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Wasser: ein universelles Heilmittel
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Gesundheit

Wasser: ein universelles Heilmittel

„Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück ...“ (Thales von Milet, um 625 - 547 v.Chr.)
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit

Quelle der Gesundheit

„Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück ...“ (Thales von Milet, um 625 - 547 v.Chr.)

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Vieles spricht dafür, dass Wasser unser Element ist. Unser Körper besteht zu zwei Dritteln aus dem chemischen Molekül H2O. Wasser hält die Zellen jung und bringt das Blut zum Fließen. Durch unser Gehirn strömen täglich 1400 Liter Wasser, durch unsere Nieren sogar 2000 Liter - ungefähr so viel wie zwölf gefüllte Badewannen.

Evolutionsgeschichtlich entwickelten sich die ersten lebenden Organismen im Wasser. Noch heute vollzieht jeder einzelne von uns diesen Weg von der Zelle zum Individuum nach: Bis zu unserer Geburt schwimmen wir neun Monate im mütterlichen Fruchtwasser.

Wasser: Kult und Kur

In allen Kulturen kannten die Menschen Wasserrituale. Ob die Schwimmwettkämpfe der Germanen, orientalische Bäder - Hammams - oder die Schwitzhütten indianischer Schamanen - meist sollte mit dem Körper auch die Seele reingewaschen werden. Einen wahren Wasserkult betrieben die Römer. Sie schwelgten Stunden in Badetempeln mit lauwarmen, kalten und heißen Becken und Dampfsaunen.

Seine Vielseitigkeit ist es, die Wasser zu einem solch universellen Heilmittel macht. Es wirkt von innen und von außen, als Dampf oder Eis; man kann damit Güsse, Bäder, Wickel, Waschungen usw. machen. Über 100 verschiedene Anwendungen überlieferte der Bad Wörishofener Pfarrer und Naturheiler Sebastian Kneipp, darunter auch das berühmte Wassertreten im Storchengang.

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Als 23jähriger kurierte sich Kneipp mit Flussbädern mitten im Winter von einer schweren Lungen-Tuberkulose. Täglich lief er durch Schneegestöber zur Donau und sprang bis zum Hals in das eisige Wasser. Hierauf rannte er ohne sich abzutrocknen nach Hause zurück. Nach kurzer Zeit war der angeblich Todkranke geheilt. Er erreichte das hohe Alter von 76 Jahren.

Von der Rosskur zur Wasser-Wellness

Kneipp gilt als Begründer der modernen Hydrotherapie. Doch bereits der Vater der Medizin, Hippokrates, empfahl Kuren mit Wasser. Ein halbes Jahrhundert vor Kneipp machte sich der schlesische Bauernsohn Vinzenz Prießnitz (1799-1851) als „Wasserdoktor“ einen Namen.

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Prießnitz’ Verfahren muten heute ziemlich derb an: Die Patienten in seiner Kaltwasserheilanstalt wurden um 4.00 Uhr morgens geweckt und zum Schwitzen in Wolldecken gewickelt. Zum Abkühlen wartete ein Bad in 6-8°C kaltem Quellwasser auf sie. Zum Frühstück gab es kalte Milch und Schwarzbrot.

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Solche radikalen Methoden entsprechen nicht mehr dem Geschmack der Zeit. Statt Rosskuren genießen wir heute lieber Wasser-Wellness; lassen uns in stimmungsvollen Erlebnisbädern oder luxuriösen Hotel-SPAs verwöhnen. SPA ist übrigens die Abkürzung des lateinischen Ausdrucks sanus per aquam - gesund durch Wasser.

Heilkräfte des Wassers

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Seine Heilkräfte verdankt das Wasser einer Reihe von Eigenschaften:

1. Thermische: Wasser kann den Körper aufwärmen oder abkühlen. Das erweitert die Blutgefäße oder zieht sie zusammen. Der Wechsel von kalten und warmen Reizen hält die Blutgefäße elastisch.

2. Mechanische: Wasser übt Reibung und Druck auf den Körper aus. Die Stärke lässt sich ganz individuell dosieren. Während ein Sprudelbad die Haut sanft streichelt, kann ein starker Wasserstrahl Körperteile durchkneten wie ein Masseur.

3. Chemische: Wasser hat eine besonders hohe Lösungsfähigkeit. Es kann heilsame Substanzen, Nährstoffe oder Salze transportieren. Auf seinem natürlichen Weg durch Gesteins- oder Erdschichten reichert sich Wasser mit Mineralien wie Calcium, Magnesium, Sulfat, oder Fluorid an.
Trinkwasser, das besonders viele gelöste Stoffe enthält (mindestens 1 Gramm pro Liter) und nachweislich Beschwerden lindert, heilt oder vorbeugt, darf sich Heilwasser nennen. Es wirkt je nach Art und Zusammensetzung der gelösten Stoffe. Orte, an denen Heilquellen sprudeln, wurden im Lauf der Geschichte meist zu Heilbädern.
Umgekehrt kann Wasser auch Schlacken und Ablagerungen auflösen und abtransportieren. Deshalb ist es wichtig, viel zu trinken - 1,5 bis 2 Liter Mineralwasser, ungesüßte Tees oder Fruchtsaftschorlen am Tag.

Die gesunden Eigenschaften des Wassers sind wissenschaftlich belegt und erforscht. Darüber hinaus fühlen wir uns dem feuchten Element auf geheimnisvolle Weise seelisch verbunden. Beim Rauschen des Meeres oder beim Plätschern einer Quelle entspannen wir uns automatisch. All dies zusammen macht Wasser zu einem wahren Jungbrunnen.

Monika Wittmann

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