stellt daher hohe Anforderungen an das naturwissenschaftlich-mathematische Verständnis der Studierenden. Oft reichen die aus der Schulausbildung abrufbaren Mathematikkenntnisse nicht mehr aus, um reibungslos durch das erste Semester zu kommen. Aufgrund der Kürze der einzelnen Studienphasen bleibt jedoch kaum Zeit für die Wiederholung. Es ist also durchaus empfehlenswert, seinen eigenen Wissensstand zu überprüfen - beispielsweise durch einen Selbsttest. So lässt sich verlorenes Wissen bei Bedarf rechtzeitig wieder auffrischen.

Ist dieser "Test" bestanden, so stehen an den verschiedenen Berufsakademien in Deutschland eine Fülle technischer Studienrichtungen offen:

  • Bauwirtschaft
  • Elektrotechnik
  • Maschinenbau
  • Holztechnik
  • Metallbautechnik
  • Medizintechnik
  • Informatik
  • Engineering
  • Instandhaltung und Servicemanagement
  • Trinationale Ingenieurausbildung

Bauwirtschaft

Im BA-Studium "Bauwirtschaft" lernen die Studierenden, was sie für ihren Beruf in Planung, Konstruktion, Entwicklung und Management von Bauvorhaben beherrschen müssen: Arbeitsvorbereitung, Kalkulation, Werkplanung sowie Bauleitung und Bauüberwachung; Produktionskontrolle und Qualitätsüberwachung. Studienschwerpunkte sind u.a.: Baustoffkunde, Baukonstruktionslehre, Bauphysik, Baustatik, Erd- und Grundbau, Massivbau, Holzbau, Stahlbau, Stahlbetonbau, Baubetriebslehre, CAD-Technik und verschiedene Laborpraktika. Als Praxispartner und Ausbildungsstätte eignen sich Planungsbüros, bauausführende Unternehmen, Fertigteilwerke sowie Baubehörden, welche über entsprechendes Fachpersonal verfügen. Die Ausbildung soll in den Bereichen Grundfertigkeiten der Bauberufe, Bauvorbereitung und Bauleitung sowie im Planungsbüro erfolgen. Bauingenieure sind später entsprechend als planende oder als bauleitende Ingenieure tätig.

Elektrotechnik

Das zweijährige Grundstudium der Elektrotechnik beinhaltet mathematische, elektrotechnische und betriebswirtschaftliche Fächer. Danach stehen den Studierenden verschiedene Vertiefungsrichtungen, wie z.B. Automatisierungstechnik, Energietechnik oder Nachrichtentechnik zur Auswahl. Elektroingenieure sind später zuständig für funktionstüchtige elektrische Geräte, Anlagen und Systeme. Dazu gehören auch verbesserte Automatisierungssysteme, umweltfreundliche Energiegewinnung oder erweiterte Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten. Ausbildungspartner sind Unternehmen der Elektroindustrie und Maschinenbaubetriebe.

Holztechnik

Das Grundstudium beinhaltet in erster Linie natur- und ingenieurwissenschaftliche Basisdisziplinen und die Grundlagenfächer der Holztechnik (Werkstoffe, Maschinen, Konstruktion etc.). Orientiert an der besonderen Struktur der Holzindustrie und dem Berufsbild der hier tätigen Ingenieure werden aber auch Schwerpunkte im Bereich betriebswirtschaftlicher und organisatorischer Zusammenhänge gesetzt. Im Hauptstudium ist unter verschiedenen Vertiefungsrichtungen zu wählen, wie zum Beispiel Möbel und Innenausbau oder Holzbearbeitung und Bauelemente. Das Spektrum der Ausbildungsbetriebe ist sehr weit. Es reicht von der "klassischen" Möbelindustrie und dem Innenausbau über deren Zulieferer, die Holzwerkstoffindustrie, Säge-, Hobel- und Furnierwerke, die Hersteller von Bauelementen, Fertighaushersteller und Ingenieurholzbauer bis hin zur branchenorientierten Unternehmensberatung.

Metallbautechnik

Metallbautechnik ist ein zweisemestriges Vertiefungsstudium, das auf vier Semestern Ingenieurgrundlagen aufbaut. Das Studium vermittelt sowohl theoretische als auch berufspraktische Kenntnisse. Diplomingenieure dieses Studienganges erwerben umfassende Konstruktionskenntnisse und sind in der Lage, Kreativität hinsichtlich der Architektur von Gebäuden und Bauelementen technisch umzusetzen. Neben den Fähigkeiten, Projekte vom Entwurf bis zur Fertigstellung zu planen und durchzuführen, verfügen sie auch über kaufmännische Kenntnisse sowie über Führungswissen. Tätigkeitsfelder finden sich im Stahlbau, Bauelementebereich und im Ingenieurfassadenbau.

