Südafrikanische Küche
Gesundheit

Südafrikanische Küche

Bild: Foto: Nevit Dilmen (talk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wochenende am Kap: An den Küstenorten am Fuß des imposanten Tafelbergs wird die Sonne bald im blaugrünen Wasser des Atlantiks untergehen. In den gepflegten Gärten der großzügigen Einfamilienhäuser mit traumhaftem Meeresblick steigt an vielenStellen Rauch auf und der verlockende Duft von gebratenem Fleisch liegt in der Luft. Jedoch nicht nur hier, in den wohlhabenden Vorstädten der sogenannten Mutterstadt Südafrikas, begegnet man den Anhängern einer der beliebtesten Beschäftigungen im südlichen Afrika. Zum "Braai" beziehungsweise "Braaivleis" (Bratfleisch) oder Grillen trifft man sich überall in Südafrika, um mit Familie, Freunden und Bekannten den Feierabend zu genießen. Besonders beliebt ist dabei die "Boerewors" (Bauern- oder Burenwurst).

Volkssport Grillen

Wochenende am Kap: An den Küstenorten am Fuß des imposanten Tafelbergs wird die Sonne bald im blaugrünen Wasser des Atlantiks untergehen. In den gepflegten Gärten der großzügigen Einfamilienhäuser mit traumhaftem Meeresblick steigt an vielen
Stellen Rauch auf und der verlockende Duft von gebratenem Fleisch liegt in der Luft. Jedoch nicht nur hier, in den wohlhabenden Vorstädten der sogenannten Mutterstadt Südafrikas, begegnet man den Anhängern einer der beliebtesten Beschäftigungen im südlichen Afrika. Zum "Braai" beziehungsweise "Braaivleis" (Bratfleisch) oder Grillen trifft man sich überall in Südafrika, um mit Familie, Freunden und Bekannten den Feierabend zu genießen. Besonders beliebt ist dabei die "Boerewors" (Bauern- oder Burenwurst).

Viele der schmackhaften Bratwurst-Rezepte sind übrigens deutschen Einwanderern zu verdanken, denn nicht wenige der Soldaten, Handwerker und Lehrer, die mit den Niederländern bereits im 17. Jahrhundert ans Kap kamen, stammten aus Deutschland. Fester Bestandteil des "Braai" ist ein eisgekühltes "Castle"-Bier oder ein "Windhoek Lager" aus dem Nachbarland Namibia, das laut Etikett sogar nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird.

Die Ursprünge der südafrikanischen Kochkunst

Die südafrikanische Küche hat aber viel mehr zu bieten als die "Boerewors" oder das aus der Zeit der Treckburen stammende "Braai". Ihr Ursprung ist auf das Jahr 1652 zurückzuführen, als der Niederländer Jan van Riebeeck in der Tafelbucht an Land ging. Seit der Landung van Riebeecks ist am Kap im Laufe von Jahrhunderten eine einzigartige kosmopolitische Küche entstanden, an deren Entstehung Völker aus drei Kontinenten ihren Anteil hatten. Neben Niederländern, Deutschen, Franzosen und Briten haben auch Malaien sowie einheimische Völker ihre Spuren hinterlassen. Das reiche kulinarische Erbe am Kap beruht somit auf den Kochkünsten mehrerer Völker. Viele Traditionen der Einwanderer wurden den örtlichen Gegebenheiten angepasst und entwickelten dadurch einen besonderen, typisch südafrikanischen Charakter.

Jede Provinz in Südafrika weist zudem Besonderheiten auf. In KwaZulu-Natal und Durban gibt es beispielsweise aufgrund der indischstämmigen Minderheit starke indische Einflüsse und in der Region um Pretoria und Johannesburg spürt man deutlich das burische Erbe. Der besondere kosmopolitische Charakter von Südafrikas Küche zeigt sich auch bei der Zusammenstellung vieler Gerichte. So wird zum ursprünglich burischen "Braaivleis" gerne der bei Schwarzen beliebte Maisbrei gegessen, der als "Mieliepap" oder "Putu" bekannt ist. Neben dem dicken Maisbrei gibt es auch den Krümelbrei. Maisbrei wird unter anderem zu gegrilltem Fleisch, scharfen Saucen oder mit Milch und Zucker auch zum Frühstück gegessen.

