Spaß am Spiel
Überall auf der Welt wird gespielt. Alle Völker der Geschichte hatten ihre Lieblingsspiele.
Zum Beispiel wurde im alten Ägypten mit kleinen Knochen gewürfelt.
Praktisch - denn statt die Reste vom Abendessen wegzuwerfen, machten die Ägypter daraus einen netten Zeitvertreib.
Aber nicht nur Menschen, sondern auch Tiere spielen. Sicher habt ihr schon mal kleinen Hunden zugesehen. Sie fangen sich, balgen und raufen miteinander. Und jeder Hund liebt es, Bälle oder Stöckchen zurückzubringen.
Warum spielen Lebewesen? Weils Spaß macht, na klar! Außerdem hält Bewegung fit. Und ganz nebenbei kann man beim Spielen eine Menge lernen.
Zum Toben braucht ihr nicht viel. Schnappt euch eine alte Blechdose, ein Stück Holz oder einen Stein - und es kann losgehen!
Himmel und Hölle
Fragt mal eure Großeltern, was sie früher am liebsten gespielt haben. Ein Spiel kennt ihr bestimmt: Himmel und Hölle, Hüpfekästchen, Hickeln, Hinkebock oder wie immer ihr dazu sagt.
Ihr benötigt dafür nur ein Stück Kreide oder einen spitzen Ast, einen Kieselstein oder einen Kronkorken.
Auf den Boden wird ein Spielfeld mit verschiedenen Kästchen gezeichnet oder geritzt. Dann wirft der erste Spieler den Stein in das erste Feld, springt von Feld zu Feld (außer dem, in dem der Stein liegt), hebt auf dem Rückweg den Stein wieder auf und hüpft zum Anfang zurück. Dann wirft er den Stein ins nächste Feld usw. Das geht so lange, bis er einen Fehler macht und der nächste ist an der Reihe.
Himmel und Hölle ist eines der ältesten Spiele, das wir kennen. Schon die Kinder im alten Rom hatten ihren Spaß daran. Bei Ausgrabungen auf dem antiken Forum in Rom wurde ein uraltes Hüpfmuster entdeckt.
Kinder rund um die ganze Welt spielen Hüpfekästchen. Es gibt eine Menge unterschiedliche Muster und Regeln: Mal ist das Spielfeld rechteckig, mal eine Schnecke, mal müssen die Spieler den Stein mit der Fußspitze ins nächste Feld schubsen, mal auf dem Knie balancieren, mal springen sie mit geschlossenen Augen.
Heilige Spiele
Eigentlich ist es gar nicht so wichtig, wer ein Spiel gewinnt. Hauptsache man hat Spaß zusammen. „Dabei sein ist alles“, heißt es bei der Olympiade.
Zwar sind Spitzensportler heute berühmte Stars. Doch früher war das anders. Die Wettkämpfer legten sich nicht für persönlichen Erfolg, sondern für die Ehre ihrer Götter ins Zeug:
- Die ersten Olympischen Spiele im antiken Griechenland waren dem Göttervater Zeus gewidmet. Der Name kommt vom Berg Olymp. Die Griechen glaubten, dass dort oben ihre Götter wohnten.
- Tlachtli hieß das heilige Ballspiel der Azteken. Die Azteken waren ein hochentwickeltes Indianervolk, das vor rund 500 Jahren in Mittelamerika lebte. Sie hatten sogar Gummibälle, die sie aus dem Saft von Kautschukbäumen herstellten.
Beim Tlachtli durfte der Ball nur mit Knien, Hüften, Bauch oder Po geprellt werden. Arme und Beine waren tabu. - Wenn bei den Ureinwohnern Kanadas jemand krank war, riefen sie mit einer Partie Lacrosse ihren Schöpfergott an. Eine lederbespannte Kugel stellte den Mond dar. Darauf schlugen die Spieler mit Holzstöcken.
Nach einem Match war oft der Medizinmann gefragt. Häufig holten sich die Spieler blutige Nasen oder Knochenbrüche.
Bumerang und Stelzen
Bestimmt wisst ihr, was ein Bumerang ist: Ein gekrümmtes Wurfholz, das immer wieder zum Werfer zurückkehrt. Der Bumerang ist das Lieblingsspielzeug der australischen Ureinwohner, der Aborigines.
Zum Jagen aber verwenden die Aborigines normale Wurfstöcke. Wie soll man auch mit einem Stock, der Kurven fliegt, Beute erlegen?
Die Maori in Neuseeland lieben Stelzen. So erzählen sie Geschichten von großen Kriegshelden, die auf Stelzen gingen, um ihre Spuren vor dem Feind zu verbergen. Sogar ihre Häuser bauen die Maori auf Stelzen. Das schützt vor wilden Tieren.
Maorikinder steigen gern auf knorrige Äste des Manukabaumes und machen Wettrennen oder Hindernisläufe.
Spielzeug aus Müll
Noch heute können sich viele Menschen in armen Ländern keine Spielsachen leisten. Sie spielen mit dem, was sie gerade haben.
Viele Kinder freuen sich riesig über ein Stück Seil. Damit können sie Seilspringen oder Tauziehen. Oder sie schlingen es um einen Ast und schaukeln darauf.
Für afrikanische Kinder sind alte Fahrradfelgen das Größte. Mit einem Stock treiben sie die Felgen wie Reifen vor sich her. Oft bauen sie Hindernisse aus Steinen.
Manche Kinder sind richtige Meister im Reifentreiben. Ihre Felge fällt selbst im Slalom nicht um. Versuchts doch auch einmal!



