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Warum Jungs schlechter in der Schule sind - und was helfen könnte
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Lernen & Familie

Warum Jungs schlechter in der Schule sind - und was helfen könnte

Wie die jüngsten PISA-Tests zeigen, erreichen im Durchschnitt 14 Prozent der Jungs nicht einmal das Grundniveau in den drei Kategorien Lesen, Mathematik und Wissenschaft. Bei den Mädchen sind es nur neun Prozent. "Jugendliche Jungs sind zudem oft weniger engagiert in der Schule als Mädchen, zeigen schlechtere…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Lernen & Familie
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thinkstock.com, shironosov

Wie die jüngsten PISA-Tests zeigen, erreichen im Durchschnitt 14 Prozent der Jungs nicht einmal das Grundniveau in den drei Kategorien Lesen, Mathematik und Wissenschaft. Bei den Mädchen sind es nur neun Prozent. "Jugendliche Jungs sind zudem oft weniger engagiert in der Schule als Mädchen, zeigen schlechtere Leistungen und erreichen häufiger schlechtere Abschlüsse", heißt es im OECD-Bericht.  Demnach gibt es weltweit nur drei Regionen, in denen die Leistungen der männlichen Kinder die der weiblichen übertreffen: Kolumbien, Costa Rica und die indische Region Himachal Pradesh. Auch unter den Schulabbrechern sind heute mehr Junge als Mädchen.

Zu viel Computer, zu wenig Bücher

Aber woran liegt das? Erste Hinweise gibt auch hier der OECD-Report. Denn für ihn haben Forscher auch das Verhalten der Kinder in und nach der Schule untersucht. Und dabei zeigen sich deutliche Geschlechts-Unterschiede. So verbringen Jungs im Durchschnitt eine Stunde weniger pro Woche mit Hausaufgaben als Mädchen, was sich durchaus auf Lernerfolg und Leistungen auswirkt. Woran das liegt, wurde im OECD-Bericht nicht erfasst, es kann aber sein, dass sie sich einfach häufiger dieser unliebsamen Pflicht entziehen – oder aber, dass die Eltern ihre Söhne weniger konsequent dazu anhalten als ihre Töchter.

Und auch im Freizeitverhalten finden sich klare Unterschiede: Jungen verbringen mehr Zeit mit Computerspielen als Mädchen, dafür lesen sie erheblich weniger Bücher. Das aber hat ebenfalls klare Folgen, denn das Lesen und Leseverständnis gilt als Grundlage allen Lernens: Wenn ein Kind im Lesen nicht geübt ist, wird es ihm auch in anderen Fächern schwerfallen, auf diese Weise neue Informationen aufzunehmen.

Entfremdung und Rollenklischees

Doch es gibt noch zwei andere Faktoren, die vor allem Jungs im Lernen und den schulischen Leistungen zurückwerfen, wie Forscher der Universität Luxemburg vor kurzem herausfanden: Entfremdung und Rollenklischees. Dies trat bei Befragungen von 872 Kindern zwischen 13 und 14 Jahren zutage, die in Bern zur Schule gingen. Die Forscher ermittelten dabei die psychologische Einstellung der Kinder und setzten sie zu deren schulischen Leistungen in Beziehung.

Das Ergebnis: Viele Kinder berichteten von einem Gefühl der Entfremdung von der Schule - sie sahen nicht ein, wozu das Lernen gut sein soll und konnten nicht nachvollziehen, warum bestimmte Fächer und Aufgaben wichtig sind. Der entscheidende Unterschied aber: Obwohl die für gleichviele Jungen wie Mädchen galt, wirkte sich diese Haltung bei den Jungs negativer aus, ihre Leistungen litten mehr. Ähnliches berichtete auch der OECD-Bericht: "Bei Jungen ist es acht Prozent wahrscheinlicher als bei Mädchen, dass sie die Schule als Zeitverschwendung empfinden."

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