Der kulinarische Einfluss der Europäer

Ein gutes Beispiel für das europäische Erbe ist das bekannte niederländische Eintopfgericht "Hutspot" aus Fleisch und Gemüse, das heutzutage in Südafrika als "Potjieskos" (Topfgericht) sehr bekannt ist. Gemüse wird in vielen Familien – wie in den Niederlanden – noch immer mit Butter und geriebener Muskatnuss serviert. Die vielen Rezepte für Waffeln und Pfannkuchen sind ebenfalls niederländischer Herkunft und nur in südafrikanischen und niederländischen Supermärkten findet man Vla, den in Milchkartons verpackten trinkbaren Vanillepudding.

Die französischen Einwanderer leisteten einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung des Weinbaus. Auch die Zubereitung von Marmeladen und Eingemachtem verrät den Einfluss der Hugenotten. Spezialitäten der südafrikanischen Küche, wie "Mosbolletjies" (Mostbrötchen) und "Oblietjies" (dünnes Weinbrandgebäck) sind ebenfalls französischen Ursprungs.

Die britischen Kolonisten, die ab 1820 nach Südafrika kamen, bereicherten ebenfalls die südafrikanische Küche durch Spezialitäten wie "Fruit Cakes" (Kuchen mit Trockenfrüchten), "Mince Pies" (Fleischpasteten), "Scones" (Gebäck) und "Shortbread" (Mürbegebäck). Wie in Großbritannien werden auch in Südafrika Pommes frites, "Chips" oder "Skyfies" genannt, fast immer mit Salz und Essig serviert. Wer stattdessen Mayonnaise oder Ketchup verlangt, ist auf jeden Fall in der Minderheit und gilt als Exot.

Von würzig bis scharf: der Beitrag der Kapmalaien

Einen besonders wichtigen Beitrag zur typischen kapländischen und südafrikanischen Kochkunst lieferten die sogenannten Kapmalaien, deren Vorfahren hauptsächlich aus den niederländischen Kolonien in Ostasien stammten. Viele malaiische Köche arbeiteten in den Haushalten der Kolonisten und haben dadurch die Küche am Kap entscheidend geprägt. Es ist nicht verwunderlich, dass viele kulinarische Genüsse der südafrikanischen Küche malaiischen Ursprungs sind. So leitet sich auch der Name für die bekannten "Sosaties2 (marinierte und gegrillte Fleischspieße) von der indonesischen Bezeichnung "Sateh" ab, die für ein ähnliches Rezept aus Indonesien verwendet wird. Klassiker der südafrikanischen Küche wie "Sosaties"," Bobotie" (würziger Rindfleischauflauf), "Bredie" (Eintopfgericht), diverse Currygerichte, "Blatjang/Chutney" (scharfe Gewürzsoße), "Atjar" und "Sambal" weisen auf den starken orientalischen Einfluss hin. Auch die überaus beliebten "Samoosas", mit gewürztem Hackfleisch oder Gemüse gefüllte dreieckige Teigtaschen, sind fernöstlicher Herkunft.

Einige ausgezeichnete Lokale in Südafrika sind auf typisch südafrikanische Gaumenfreuden spezialisiert. Wenn man also die traditionelle Kapküche kennenlernen möchte, sollte man vorzugsweise eines der Restaurants in Kapstadt, der Mutterstadt der Kapküche, ausprobieren. Das Restaurant "Kaapse Tafel" (Kapstädter Tisch) in der Königin-Viktoria-Straße in der Nähe des südafrikanischen Parlaments in Kapstadt bietet bereits seit Jahrzehnten traditionelle Gerichte vom Kap an, wie zum Beispiel "Bredie" oder Hühner-"Breyani", ein typisches Eintopfgericht der Kapküche, das malaiischen Ursprungs ist.

