Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Gesundheit/Artikel
Trisomie-Test als Kassenleistung?
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Trisomie-Test als Kassenleistung?

Es geht um die Frage, ob gesetzliche Krankenkassen künftig die Kosten für den sogenannten nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) übernehmen sollen – und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Dieser Bluttest kann mit hoher Wahrscheinlichkeit Klarheit darüber geben, ob ein ungeborenes Kind im Mutterleib das Down-Syndrom hat.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

iStock.com, Richard Villalon

Worüber wird diskutiert?

Es geht um die Frage, ob gesetzliche Krankenkassen künftig die Kosten für den sogenannten nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) übernehmen sollen – und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Dieser Bluttest kann mit hoher Wahrscheinlichkeit Klarheit darüber geben, ob ein ungeborenes Kind im Mutterleib das Down-Syndrom hat.

Bisher müssen Schwangere die Untersuchung aus eigener Tasche bezahlen. Nur in Einzelfällen übernehmen private und gesetzliche Krankenkassen die Kosten. Wird der NIPT zur allgemeinen Kassenleistung, würde dies daher vor allem mehr soziale Gerechtigkeit für Eltern bedeuten, die sich den Test bisher nicht leisten konnten. "Der Zugang muss für alle Versicherten gleichberechtigt sein", meint etwa die Bundesärztekammer. Angestoßen hat die Debatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken.

Was untersucht der Test?

Der nicht-invasive Pränataltest ermittelt, ob ein Ungeborenes die als Down-Syndrom bekannte Trisomie 21 hat. Außerdem kann er andere Chromosomendefekte wie Trisomie 13 und 18 erkennen. Mit diesen Erkrankungen sind meist schwerwiegendere Behinderungen verbunden und viele betroffene Kinder überleben die Schwangerschaft oder das erste Lebensjahr nicht. Anders als das Down-Syndrom werden diese Fehlbildungen aber auch gut im Ultraschall erkannt.

Um die Chromosomendefekte festzustellen, werden im Blut der Mutter umherschwimmende DNA-Schnipsel untersucht, die von der Plazenta stammen. Diese können den einzelnen Chromosomen des Kindes zugeordnet und ausgezählt werden – und somit Aufschluss über eventuelle Abweichungen geben. Für Trisomie 21 liegt die Sensitivität und Spezifität des Tests laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bei über 99 Prozent. Das bedeutet: Der Test übersieht sehr selten ein Down-Syndrom und weist zudem so gut wie nie eine Trisomie 21 aus, die sich später nicht bewahrheitet.

Artikelbild

National Human Genome Research Institute, Gemeinfrei

Was ist der Vorteil gegenüber anderen Verfahren?

Der Trisomie-Test hat zwei wesentliche Vorteile: Zum einen kann er schon ab der vollendeten neunten Schwangerschaftswoche und damit zu einem vergleichsweise frühen Zeitpunkt durchgeführt werden. Zum anderen ist für die Untersuchung lediglich eine Blutprobe der Mutter nötig – das Leben des Kindes wird dabei nicht gefährdet.

Bisher gängige Verfahren wie die Plazentapunktion oder die Fruchtwasseruntersuchung, die bei Risikoschwangerschaften übrigens von den Krankenkassen bezahlt werden, bedeuten dagegen eine Gefahr für das Ungeborene: Sie gehen mit einem Fehlgeburt-Risiko von 0,2 bis ein Prozent einher. Andere nicht-invasive Methoden wie die Nackenfaltenmessung via Ultraschall sind zwar ungefährlich, aber auch deutlich unzuverlässiger als die invasiven Tests.

Bedeuten kostenfreie Tests mehr Abtreibungen?

Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten. Fakt ist, dass schon jetzt viele Schwangere in Deutschland und im europäischen Ausland den Bluttest zur Erkennung des Down-Syndroms nutzen. Laut IQWiG entscheiden sich viele Paare bei einem auffälligen Ergebnis für einen Schwangerschaftsabbruch. Doch egal ob Abtreibung oder Austragung: Um sich überhaupt entscheiden zu können, müssen werdende Mütter und ihre Partner vor allem gut aufgeklärt und ergebnisoffen beraten werden, sagen Experten.

Das Gleiche gilt für die Frage, ob überhaupt ein diagnostischer Test durchgeführt werden soll, wie zum Beispiel die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in einer Stellungnahme betont: "Schwangere sollen die Möglichkeit erhalten, sich unabhängig von der gynäkologischen Betreuung über die Konsequenzen einer solchen Diagnostik klar zu werden, Ängste und Sorgen zu äußern, von Unterstützungsmaßnahmen zu erfahren und eine abgewogene Entscheidung zu treffen."

Artikelbild

iStock.com, DenKuvaiev

Welche Befürchtungen gibt es?

Kritiker befürchten, dass pränataldiagnostische Verfahren wie der Trisomie-Test die Inklusion von Behinderten in unserer Gesellschaft künftig noch schwieriger machen. Demnach könnten Menschen mit Beeinträchtigungen als "vermeidbar" angesehen werden und betroffene Eltern weniger Unterstützung erfahren. "Eine Kostenübernahme für Bluttests auf Trisomie 21 für alle Frauen sendet das Signal, dass Menschen mit Trisomie nicht zur Welt kommen sollten und führt so zur Ausgrenzung und Diskriminierung", erklärt etwa die Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Solche Entwicklungen gelte es zu verhindern, wie die Bundesärztekammer betont: "Es darf durch pränatale Untersuchungen niemals zu einer Diskriminierung von Eltern kommen, die sich für ein Kind mit Behinderung bzw. einer angeborenen Erkrankung entscheiden." In Deutschland leben derzeit schätzungsweise zwischen 30.000 und 50.000 Menschen mit Down-Syndrom. Viele von ihnen können mit entsprechender Betreuung und Förderung ein fast normales Leben führen. Die Lebenserwartung der Betroffenen liegt in Europa mittlerweile bei rund 60 Jahren.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift
Gesundheit

Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift

15. Oktober 2026

Ein Anatomie-Dozent stellt die Frage, die viele Lehrbücher ausblenden: Wann ist ein Referenzwert wirklich 'normal'? Am Beispiel der Körpertemperatur zeigt sich, warum der Einzelwert Millionen in die Irre führt.

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte
Gesundheit

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte

13. Oktober 2026

Ein Patient muss einen formellen Antrag stellen, um einen Fehler in seiner KI-generierten Krankenakte zu korrigieren. Der behandelnde Arzt hatte die Notiz zuvor genehmigt. Der Vorfall zeigt: Automatisierte…

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance
Gesundheit

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance

12. Oktober 2026

Empirische Studien belegen, dass die mentale Gesundheit politischer Entscheidungsträger keine Privatangelegenheit ist, sondern systemische Folgen für Regierungsführung und institutionelles Vertrauen hat. The…

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien
Gesundheit

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien

5. Oktober 2026

Aktuelle Forschung zeigt, dass Symptome und Behandlungserfolg bei pädiatrischer obstruktiver Schlafapnoe je nach Altersgruppe erheblich variieren. Bisherige Diagnostik orientiert sich zu oft an Erwachsenenkriterien.

← Zurück zu GesundheitZur Startseite