Medizintechnik

Der Fächerkatalog der theoretischen Ausbildung umfasst neben einem konstruktionsorientierten Teil ein breit gefächertes Spektrum von Lehrgebieten, die die Einflüsse der Humanmedizin auf technische Realisierungen in der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation beinhalten. Betriebswirtschaftliche Aspekte sind ebenfalls Bestandteil der Ausbildung. Spezielle Kurse sind z.B.: Leistungselektronik, Mikroprozessortechnik, Messtechnik, Signalverarbeitung, bildgebende Verfahren oder medizinische Gerätetechnik. Ausbildungspartner sind Unternehmen der Medizintechnik und im Gesundheitswesen. Dort befassen sich die Ingenieure der Medizintechnik bevorzugt mit Entwicklung, Vertrieb und Betreuung von medizinisch-technischen Anlagen und Geräten.

Informatik

Im Grundstudium stehen Programmieren und Software-Engineering, die mathematisch-theoretischen und die technischen Grundlagen der Informatik im Vordergrund. Das Hauptstudium behandelt oft vertieft die Gebiete Betriebssysteme, Datenbanken und Netzwerke. Als Ausbildungsstätten kommen im Grunde alle IT-Unternehmen und die IT-Abteilungen größerer Unternehmen in Betracht. Die BA-Studierenden und Absolventen arbeiten hier hauptsächlich im Bereich der Administration und in der Entwicklung von EDV-Systemen. Allerdings bieten die einzelnen Berufsakademien in Deutschland auch recht unterschiedliche Vertiefungsrichtungen an, wie z. B. Ingenieur-Informatik, Informationsmanagement, Medizinisches Informationsmanagement, E-Business, E-Consulting oder Mobile Kommunikationstechnik. Hier eröffnen sich weitere Berufszweige.

Engineering

Der Studiengang Engineering ist ein technisch-interdisziplinärer Studiengang, der so unterschiedliche Vertiefungsrichtungen, wie Strahlenschutz, Umwelttechnik, Arbeitssicherheit, Papiertechnik, Veranstaltungstechnik, Versorgungswirtschaft, Betriebs- und Gebäudetechnik oder internationales, technisches Management. bietet. Ausgebildete Ingenieure arbeiten im Bereich der Planung, Projektierung, Organisation, des technischen Managements und der Kundenbetreuung. Diese Aufgaben setzen übergreifende Kenntnisse voraus. Kundenorientierung, Informations- und Schnittstellenmanagement sind wesentliche Erfolgsfaktoren. Ausbildungspartner sind Unternehmen, die sich in den genannten Bereichen spezialisiert haben.

Instandhaltung und Servicemanagement

Die BA Leipzig bildet seit 1999 Diplomingenieure in der Studienrichtung "Instandhaltung und Servicemanagement" aus. Diese noch junge Studienrichtung stützt sich bewusst auf traditionelle Arbeitsfelder der Instandhaltung und verbindet sie innovativ mit den neuen Anforderungen an einen Instandhaltungsingenieur. Im Mittelpunkt des Studiums steht die Projekt- und Teamarbeit in komplexen Prozessen. Die Inhalte dieser Studienrichtung orientieren sich an konkreten Instandhaltungsaufgaben für technische Arbeitsmittel. Als Ausbildungspartner eignen sich Instandhaltungsunternehmen und Dienstleister.

Trinationale Ingenieurausbildung

Mit dem Wintersemester 1997/98 begann an der Berufsakademie Lörrach, der Fachhochschule Basel und der Université de Haute-Alsace Mulhouse ein neuer Studiengang. Länderübergreifend und in enger Kooperation der drei beteiligten Institutionen wird das Fach Technisches Projektmanagement in Mechatronik angeboten. Der neue Studiengang verbindet die Zweige Mechanik, Elektronik und Informatik, legt dabei aber ein zusätzliches Gewicht auf die Bereiche Management und Kommunikation. Die Absolventen dieses Studiengangs sollen in der Lage sein, Projekte auf den Gebieten der Mechanik, Elektronik und der industriellen Informatik vom Entwurf bis zum Vertrieb zu bearbeiten. Sie sollen darüber hinaus sowohl durch fachlich orientierte Sprachkompetenz als auch durch ihre Kenntnis der verschiedenen Industriestrukturen in international orientierten Unternehmen einsetzbar sein. Ausbildungspartner sind international ausgerichtete Technologieunternehmen.

Sozialwesen

Das Gesundheits- und Sozialwesen gilt heute als ein Zukunftsbereich der beruflichen Bildung. Trotz der gesetzlich verordneten finanziellen Einschnitte ist die Gesundheitswirtschaft immer noch ein Wachstumsmarkt. Gründe hierfür gibt es genug: Der stetig steigende Anteil älterer Menschen, das allgemein gestiegene Gesundheitsbewusstsein, eine zunehmende Wellness-Orientierung und das gewandelte Selbstverständnis von Frauen, die weniger häusliche Pflege übernehmen, lassen den Bedarf an sozialwissenschaftlich ausgebildeten Fachkräften wohl auch in Zukunft weiter steigen. Die Berufsakademien bieten zwei berufliche Abschlüsse im Bereich des Sozialwesens an: den Diplom-Sozialpädagogen sowie den Diplom-Sozialwirt.

