Warum uns Schnupfen vor allem bei Kälte trifft
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Warum uns Schnupfen vor allem bei Kälte trifft

Bild: Foto: LeFagnard, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ob Schnupfen, grippaler Infekt, Covid-19 oder die Influenza: Alljährlich in der kalten Jahreszeit häufen sich die Atemwegsinfektionen, Husten, Schnupfen und Heiserkeit haben Hochsaison. Lange führte man dies vor allem darauf zurück, dass das Ansteckungsrisiko in der kalten Jahreszeit einfach höher ist: Wir treffen uns weniger oft draußen, wo die frische Luft die Virenübertragung erschwert. Stattdessen halten wir uns drinnen auf und machen den Viren den Sprung von Mensch zu Mensch damit leichter.

Ob Schnupfen, grippaler Infekt, Covid-19 oder die Influenza: Alljährlich in der kalten Jahreszeit häufen sich die Atemwegsinfektionen, Husten, Schnupfen und Heiserkeit haben Hochsaison. Lange führte man dies vor allem darauf zurück, dass das Ansteckungsrisiko in der kalten Jahreszeit einfach höher ist: Wir treffen uns weniger oft draußen, wo die frische Luft die Virenübertragung erschwert. Stattdessen halten wir uns drinnen auf und machen den Viren den Sprung von Mensch zu Mensch damit leichter.

Doch das ist nicht alles: Schon vor einigen Jahren haben Forschende festgestellt, dass Krankheitserreger in unserer Nase oder im Hals besser Fuß fassen und sich vermehren können, wenn die Schleimhäute kalt sind. Dies hat aber nichts damit zu tun, dass sich die Erkältungsviren bei kühleren Temperaturen per se besser vermehren – eher im Gegenteil: Auch sie fühlen sich in der Wärme eigentlich wohler.

Wie die Nase sich gegen Erreger wehrt

Schuld am Erfolg der Erreger bei kaltem Wetter ist vielmehr unsere Immunabwehr – genauer gesagt die Abwehrmechanismen in unserer Nase. Denn normalerweise wehren die Schleimhäute von Nase und Rachen eindringende Krankheitserreger mit einer gleich doppelten Strategie ab: Sie produzieren eine schützende Schleimschicht, die Viren und Bakterien einschließt und wegtransportiert. Gleichzeitig erzeugen die Zellen im vorderen Teil unserer Nase Massen kleiner Sekretbläschen, sobald sie die Präsenz von Erregern detektieren.

Droht ein Angriff von krankmachenden Bakterien, füllen die Zellen diese Sekretblasen mit antibakteriellen Proteinen. Mithilfe dieser biochemischen Waffen versucht die Nasenschleimhaut dann, möglichst viele Keime unschädlich zu machen. Kommt die Gefahr dagegen von Viren wie dem Rhinovirus, RSV oder einem Coronavirus, wandelt die Nasenschleimhaut diese Abwehrstrategie ab, wie kürzlich ein Forschungsteam um Di Huang von der Northeastern University in den USA herausgefunden hat.

Mit Täuschkörpern gegen Viren

Wenn ein Erkältungsvirus in unsere Nase eindringt, detektieren spezielle Sensoren unserer Zellen, um was für einen Erreger es sich handelt. Dann beginnen die Zellen der Nasenschleimhaut mit der Massenproduktion maßgeschneiderter Sekretbläschen. Diese tragen auf ihrer Oberfläche genau die Rezeptoren, die die Erkältungsviren normalerweise zum Andocken an unsere Zellen nutzen.

Mit anderen Worten: Unsere Nase nutzt diese Vesikel als Ablenkungsmanöver. Ähnlich wie die von Militärflugzeugen genutzten Täuschkörper eine feindliche Rakete auf sich lenken, locken diese vermeintlichen Wirtszellen die Viren an. Die Krankheitserreger binden dann an die Rezeptoren auf den Sekretkügelchen und werden darauf hin von diesen eingeschlossen und unschädlich gemacht. "Je mehr solcher Täuschkörper unsere Nase produziert, desto mehr Viren können von ihnen eingefangen werden, bevor sie eine Chance haben, die Schleimhautzellen zu infizieren", erklärt Huang.

Kälte hemmt nasale Abwehr

An diesem Punkt kommt die Kälte ins Spiel: Wenn unsere Nase kalt wird und die Temperatur der Nasenschleimhaut um mehrere Grad absinkt, dann bremst dies die Abwehrreaktion der Schleimhautzellen. Sie erzeugen dann nicht einmal halb so viele "Täuschkörper" wie sonst und auch die Zahl der antiviralen Proteine auf der Oberfläche dieser Bläschen ist geringer. "Damit liefern unserer Ergebnisse eine mechanistische Erklärung dafür, warum es saisonale Schwankungen bei den Infektionen der oberen Atemwege gibt", sagt Huang.

Der Grund für die häufigen Erkältungen im Winter ist demnach nicht nur die leichtere Übertragung von Erkältungsviren, sondern auch der hemmende Effekt der Kälte auf die Abwehrstrategien unserer Nasenschleimhaut. "Die Frage ist nun: Wie können wir dieses natürliche Phänomen nutzen, um uns besser vor Erkältungen zu schützen?", fragt Mansoor Amiji von der Northeastern University. Mögliche Ansatzpunkte wären beispielsweise Nasensprays, die die Ausschüttung dieser antiviralen Vesikel anregen.

Warm halten und Zink einnehmen

Bis dahin bleibt für den Alltag nur: Nase warmhalten und vor einer Ansteckung schützen. Denn trotz aller Versuche ist es Wissenschaftlern bisher nicht gelungen, ein wirksames Mittel gegen den Schnupfen zu finden. Weil sich gerade die Rhinoviren sehr schnell verändern, ist es schwer, beispielsweise einen Impfstoff zu entwickeln. Auch andere vorbeugende Mittel haben es bisher nicht über das Versuchsstadium hinausgeschafft. Einzig die Einnahme von Zink kann eine Erkältung zumindest abmildern und abkürzen, wie Studien belegen.

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