Volksleiden Bluthochdruck
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Volksleiden Bluthochdruck

Bild: Foto: Marie Simon, Public domain, via Wikimedia Commons

Zu hoher Blutdruck ist ein leiser Killer. Weil er in der Regel keine Beschwerden auslöst, bleibt er von den meisten Patienten unbemerkt – eine tückische Gefahr. Denn unbehandelt schädigt ein deutlich erhöhter Blutdruck im Laufe der Jahre wichtige Organe wie Herz, Gefäße und Nieren. Die Folge können lebensbedrohliche Krankheiten sein. Aktuell gehen Mediziner davon aus, dass länger anhaltende Werte oberhalb von 140/ 90 Millimeter Quecksilber (mmHg) das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen und die Nierenfunktion beeinträchtigen können.

Zu hoher Blutdruck ist ein leiser Killer. Weil er in der Regel keine Beschwerden auslöst, bleibt er von den meisten Patienten unbemerkt – eine tückische Gefahr. Denn unbehandelt schädigt ein deutlich erhöhter Blutdruck im Laufe der Jahre wichtige Organe wie Herz, Gefäße und Nieren. Die Folge können lebensbedrohliche Krankheiten sein. Aktuell gehen Mediziner davon aus, dass länger anhaltende Werte oberhalb von 140/ 90 Millimeter Quecksilber (mmHg) das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen und die Nierenfunktion beeinträchtigen können.

Diese kritischen Werte erreichen weltweit immer mehr Menschen. Längst gehört Bluthochdruck zu einem der wichtigsten Gesundheitsrisiken überhaupt. Bei Frauen ist ein zu hoher oberer Blutdruckwert inzwischen sogar für die meisten verlorenen Lebensjahre verantwortlich. Bei Männern stellt nur noch das Tabakrauchen ein größeres Gesundheitsrisiko dar.

Millionen verlorene Lebensjahre

Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt die jüngste Global Burden Disease-Studie, kurz GBD – die größte epidemiologische Untersuchung zum Gesundheitszustand der Weltbevölkerung. Für die Studie ermittelt das Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle regelmäßig Zahlen zur Häufigkeit von Krankheiten und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität, die als sogenannte DALY (disease-adjusted life years) gemessen werden. Ein DALY setzt sich aus der Summe der durch vorzeitigen Tod verlorenen Lebensjahre und den mit Krankheit oder Behinderung gelebten Jahren zusammen.

Die neueste Bestandsaufnahme zeigt: Ein zu hoher Blutdruck war im Jahr 2016 weltweit bei Männern für 124,1 Millionen DALY und bei Frauen für 89,9 Millionen DALY verantwortlich. Dabei führten vor allem Herzinfarkte und Schlaganfälle als schwerwiegende Folgen des Bluthochdrucks zu dem großen Verlust an Lebensqualität.

Übergewicht als Hauptursache

Im Vergleich zu einer früheren Untersuchung aus dem Jahr 1990 ist der Einfluss des Blutdrucks damit deutlich gestiegen. Doch woran liegt das? Die Autoren der Studie machen neben dem zunehmenden Lebensalter insbesondere Übergewicht für die Zunahme von Hochdruckerkrankungen verantwortlich. "Ein Anstieg des Körpergewichts ist in Kombination mit Bewegungsmangel die wichtigste zivilisatorische Ursache des Bluthochdrucks", bestätigt der Mediziner Peter Trenkwalder von der Deutschen Hochdruckliga.

Behandeln lässt sich ein erhöhter Blutdruck daher häufig schlicht über Lebensstiländerungen: Mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung sowie dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin lässt sich das Problem in vielen Fällen in den Griff bekommen. Manchmal sind zusätzlich aber auch Medikamente nötig. Richtig eingestellt, führen diese bei den meisten Patienten zu befriedigenden Blutdruckwerten und reduzieren das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich: "Mit rechtzeitigen Blutdruckeinstellungen lassen sich rund die Hälfte aller Schlaganfälle und Herzinfarkte vermeiden", betont Bernhard Krämer vom Universitätsklinikum in Mannheim.

Künftig mehr Patienten in Deutschland?

Hier besteht nach Meinung des Mediziners auch in Deutschland noch Nachholbedarf. Zwar ist der Blutdruck bei der Hälfte der rund 25 Millionen bei uns Betroffenen gut eingestellt. "Die andere Hälfte hat jedoch noch einen zu hohen Blutdruck", sagt Krämer. "Auch in Deutschland gibt es zudem noch viele Menschen, die nicht wissen, dass ihr Blutdruck zu hoch ist, die sich nicht behandeln lassen oder die nicht ausreichend behandelt sind."

Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Patienten in Deutschland aufgrund der demographischen Entwicklung künftig steigen wird. "Es warten gewaltige Herausforderungen auf unser Gesundheitssystem", prognostiziert Krämer. Vor allem im Bereich der Prävention muss dem Mediziner zufolge daher mehr getan werden. Er fordert: Prävention müsse sich für Krankenkassen wieder lohnen: "Denn dann werden sie versuchen, die Früherkennung und Vermeidung von Bluthochdruck – als wichtigste Ursache für Herz- und Kreislauferkrankungen – intensiv zu fördern."

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