Die TIMSS (Third International Mathematics and Science Study) ist die dritte statische Erhebung in einer Reihe von international-vergleichenden Schulleistungsuntersuchungen. Im Gegensatz zur PISA-Studie werden hier als Schwerpunkt die Schülerleistungen in den Naturwissenschaften und der Mathematik untersucht.
IEA - Die Forschungsorganisation
In der Forschungseinrichtung IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement) sind vor allem Regierungseinrichtungen der Mitgliedsstaaten organisiert. Bereits in den 60er Jahren untersuchte die IEA die Schülerleistungen mit der Studie FIMS (First International Mathematics Study). Die Ergebnisse wurden Anfang der 80er Jahre durch die SIMS (Second International Mathematics Study) aktualisiert. 1993 startete die IEA mit der TIMMS-Studie ihre dritte Untersuchungskampagne.
Untersuchungsumfang
Die TIMSS untersucht die mathematisch-naturwissenschaftlichen Leistungen der Schüler in bis zu 46 Ländern - und zwar in drei Altersgruppen: unter neunjährigen Schülern der Grund- bzw. Primarschule (TIMMS I), unter Schülern der 7. und 8. Jahrgangsstufe (TIMSS II) und unter Schülern der gymnasialen Oberstufe sowie der beruflichen Voll- und Teilzeitschulen (TIMMS III).
TIMMS in Deutschland
Deutschland hat an den Untersuchungen TIMSS II und III teilgenommen; an der Messung der Leistungen von Grundschülern (TIMMS I) hat man sich nicht beteiligt, obwohl mögliche Defizitanalysen im Grundschulbereich sehr hilfreich für die Interpretation der deutschen TIMSS II-Ergebnisse gewesen wären.
Internationaler Vergleich
An TIMSS III waren 24 Nationen beteiligt, die meisten davon aus Europa. Es fehlten gegenüber TIMSS II vor allem die Länder aus Südost-Asien, die bei TIMSS II die absoluten Spitzenpositionen belegt hatten. Unter anderem sollte die Qualität der mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundbildung sowie die Fachleistungen in Physik und Mathematik ermittelt werden. Die Untersuchung der Mittelstufe fand in den Schuljahren 1993/94 und 1994/95 statt, die Untersuchung in den beruflichen Schulen sowie in den 12. Gymnasialjahrgängen im Jahr 1995 und die Untersuchung in den 13. Gymnasialjahrgängen 1996.
Ergebnisse in Deutschland
TIMSS II - 7. - 8. Klasse
In den naturwissenschaftlichen Fächern erreichten die deutschen Schülerinnen und Schüler (7. - 8. Klasse) mittelmäßige Leistungen - vergleichbar den Leistungen aus den angelsächsischen Ländern. Die Leistung deutscher Schüler im Bereich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundbildung lag eher im unteren Bereich. Die Abstände zu den leistungsstärkeren Ländern vergrößern sich vom Ende der 8. Jahrgangsstufe bis zum Ende der Sekundarstufe II signifikant, die Abstände zu Ländern mit schwächeren Ergebnissen nehmen hingegen ab.
TIMSS III - Gymnasiale Oberstufe und Abschlussjahrgänge beruflicher Schulen
Bei der Studie TIMSS III haben die Schülerinnen und Schüler aus Deutschland ebenfalls nur mäßig abgeschnitten. Auch in der Gymnasiale Oberstufe und in den Abschlussjahrgänge der entsprechenden beruflichen Schulen waren die Mathematikleistungen defizitär. Hier bestätigt sich also das wenig schmeichelhafte Bild von der unterdurchschnittlichen Leistung jüngerer Schülerinnen und Schüler (TIMSS II). Die Ergebnisse sprechen dagegen, dass die Defizite der unteren Jahrgänge im Laufe der Schulzeit kompensiert werden.
Im internationalen Vergleich liegen die relativen Stärken der deutschen Schülerinnen und Schüler im Bereich der Naturwissenschaften im Umgang mit Aufgaben, die überwiegend vorfachliches Wissen oder nur elementare Fachkenntnisse verlangen. Relative Schwächen werden insbesondere bei Aufgaben sichtbar, die das selbständige Anwenden von Gelerntem und Transferleistungen erfordern (Übertragung in neue Kontexte oder ein flexibles Umstrukturieren von Problemkonstellationen).