Sozialpädagogik

Der Diplom-Sozialpädagoge ist ein Berufsbild, in dem es um professionelle soziale Problemlösungen geht. Von Sozialpädagogen wird erwartet, dass sie in der Lage sind, individuelle und gesellschaftliche Probleme von Betroffenen zu erfassen und zu verstehen. Pädagogen müssen die sich daraus ergebenden Aufgaben erkennen können und an der Problemlösung arbeiten. Es gilt, vertrauensvolle Beziehungen zu kranken, behinderten, alten oder jungen Menschen aufzubauen.

Da das Tätigkeitsfeld für Sozialpädagogen sehr weit ist, gibt es verschiedene Vertiefungsrichtungen. Diese hängen davon ab, mit welcher sozialen Einrichtung die Studierenden einen Ausbildungsvertrag abschließen.

  • Arbeit mit alten Menschen
  • Arbeit mit behinderten Menschen
  • Arbeit mit Straffälligen
  • Arbeit mit psychisch Kranken und Suchtkranken
  • Heimerziehung und erzieherische Hilfen
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Soziale Arbeit in der Verwaltung/Soziale Dienste
  • Soziale Arbeit im Gesundheitswesen
  • Sozialmanagement

Das Grundstudium ist bei all diesen Vertiefungsrichtungen gleich. Folgende Inhalte werden hier vermittelt: Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Sozialökonomie, Psychologie (z.B. Entwicklungs- und Sozialpsychologie), Soziologie, Recht und Verwaltung, Philosophie, Sozialmedizin, Medienpädagogik. Im Hauptstudium (5. und 6. Studienhalbjahr) wählen die Studierenden einen Schwerpunkt, der dem gewählten Arbeitsfeld entspricht.

Sozialwirtschaft

Das Studium der Sozialwirtschaft bildet die Brücke zwischen den beiden traditionellen Ausbildungsbereichen Wirtschaft und Sozialwesen. Die Studierenden erhalten eine fundierte betriebswirtschaftliche und sozialpädagogische Ausbildung. Diese befähigt sie, im Bereich sozialwirtschaftlicher Unternehmen, vor allem an den Schnittstellen zwischen sozialer Arbeit und Betriebswirtschaftslehre zu arbeiten. Diplom-Sozialwirte (BA) zeichnen sich durch eine interdisziplinäre Denk- und Arbeitsweise aus.

Ausbildungspartner im Sozialwesen

Ausbildungspartner für Sozialwirte und -pädagogen sind soziale Einrichtungen und Dienstleistungsunternehmen, wie z.B. die Dienste des Caritasverbandes, des Diakonischen Werkes, der Arbeiterwohlfahrt, des Paritätischen Wohlfahrtverbandes und des Roten Kreuzes, Kinder- und Jugendheime, Kinder- und Jugenddörfer, Tagesstätten, Jugendhäuser und andere Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugend- und Sozialämter, Sozialstationen und andere sozialpflegerische Dienste, Einrichtungen für Behinderte, Krankenhäuser mit einem Sozialdienst, Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe, sowie Soziale Dienste in der Justiz.

Da die Träger sozialer Dienste und Einrichtungen in der Regel nur sehr beschränkte Ausbildungsmöglichkeiten haben und es ihnen auch an finanziellen Mitteln mangelt, erfordert es meist einige Mühe und Zeit, zu einem Ausbildungsvertrag zu kommen.

Medien und Kommunikation

Die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie hat auch die Medienwelt revolutioniert. Mittels digitaler Herstellungs- und Übertragungsprozesse lassen sich heute immer mehr Daten immer schneller übertragen, verarbeiten und archivieren. Die neuen Medien durchdringen alle Bereiche unseres Lebens - von der Bildung bis zur Unterhaltung.

Mediendesign/-produktion

Berufsakademien wie die in Ravensburg oder Dresden haben diese Entwicklung im Bereich Medien und Kommunikation aufgegriffen. Dresden bietet einen Studiengang Medienproduktion an. In Ravensburg startete zum Wintersemester 2001/02 der Diplom-Studiengang Mediendesign. Beide Akademien verbinden das bewährte "Duale Studiensystem" der Berufsakademien mit einem neuartigen Ausbildungskonzept für die Designausbildung. In den ersten beiden Jahren erhalten die Studierenden eine umfassende Grundausbildung in den Designbereichen Grafik-, Multimedia und Bewegtbild-Design. Die Schwerpunktbildung in einem dieser Bereiche erfolgt erst im Hauptstudium. Der Mediendesigner soll in die Lage versetzt werden, "unter Verwendung neuer Werkzeuge der Hard- und Softwareentwicklung einen zukunftsweisenden Typus von Kulturprodukten zu konzipieren und zu produzieren", so Herbert Moser, Fachbereichsleiter des Studiengangs in Ravensburg. Darüber hinaus ist der Anteil wirtschaftlicher Fächer mit 16 Prozent relativ hoch.

Zu den Ausbildungsstätten zählen bislang Betriebe der Medien- und Kommunikationswirtschaft, Agenturen, Multimedia-Unternehmen, Grafikbüros sowie Unternehmen mit designorientierten Abteilungen. Ein Auslandssemester ist in den Praxisphasen möglich, aber nicht zwingend vorgeschrieben.

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