Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Gesundheit/Artikel
Wann bekommt man ein Cochlea-Implantat?
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Wann bekommt man ein Cochlea-Implantat?

pixabay.com, RobinHiggins (CC0 Creative Commons)
Veröffentlicht
14. September 2022
Lesezeit
5 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Symbolbild Schwerhörigkeit

pixabay.com, RobinHiggins (CC0 Creative Commons)

Das Cochlea-Implantat kommt infrage, wenn …

Mehr als 83.000 Menschen deutschlandweit sind gehörlos. Ihnen bleibt die facettenreiche Welt der Klänge und Geräusche verschlossen. Ursächlich dafür können Erkrankungen im Lebensverlauf oder eine angeborene Beeinträchtigung sein.

Erwachsene, die ein- oder beidseitig Taubheit haben, können durch ein Cochlea-Implantat in Kombination mit einem Hörgerät auf dem anderen Ohr häufig wieder Laute wahrnehmen. Auch Kinder, die eine angeborene Taubheit haben, können mit einer frühzeitigen Behandlung durch ein Cochlea-Implantat (CI) Erfolge erzielen und an ihrer Hör- und Sprachentwicklung arbeiten.

Das Implantat bei Kindern: Je früher es eingesetzt wird, desto größer die Erfolgschancen für gute Sprachentwicklungen

Wird das CI bei Kindern mit einem Hörverlust eingesetzt, ist Zeit ein wichtiger Erfolgsfaktor. Kommt der Nachwuchs bereits taub zur Welt, wird oft besonders schnell reagiert. Untersuchungen zeigen, dass der Einsatz der Implantate mit circa sechs Monaten für eine normale Sprachfähigkeit wie bei hörenden Kindern sorgte.

So arbeitet das Cochlea-Implantat

Rein äußerlich ist das innovative Implantat nicht ersichtlich, doch im Innenohr sorgt es für elektrische Impulsgebung unmittelbar am Hörnerv. Das Implantat setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Audioprozessor und dem Implantat (versehen mit der Empfängerspule, Magnet und Wandler). In einem operativen Eingriff wird das Implantat in das Innenohr oder in den Schädelknochen integriert. Der Audioprozessor wird hinter dem Ohr positioniert und ist meist durch die Haare gut versteckt.

Bei der Funktion eines Cochlea-Implantates gibt es zwei Möglichkeiten, abhängig vom Hersteller. Bei einer Option wird der Schall durch die Autoprozessor-Mikrofone aufgenommen und wie bei einem innovativen Hörgerät verarbeitet. Störgeräusche werden beispielsweise unterdrückt und der Schall in digitale Signale transferiert.

Eine zweite Möglichkeit ist die Signalsendung des Autoprozessors direkt zum Implantat, dies erzeugt elektromagnetische Energie. Sie versetzt den Wandler durch den Signalgeber. Abhängig von der Wandler-Art werden sie auf Gehörknöchelchen oder Schädelknochen übertragen.

Für das beste Hörergebnis: So läuft die Vorbereitung ab

Um die optimale Implantat-Auswahl für das beste Hörergebnis zu erlangen, sind versierte Voruntersuchungen notwendig. Hierbei wird festgestellt, ob das CI wirklich den gewünschten Effekt bei der Ausgangssituation bietet und welche Hersteller/Implantat-Techniken den größtmöglichen Effekt erzielen.

Im Rahmen der Voruntersuchungen kommt auch ein Hörtest mit möglichen Implantatlösungen zur Anwendung. Getestet wird vor allem das Sprachverständnis, denn häufig wird genau das durch die CIs verbessert. Darüber hinaus werden aktuell genutzte Hörgeräte auf ihre korrekte Einstellung geprüft, um das Ausmaß der Schädigung sowie den bisherigen Effekt zu verifizieren. Die umfangreiche Bestandsaufnahme der Hörsituation ist wichtig, um im Aufklärungsgespräch optimale Möglichkeiten für das CI aufzuzeigen bzw. zu erklären, warum es vielleicht für diesen Fall nicht geeignet ist.

Cochlea-Implantat-Vortestung: Vor der OP wird noch einmal umfänglich geprüft

Haben Voruntersuchungen und erster Termin ergeben, dass die CI-Lösung für eine Verbesserung sorgt, gibt es den zweiten Termin. Hierbei geht es um die umfangreiche Vortestung. In mehreren Stunden werden die medizinischen Voraussetzungen für die Implantatsetzung überprüft. Neben Sprach- und Hörtests zählen auch die weitere Hörgeräte-Überprüfung sowie ein Test des Gleichgewichtssinns hinzu. Auch MRT und CT werden, falls noch nicht vorher geschehen, in diesem Untersuchungsrahmen absolviert.