"The Cape Colony" ist ebenfalls eine Institution in Kapstadt. Das Restaurant befindet sich im luxuriösen Mount Nelson Hotel. Zu den Spezialitäten der Küche zählen insbesondere kapmalaiische Gerichte. Die elegante Atmosphäre des Restaurants sowie das Interieur mit seinen schönen Wandgemälden machen den Besuch nicht nur zu einem kulinarischen Erlebnis.


Südafrikas Alltagsküche: Maisbrei und Geflügel

Die Essgewohnheiten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen Südafrikas sind relativ unterschiedlich. Obwohl die schwarzen Südafrikaner in den meisten Provinzen des Landes deutlich in der Mehrheit sind, haben ihre Ernährungsgewohnheiten erstaunlicherweise nur einen geringen Einfluss auf die südafrikanische Küche ausgeübt. Außer dem Maisbrei ("Mieliepap" oder "Putu") der schwarzen Einwohner fanden nur wenige Speisen der Bevölkerungsmehrheit Eingang in die Nationalküche. Maisbrei ist das Grundnahrungsmittel der schwarzen Südafrikaner und wird u. a. gerne mit einer scharfen Sauce aus Tomaten, Zwiebeln und Chilis gegessen. Für die Zubereitung dieser Sauce gibt es in den verschiedenen Regionen Südafrikas viele unterschiedliche
Rezepte. Dem Maisbrei werden auch gerne Kartoffelscheiben oder Fleischstücke hinzugefügt, um ihn schmackhafter zu machen. Schwarze Südafrikaner bevorzugen in der Regel weißes Fleisch (Geflügelfleisch), wohingegen die weißen Südafrikaner überwiegend rotes Fleisch (Rind- und Wildfleisch) essen.

Eine weitere Spezialität der schwarzen Bevölkerungsgruppen sind Mopane-Raupen. Hierbei handelt es sich um Raupen, die getrocknet und dann frittiert oder gekocht werden. Die Raupe stellt eine wichtige Eiweißquelle für viele Schwarzafrikaner dar. Beliebt bei diesen ist auch ein aus Sorghumhirse gebrautes Bier.


Streifzug durch Stellenbosch

Viele der kulinarischen Besonderheiten Südafrikas lassen sich sehr gut bei einem Einkaufsbummel in Stellenbosch, der sogenannten Eichenstadt, entdecken. Stellenbosch ist die zweitälteste von Europäern gegründete Stadt Südafrikas und liegt nur 45 Autominuten von Kapstadt entfernt. In der historischen "Dorpstraat" reihen sich prächtige Häuser im kapholländischen Stil aneinander und man fühlt sich in ein niederländisches Dorf lang vergangener Zeiten versetzt. Immer wieder stößt man auf kleine Läden, in denen man landestypische Spezialitäten erwerben kann, die nach traditioneller Rezeptur zubereitet sind. In der Dorpstraat 84 befindet sich "Oom Samie se Winkel" (Onkel Samuels Laden), eine Institution in Stellenbosch. In dem Geschäft gibt es nicht nur kulinarische Spezialitäten, sondern auch viel Trödel und Nippes zu kaufen.

Der Duft frisch gebackener "Scones" verführt zu einer ausgedehnten Kaffeepause. Neben "Melktert" (Milchkuchen), "Koeksisters" (Teigschnecken), "Suikerbrood" (Zuckerbrot) und "Vetkoek" (Krapfen) gibt es auch zahlreiche herzhafte Spezialitäten wie beispielsweise das berühmte "Biltong" (luftgetrocknetes Fleisch) zu entdecken. "Biltong" sind lange Fleischstreifen, die eingesalzen und dann getrocknet werden. "Biltong" wird meistens aus Rindfleisch oder Wildfleisch, wie zum Beispiel Straußenfleisch, zubereitet. Für "Biltong" sollten am besten Fleischstücke mit wenig Fett und ohne Sehnen verwendet werden. Liebhaber dieser Köstlichkeit können an der Farbe und Struktur des Fleischs die Qualität von "Biltong" erkennen, das den Leuten auch als beliebte Knabberei beim Fernsehen dient. Wildfleisch wird im Allgemeinen in dünnere Streifen als Rindfleisch geschnitten. Wild-Biltong schmeckt erst richtig, wenn es knochentrocken und beinahe brüchig ist. In der südafrikanischen Literatur findet man zahlreiche, beinahe philosophische, Abhandlungen zur Herstellung von "Biltong".

