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Volkskrankheiten in Zeiten von Corona – wer besonders gefährdet ist
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Volkskrankheiten in Zeiten von Corona – wer besonders gefährdet ist

Die Deutschen sind geplagt von zahlreichen Volkskrankheiten. Darunter fallen neben vielen anderen auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes, Depressionen, Rückenschmerzen, … Doch sind sie jetzt – in Zeiten der Corona-Pandemie – alle gleichermaßen gefährdet oder trifft es gar manche schwerer und manche…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

GettyImags, tylim

Wer an Neurodermitis leidet, kann sich gegen Corona impfen lassen

Das raten die Redakteure der Deutschen Apotheker Zeitung und stützen sich dabei auf die Erkenntnisse aus dem Neurodermitis-Report. Neurodermitis werde als Krankheit von Kindern und Jugendlichen abgetan, doch dem sei nicht so. Stattdessen zählen etwa 3,3 Prozent der Erwachsenen zur Gruppe der Neurodermitis-Patienten. Doch warum ist eine Impfung für diese Gruppe sinnvoll? Prof. Dr. Matthias Augustin rät nachdrücklich dazu, dass sich Betroffene ab 16 impfen lassen sollten. Vor allem der Impfstoff von Biontech/Pfizer könne zum Einsatz komme, da dieser bereits ab 16 Jahren zugelassen ist. Moderna könne ab 18 Jahren verimpft werden. Der Facharzt für Hauterkrankungen räumt damit die Zweifel vieler aus dem Weg, da gerade Patienten, die an Neurodermitis leiden, häufiger auch andere Unverträglichkeiten und Allergien aufweisen – und deswegen eine Impfung scheuen.

Ein Blick auf die Zahlen: Deutschlandweit leiden etwa vier Millionen Menschen an Neurodermitis. Häufig wird die Hautkrankheit, die von Ausschlag und Juckreiz gekennzeichnet ist, bereits in der frühesten Kindheit diagnostiziert.

Artikelbild

thinkstock.com, Remains

Laut Recherchen des Lungeninformationsdienstes können zwar bestimmte Grunderkrankungen einen schwereren Covid-19-Krankheitsverlauf bedingen, allerdings zeigen Studien, dass davon nicht zwingend Menschen betroffen sein müssen, die an Asthma leiden. Entscheidend seien den Studienergebnisse zufolge vor allem das Alter und etwaige Grunderkrankungen. Auch Raucher, Diabetiker sowie Menschen, die an Bluthochdruck litten, hatten ein größeres Risiko als Asthmatiker. Neuesten Erkenntnissen aus Großbritannien zufolge sei nun sogar ausgerechnet ein Asthma-Mittel (Budesonid) dafür geeignet, einen schweren Corona-Krankheitsverlauf abzufedern. Budesonid könne demnach die Behandlungsdauer von Covid-19 sowie die Tage mit Fieber verkürzen und so die Krankheitsausmaße deutlich reduzieren.

Ein Blick auf die Zahlen: Deutschlandweit leiden etwa acht Millionen Menschen an Asthma bronchiale. Auch hieran erkranken deutlich mehr Kinder als Erwachsene. Asthma gilt sogar als häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter.

Artikelbild

pixabay.com, TesaPhotography  (CC0 Public Domain)

Auch wenn der Betroffene gut eingestellt ist, besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Diese Erkenntnis dokumentierte die Redaktion des Ärzteblatt und nennt erschreckende Zahlen, wie etwa, dass bei Diabetikern das Sterberisiko um 50 Prozent erhöht sei. Auch bei Diabetikern spielen Grunderkrankungen sowie Bluthochdruck, Geschlecht und Übergewicht eine entscheidende Rolle mit Blick auf den Krankheitsverlauf. Allerdings zeigte sich bei Untersuchungen auch, dass selbst gut eingestellte Diabetiker Gefahr laufen, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Ein Blick auf die Zahlen: Deutschlandweit leben etwa acht Millionen Menschen mit der Zuckerkrankheit. Täglich steigt die Zahl der Erkrankten um 1.600 Menschen. Das bedeutet umgerechnet auf ein Jahr, dass jährlich 600.000 Menschen „neu“ an Diabetes erkranken.

Artikelbild

pixabay.com, stevepb (CC0 Public Domain)

Eine Infektion mit dem Coronavirus stellt eine Belastung für das gesamte Herz-Kreislauf-System dar. Deswegen gehen die Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie davon aus, dass die Krankheitsverläufe von Herzpatienten deutlich schwerwiegender verlaufen könnten als bei Menschen ohne Vorerkrankungen. Ohne Herzerkrankung liege die Sterblichkeitsrate bei 7,6 Prozent – mit Herzleiden bei 13,3 Prozent. Zudem steigt das Risiko mit dem Alter, weshalb Menschen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren das größte Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Faktoren, die den Krankheitsverlauf darüber hinaus negativ beeinflussen könnten sind weitere Vorerkrankungen, beispielsweise der Leber sowie eine Krebserkrankung oder ein ohnehin geschwächtes Immunsystem.

Ein Blick auf die Zahlen: Laut dem Robert-Koch-Institut sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache – und zwar ohne, dass das Coronavirus mitwirkt. Sie verursachen Statistiken zufolge 40 Prozent aller Sterbefälle deutschlandweit.

Blutdruckmittel bereiten dem Coronavirus einen idealen Nährboden

Dass Menschen mit Bluthochdruck ein größeres Risiko auf einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben, liegt zum einen am schlechten körperlichen Zustand der Patienten sowie an den Medikamenten, die eingenommen werden. Wer den ACE2-Spiegel erhöht, um  den Blutdruck zu senken, bereitet dem Coronavirus den idealen Nährboden, denn SARS-CoV-2 dockt eben dort besonders gut und gerne an. Wer eine poröse Gefäßstruktur hat, der könnte stärker an einer Covid-Infektion leiden, denn das Virus greift das Endothel an. So wird die innerste Gefäßschicht bezeichnet.

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