Zusätzlich gibt es im Aufklärungsgespräch eine technische Beratung und Informationen zur Rehabilitation nach dem Eingriff. Hier erhalten Betroffene wertvolle Informationen und können alle ihre Fragen stellen, um bestmöglich und sicher auf die bevorstehende Operation und das neue Hörerlebnis durch das CI vorbereitet zu sein.

Der große Tag: Circa zwei Stunden für die Implantation

Abhängig vom Implantat und dem physischen Zustand dauert es etwa zwei Stunden. Mittlerweile ist das Setzen eines Cochlea-Implantats zu einem Routineeingriff geworden, denn die CIs selbst wurden bereits 1957 durch André Djourno und den Otologen Charles Eyriès entwickelt und seither weltweit erfolgreich eingesetzt.

Nach der Operation müssen Patienten etwa fünf Tage weiter in stationärer Behandlung bleiben, um Entzündungen oder andere Komplikationen frühzeitig zu erkennen und sie zu vermeiden. Am ersten Tag nach dem Eingriff wird meist mittels Röntgenaufnahme die korrekte Position der Elektrode überprüft. Weiterhin wählen Implantattragende die Art und Farbe ihres Sprachprozessors aus und vereinbaren den Erstaktivierungstermin. Ungefähr sieben Tage nach dem Eingriff werden die verbliebenen Fäden in die Haut gezogen, sodass der Wundbereich vollständig ausheilen kann.

Endlich hören: Der Sprachprozessor wird bei Erstanpassung aktiviert

Nach dem Eingriff dauert es noch einmal etwa 4–6 Wochen, bis sich endlich ein Hörerlebnis einstellen kann. Bei der Anpassung wird der Sprachprozessor aktiviert, ebenfalls bei einem erneuten stationären Aufenthalt. Innerhalb dieser Zeit wird der Prozessor auf die individuellen Hörempfindungen eingestellt und der Erfolg durch verschiedene Tests dokumentiert/überprüft.

Symbolbild Gehör

pixabay.com, 8385 (CC0 Creative Commons)

Hat das Cochlea-Implantat auch Nachteile?

Neben den vielen Vorzügen hat die Implantatlösung auch Nachteile. Zwar gehört der operative Eingriff zu den Routineoperationen behandelter Fachärzte, doch auch hier kann es Nebenwirkungen oder Risiken geben. Dazu zählen (vorübergehende) Gleichgewichtsstörungen oder ein Schwindelgefühl. Auch die (temporäre) Störung beim Geschmackssinn oder dessen Verlust können auftreten. Wenige Patienten reagieren sensibel auf das Implantatmaterial, sodass es zu Hautreizungen oder Wundheilungsstörungen kommen kann.

Auch im Alltag hat das Implantat Nachteile bzw. gibt es bei seiner Anwendung einiges zu beachten. Beim Sport oder Schlafen müssen es Tragende abnehmen. Die regelmäßige Pflege und fachkundige Wartung sind beim Implantat ebenfalls unerlässlich. Kommt es zu technischen Störungen, kann sich ein vorübergehender Hörverlust bzw. eine Einschränkung beim Hörvermögen breitmachen. Auch mit diesen plötzlichen Veränderungen der Hörgenussqualität müssen Tragende umgehen können.

Hinweis: Viele Betroffene haben Angst, sich durch das Implantat zu verschulden. Doch viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen einen (größeren) Eigenanteil und unterstützen ihre Mitglieder beim Wiedererlangen der Hörfähigkeiten. In einzelnen Fällen ist (bei hartnäckigen Verhandlungen) sogar eine vollständige Kostenübernahme denkbar.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift
Gesundheit

Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift

15. Oktober 2026

Ein Anatomie-Dozent stellt die Frage, die viele Lehrbücher ausblenden: Wann ist ein Referenzwert wirklich 'normal'? Am Beispiel der Körpertemperatur zeigt sich, warum der Einzelwert Millionen in die Irre führt.

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte
Gesundheit

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte

13. Oktober 2026

Ein Patient muss einen formellen Antrag stellen, um einen Fehler in seiner KI-generierten Krankenakte zu korrigieren. Der behandelnde Arzt hatte die Notiz zuvor genehmigt. Der Vorfall zeigt: Automatisierte…

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance
Gesundheit

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance

12. Oktober 2026

Empirische Studien belegen, dass die mentale Gesundheit politischer Entscheidungsträger keine Privatangelegenheit ist, sondern systemische Folgen für Regierungsführung und institutionelles Vertrauen hat. The…

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien
Gesundheit

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien

5. Oktober 2026

Aktuelle Forschung zeigt, dass Symptome und Behandlungserfolg bei pädiatrischer obstruktiver Schlafapnoe je nach Altersgruppe erheblich variieren. Bisherige Diagnostik orientiert sich zu oft an Erwachsenenkriterien.

← Zurück zu GesundheitZur Startseite