Was tun in den Sommerferien mit Kindern in Coronazeiten
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Was tun in den Sommerferien mit Kindern in Coronazeiten

Bild: Foto: Massimilianogalardi, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sich auf die Sommerferien zu freuen, fiel dieses Jahr wohl schwerer denn je. Denn im Fokus stehen bei Vielen abgesagte Urlaubsreisen, kaum Kontakt zu Freunden oder Familie und ständig Sorge um eine mögliche zweite Pandemie-Welle. Während sich Kinder und Jugendliche auf unerwartete Maßnahmen, Homeschooling und soziale Distanz einstellen mussten, stiegen einige Eltern aufs Homeoffice um und waren so auch außerhalb der Ferien mit allen Kindern zu Hause. Was einerseits die Familie stärken kann, kann auf Dauer auch eine Belastung werden - akustisch wie auch sozial.

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Sich auf die Sommerferien zu freuen, fiel dieses Jahr wohl schwerer denn je. Denn im Fokus stehen bei Vielen abgesagte Urlaubsreisen, kaum Kontakt zu Freunden oder Familie und ständig Sorge um eine mögliche zweite Pandemie-Welle. Während sich Kinder und Jugendliche auf unerwartete Maßnahmen, Homeschooling und soziale Distanz einstellen mussten, stiegen einige Eltern aufs Homeoffice um und waren so auch außerhalb der Ferien mit allen Kindern zu Hause. Was einerseits die Familie stärken kann, kann auf Dauer auch eine Belastung werden - akustisch wie auch sozial.

Gerade dieses Jahr nehmen daher auch die Sommerferien eine ungewohnte Rolle ein. Was für den ein oder anderen angesichts der langen schul- und kitalosen Periode möglicherweise schon überflüssig erscheint, sollte nicht unterschätzt werden. Denn man darf nicht außer Acht lassen, dass Kinder insbesondere zu ungewohnten Situationen auch Pausen und Zeit für sich benötigen, wie der Pädagoge Jörg Siewert von der Universität Siegen erklärt. Kinder müssten die Chance bekommen abzuschalten, um das Erlebte zu verarbeiten. Wer glaubt, dass die Coronaferien eine Entlastung für die Kinder waren, liegt kläglich falsch.

Kindern Zeit lassen

Auch Erwachsene kennen das Bedürfnis einfach mal nichts zu tun. Was im Alltag häufig schwer umzusetzen ist, sollte in den Ferien umso bewusster praktiziert werden. Was aber heißt das konkret? Wie Siewert erklärt kann schon das Ausschlafen eine durchaus wichtige Möglichkeit sein, um neue Energie zu tanken. Kinder benötigen zudem die Freiheit, ihre Zeit auch mal selbst zu gestalten und den Stress loszulassen.

„Langeweile ist überhaupt nichts Schlechtes.“, betont der Pädagoge. Gerade Langeweile fördert Kreativität und Ablenkung von der Krise. Etwas Pause für den Kopf hilft den Kindern außerdem dabei, den Schullalltag hinter sich zu lassen. Gleichzeitig  können sich die für das Lernen wichtigen Bereiche im Gehirn regenerieren. Denn gerade das Homeschooling war nicht nur für viele Eltern eine erhöhte Anstrengung – auch für Schulkinder bedeutete dies oft Hausarbeiten und Lernen unter erschwerten Bedingungen.

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Manchmal ist weniger mehr

Aber ganz ohne Beschäftigung geht es natürlich auch nicht: Siewert betont, dass gegen Freizeitangebote durch die Eltern nichts einzuwenden sei, jedoch sollten diese stets verhandelbar bleiben und nicht zum Zwang werden. Was vielleicht ungewohnt klingt, kann gerade in den diesjährigen Sommerferien eine Entlastung darstellen: Bereits gemeinsame Aktivitäten im Haushalt wie kochen oder im Garten zu arbeiten, können den Jüngsten Freude bereiten. Warum nicht mal eine spielerische Herausforderung daraus machen, ein Beet zu gießen oder gemeinsam eine Pizza zu backen?

Der Pädagoge empfiehlt alle Aktivitäten, die für das Kind mit einem Erfolgserlebnis verbunden sind. Darunter zum Beispiel gemeinsames Spielen, auf Bäume klettern oder spazieren gehen. „Sehr aufs Kind [zu] achten“, hält Siewert für entscheidend. Erwachsene müssen dabei lernen auch mal einen Schritt zurückzutreten.

Wer sich schon den Kopf zerbrochen hat, welches Ferienprogramm dieses Jahr aufgestellt werden müsste, kann daher beruhigt sein: Statt für eine ständige Bespaßung zu sorgen, können sogar kleine Denkaufgaben oder leichter Lernstoff eine Alternative sein. Dabei sollten die Kinder nicht unter Druck gesetzt werden, denn es geht nicht darum das Feriengefühl zu zerstören. Vielmehr laute das Motto dieses Jahr „Weniger ist mehr!“. Kleine Aufgaben können möglicherweise eine Belohnung werden, indem das Kind dabei ein Erfolgsgefühl empfindet. Weder Eltern noch Kinder bräuchten sich Druck zu machen, sagt Siewert.

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Also gar nicht verreisen?

Wie sieht es aber nun mit dem Verreisen aus? Stressfrei ins Ausland zu reisen, scheint in diesem Jahr angesichts der Corona-Schutzmaßnahmen kaum möglich. Auch wenn es als Entspannung gilt, sich vom gewohnten Umfeld zu Hause zu entfernen, sollte dieses Jahr wohl damit gerechnet werden ein paar Wochen mehr als sonst in den eigenen vier Wänden zu verbringen.

Aber anstatt enttäuscht zu sein, können alternative Lösungen gesucht werden. Auch hierzulande gibt es Ferienangebote, bei denen man den nötigen Abstand trotzdem einhalten kann. Viele Freizeitparks und Zoos sind wieder offen und können von der Familie besucht werden – wenn auch teilweise mit Mundschutz. Auch Schwimmengehen oder ein Tagesausflug auf eine Burg oder zu einem Aussichtspunkt bringen Abwechselung in den Ferienalltag. Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt, kann auch ein entspannter Spielenachmittag zuhause ganz schön sein – für Eltern und auch für die Kinder.

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