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Vor 350 Jahren: Die erste Bluttransfusion beim Menschen
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Vor 350 Jahren: Die erste Bluttransfusion beim Menschen

Im alten Rom empfahl der Schriftsteller Plinius Epilepsie-Patienten das Trinken von Gladiatorenblut. Vermutlich hoffte er, die Stärke und Körperbeherrschung der Arenen-Kämpfer so auf die Kranken zu übertragen. Trotz ausbleibender Erfolge solcher Behandlungen blieb der Glaube an die Heilkraft des Blutes bestehen. So…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Gesundheit
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thinkstock.com, fuse

Im alten Rom empfahl der Schriftsteller Plinius Epilepsie-Patienten das Trinken von Gladiatorenblut. Vermutlich hoffte er, die Stärke und Körperbeherrschung der Arenen-Kämpfer so auf die Kranken zu übertragen. Trotz ausbleibender Erfolge solcher Behandlungen blieb der Glaube an die Heilkraft des Blutes bestehen. So soll der im Sterben liegende Papst Innozenz VIII Blut von drei Zehnjährigen getrunken haben - als Verjüngungskur. Der Papst starb trotzdem, ebenso wie die drei Jungen.

Artikelbild

Historisch

Im 17. Jahrhundert nach Christus kam dann die Idee auf, Blut von einem Lebewesen auf ein anderes mittels Infusion zu übertragen. 1666 wurde sie erstmals in die Tat umgesetzt. Der englische Arzt Richard Lower übertrug einem Hund das Blut eines anderen Vierbeiners. Dabei übertrieb er jedoch: Die Transfusion wurde erst beendet, als der Spenderhund durch die Abgabe des vielen Blutes verstorben war. Wenigstens dem Empfänger aber soll es kurz nach dem Eingriff wieder blendend gegangen sein.

Bereits im folgenden Jahr erhielt schließlich der erste menschliche Patient eine Bluttransfusion - nicht ganz freiwillig wie man sich denken kann. Doch der französische Arzt Jean-Baptiste Denis sah am 15. Juni 1667 keine andere Möglichkeit, seinen fünfzehnjährigen Patienten zu retten, als ihm etwas Blut von einem Lamm zu übertragen. Der kleine geschwächte Junge hatte einfach zu viel eigenes Blut bei vorhergehenden Aderlässen verloren - eine damals übliche Behandlung für alle möglichen Erkrankungen, bei der dem Patienten wortwörtlich Blut aus den Adern entlassen wurde.

Ein Erfolg - viele Fehlschläge

Erstaunlicherweise soll der Junge die artübergreifende Bluttransfusion sogar überlebt haben. Daher wurde diese Technik in den nachfolgenden Jahrzehnten immer wieder angewendet. Die meisten Empfänger hatten allerdings nicht so viel Glück wie der fünfzehnjährige "Patient Null". Trotz der verheerend geringen Erfolgsquote sollen manche Chirurgen aber bis ins 19. Jahrhundert Soldaten dazu geraten haben, sich ein Schaf auf dem Rücken festzuschnallen. So sollten sie in der Schlacht notfalls schnell eine Bluttransfusion durchführen können.

Glücklicherweise machte der Chirurg Richard Volkmann 1883 mit derart grotesken Vorschlägen Schluss. In seiner Leichenrede für die Tierbluttransfusion stellte er pointierend klar: "Zur Übertragung von Schafsblut gehören drei Schafe: eines, dem man das Blut entnimmt, ein zweites, das es sich übertragen lässt und dazu ein drittes, das die Übertragung durchführt."

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