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Weltkrebstag 2016: Können wir dem Krebs vorbeugen?
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Weltkrebstag 2016: Können wir dem Krebs vorbeugen?

Bösartige Tumore gibt es vermutlich schon so lange, wie es Menschen gibt. Skelettfunde zeigen, dass zumindest die alten Ägypter bereits an Krebs litten. Seither aber scheinen sich Tumorerkrankungen rasant auszubreiten. Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die häufigste Todesursache weltweit – gut acht…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Gesundheit

Bösartige Tumore gibt es vermutlich schon so lange, wie es Menschen gibt. Skelettfunde zeigen, dass zumindest die alten Ägypter bereits an Krebs litten. Seither aber scheinen sich Tumorerkrankungen rasant auszubreiten. Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die häufigste Todesursache weltweit – gut acht Millionen Menschen sterben jedes Jahr daran. Die häufigsten Krebsarten sind bei uns Lungenkrebs, Darmkrebs und bei Frauen Brustkrebs.

Rasante Zunahme

Aber warum haben Krebserkrankungen so stark zugenommen? Bisher haben selbst Forscher darauf nur zum Teil eine Antwort. Eine Rolle spielt, dass Menschen heute älter werden und viele Krebsarten in höherem Lebensalter zunehmen. Denn die Reparatur-Mechanismen, die Fehler bei der Zellvermehrung tilgen und entartete Zellen frühzeitig zerstören, werden mit steigendem Alter weniger effektiv.

Zum anderen begünstigen aber auch viele Aspekte der modernen Lebensweise die Entwicklung von Krebs. Genau hier liegt allerdings auch ein Problem: Während bestimmte Risikofaktoren sehr eindeutig und stark wirken – Beispiel Rauchen fördert Lungenkrebs – ist der Zusammenhang bei anderen weniger deutlich. So spielen Bewegung, Ernährung und Körpergewicht ebenfalls eine Rolle.

Artikelbild

thinkstock.com, ampols

Von Kanzerogenen umzingelt

Hinzu kommt: Angesichts der Fülle der möglicherweise krebserregenden Stoffe in unserer Umwelt scheinen wir heute kaum mehr eine Chance zu haben, ihnen auszuweichen oder uns zu schützen. Als potenziell krebserregend gelten beispielsweise Feinstaub, bestimmte Pestizide, hormonähnlich wirkende Umweltchemikalien, die unter anderem in Funktionskleidung oder in Kunststoffen enthalten sind. Auch Schimmelpilzgifte, zu viel Sonne oder bestimmte Konservierungsmittel können Krebs hervorrufen – um nur einige zu nennen.

Was also tun? Sollen wir uns einbunkern? Oder in unberührte Gegenden flüchten? Das ist zum einen kaum machbar, zum anderen wird es uns kaum helfen: Viele der von uns produzierten Umweltchemikalien sind längst auch in den entlegensten Gebieten der Erde angekommen. Es bringt daher gar nichts, sich Angst machen zu lassen und überall nur noch Gefahren zu sehen – zumal auch Stress nicht gerade gesundheitsfördernd ist.

Was ist sinnvoll und vor allem machbar?

Was also können wir tun, ohne gleich unser gesamtes Leben auf den Kopf stellen zu müssen? Nach Ansicht von Experten gibt es einige simple Maßnahmen, die unser persönliches Krebsrisiko zwar nicht völlig beseitigen, es aber deutlich senken können. Denn ein gesunder Lebenswandel, das belegen Studien, kann unserer Leben leicht um zehn Jahre verlängern.

Ganz oben auf der Liste steht das Rauchen: Wer regelmäßig zur Zigarette greift, der erhöht nicht nur sein Risiko für Lungenkrebs drastisch, auch andere Krebsarten werden durch die Giftstoffe im Tabakrauch gefördert. Und nicht nur das: Wer mit dem Rauchen aufhört, der senkt auch sein Risiko für Infektionen, Nierenschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der nächste Punkt ist das leidige Thema der Ernährung. Studien zeigen immer wieder, dass viele Ballaststoffe und frisches Gemüse und wenig rotes Fleisch und Fleischprodukte wie Wurst, Kassler oder Schinken sich günstig auf die Gesundheit auswirken. Versuchen Sie daher, mit zwei oder drei kleinen Portionen Fleisch pro Woche auszukommen und nach Möglichkeit auf Geflügel auszuweichen.

Ebenfalls positiv auf Ihr Krebsrisiko wirkt sich ausreichend Bewegung aus: Körperlich aktive Menschen erkranken nachweislich seltener an Tumoren des Dickdarms, der Brust und der Gebärmutterschleimhaut. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, möglichst 30 Minuten pro Tag moderat aktiv zu sein – ein strammer Fußmarsch oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren können da schon helfen.

Wenn es um die Sonne geht, ist die richtige Dosis gefragt: Natürlich benötigt unser Körper das Sonnenlicht, beispielsweise um das Knochenvitamin D zu bilden. Aber die UV-Strahlung schädigt Hautzellen und fördert so Hautkrebs. Daher gilt: Sonnenbaden nur in Maßen, kleine Kinder und Menschen mit heller Haut sollten nur mit ausreichend Schutz an die Sonne gehen. Solarien sind ganz tabu – jedenfalls wenn Sie ihr Hautkrebs-Risiko kleinhalten wollen.

Artikelbild

thinkstock.com, AndreyPopov

Krebs-Früherkennung: Das zahlt die Kasse

Je früher eine Krebserkrankung entdeckt und behandelt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung. Die Krebs-Früherkennungsuntersuchungen haben dieses Ziel: Tumore möglichst in frühen Stadien ihrer Entwicklung aufspüren. „Je früher Krebs erkannt wird, desto höher ist die Chance einer Heilung“, betont Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe.

Die Krankenkassen übernehmen deshalb die Kosten für die Früherkennung bei fünf Krebsarten: Den Hautkrebs-Check kann jeder ab 35 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Vorsorgeuntersuchungen auf Darmkrebs werden ab 50 Jahren übernommen – einmal im Jahr ein Test auf Blut im Stuhl, alle zehn Jahre eine Darmspiegelung.

Frauen sollten einmal im Jahr einen Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs machen lassen. Bei Frauen ab 50 Jahren übernehmen die Kassen alle zwei Jahre die Kosten für eine Mammografie zur Brustkrebs-Vorsorge. Männer über 45 Jahren haben Anspruch auf eine jährliche Früherkennung auf Prostatakrebs.

Mehr zur Krebsprävention und Früherkennung bei der Deutschen Krebshilfe.

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