Ähnlich beliebt wie "Biltong" ist auch die "Droëwors" (Trockenwurst), die man in Südafrika fast überall kaufen kann. Beide typisch südafrikanischen Spezialitäten stammen aus der Zeit, in der es noch schwierig war, Fleisch längere Zeit frisch zu halten. Zu den Klassikern der südafrikanischen Küche zählen auch exotischere Fleischsorten wie Springbok und Kudu sowie qualitativ hervorragende Meeresfrüchte und Fisch.

Fangfrisches im Fischereihafen

Der ausgedehnte Bummel durch Stellenbosch vermittelt einen Überblick über die Vielfalt der südafrikanischen Koch- und Küchenkultur. Auf der Autobahn N1 geht es zurück in die Stadt der zwei Ozeane. Von einer Anhöhe der nördlichen Vorstädte sieht man bereits in der Ferne den majestätischen Tafelberg. Am Fuße dieses Wahrzeichens von Kapstadt, ganz in der Nähe der Tafelbucht, liegen die ältesten Stadtteile, in denen sich viele der Restaurants befinden, in denen man noch die traditionelle Küche Südafrikas
genießen kann. Lohnenswert ist auch ein Abstecher nach Hout Bay (Holzbucht). Entlang der malerischen Küstenstraße mit spektakulären Aussichten auf den Tafelberg mit seinen Zwölf-Apostel-Bergen und den Atlantischen Ozean gelangt man zu Kapstadts bekanntem Fischereihafen. Direkt am Hafen von Hout Bay stehen mehrere Restaurants, die fangfrische südafrikanische Fischsorten wie "Snoek" oder "Kingklip" anbieten.

Von hier aus ist es auch nicht weit zum stilvollen und ältesten kapholländischen Weinlandgut "Groot Constantia". In der herrlichen Parkanlage kann man die kulinarische Rundreise in der Heimat der Kapküche bei einem Glas Kapwein, "Van-der-Hum"-Likör, Amarula oder "Oude Meester"-Brandwein stilecht abschließen.

Lesen Sie mehr zum Thema auf www.deutschlandcard.de

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Gesundheitsreform 2026: Was sich für Patienten beim Zahnersatz verändert
Gesundheit

Gesundheitsreform 2026: Was sich für Patienten beim Zahnersatz verändert

29. Oktober 2026

Ab 2027 ändern sich die Festzuschüsse beim Zahnersatz: Der Anteil der gesetzlichen Krankenkassen sinkt von 60 auf 50 Prozent der Regelversorgung, auch die Bonusheft-Zuschüsse werden reduziert. Was Patienten zur…

Makrophagen-Signal TIMD4 hält chronische Darmentzündung am Laufen
Gesundheit

Makrophagen-Signal TIMD4 hält chronische Darmentzündung am Laufen

22. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie das Molekül TIMD4 in Makrophagen den AMPK-Signalweg aktiviert und dadurch Chemokin-Produktion unterdrückt. Ein Peptid-Nanopartikel könnte diese Effekte abschwächen.

Wissenswertes zum Thema: Oralchirurgie und Zahnimplantologie
Gesundheit

Wissenswertes zum Thema: Oralchirurgie und Zahnimplantologie

20. Oktober 2026

Oralchirurgie und Zahnimplantologie beschäftigen sich mit chirurgischen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich. Dieser Beitrag ordnet die Fachgebiete, erklärt den Ablauf einer Weisheitszahn-OP und zeigt, worauf bei der…

Gut versorgt von Anfang an: Nährstoffe bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Gesundheit

Gut versorgt von Anfang an: Nährstoffe bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

20. Oktober 2026

Viele Frauen beschäftigen sich erstmals intensiv mit ihrer Nährstoffversorgung, sobald ein Schwangerschaftstest positiv ausfällt. Dabei entscheidet sich ein wichtiger Teil der frühkindlichen Entwicklung in den ersten…

← Zurück zu GesundheitZur Startseite