Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Gesundheit/Artikel
Wie schädlich ist blaues Licht?
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Wie schädlich ist blaues Licht?

Als Licht bezeichnet man elektromagnetische Strahlung in einem bestimmten, für uns wahrnehmbaren Wellenlängenbereich. Unser Sehsystem reagiert auf Strahlung im Bereich vom kurzwelligen blauen Licht im Bereich von 380 Nanometer Wellenlänge bis zu längerwelligem rotem Licht mit 780 Nanometern. Strahlung mit noch…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

iStock.com, choness

Als Licht bezeichnet man elektromagnetische Strahlung in einem bestimmten, für uns wahrnehmbaren Wellenlängenbereich. Unser Sehsystem reagiert auf Strahlung im Bereich vom kurzwelligen blauen Licht im Bereich von 380 Nanometer Wellenlänge bis zu längerwelligem rotem Licht mit 780 Nanometern. Strahlung mit noch kürzeren Wellenlängen gehört zum ultravioletten Bereich, der längerwellige Bereich jenseits des roten Lichts ist die Infrarotstrahlung.

Warum wir heute mehr blauem Licht ausgesetzt sind

Natürliches blaues Licht umgibt uns den ganzen Tag, weil es Teil des von der Sonne abgestrahlten natürlichen Lichtspektrums ist. Das Problem jedoch: Vor der Erfindung der Glühbirne und anderer künstlicher Lichtquellen war das menschliche Auge diesem energieriechen Lichtanteil nur bei hellem Tageslicht ausgesetzt. Am Feuer und bei der Abenddämmerung dominierten dagegen warme, langwelligere Lichtanteile. An diesen Rhythmus – morgens und tagsüber blauer, abends und nachts rötlicher, ist auch unsere innere Uhr angepasst.

Mit der modernen Zivilisation und Technik hat sich das aber geändert. Heute umgibt uns immer mehr künstliches blaues Licht. Vor allem die modernen Leuchtmittel wie LEDs, Energiesparlampen und die Displays von Fernsehern, Tablets, Handy und Computer strahlen einen hohen Anteil blaues Licht ab – weit mehr als die klassische Glühbirne. Insgesamt sind wir dadurch über einen viel längeren Zeitraum als früher dem potenziell schädlichen blauem Licht ausgesetzt und dies auch abends und bis in die  Nacht hinein.

Was hat blaues Licht mit unserm Schlaf zu tun?

Ein Problem dabei: Gerade abends kann das blaue Licht unsere innere Uhr durcheinander bringen. Denn sie ist darauf geeicht, im Takt des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu arbeiten. Deshalb besitzen wir in den Augen, aber auch anderen Körpergeweben das lichtempfindliche Pigment Melanopsin. Dieses reagiert auf den Lichteinfall und gibt dann Signale an die innere Uhr und bestimmte Hormondrüsen weiter.

Unter dem Einfluss von bläulichem Licht bremst beispielswiese die Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Dieses sorgt normalerweise dafür, dass wir müde werden und signalisiert unserem Körper, dass sich die Schlafphase nähert. Doch nur knapp 40 Minuten einer normalen Glühbirne reichen abends bereits aus, um die Menge an ausgeschüttetem Schlafhormon auf die Hälfte zu drosseln. Moderne Leuchtdioden (LED) senden noch wesentlich mehr blaues Licht aus. Auch die Displays von Smartphones, Tablets und Notebooks, die besonders viel blaue Anteile in ihrem abgestrahlten Licht aufweisen, stören die Ausschüttung des Melatonins.

Als Folge können wir Probleme bekommen einzuschlafen – wir fühlen uns einfach nicht müde genug. Schlafmediziner empfehlen daher, solche Geräte nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen zu benutzen – wir sollten mindestens 30 bis 60 Minuten vorher das Tablet oder Smartphone zur Seite legen.

Kann blaues Licht schädlich sein?

Der bläuliche Anteil des Tageslichts oder einer künstlichen Beleuchtung ist der energiereichste, kurzwelligste Anteil des von uns wahrnehmbaren Lichts. Zwischen 380 und 400 Nanometer Wellenlänge geht er bereits in den UV-Bereich über. Und genau das weckt die Frage, wie blaues Licht auf unsere Augen wirkt und ob zu viel davon möglicherweise gesundheitsschädlich sein kann. Denn für ultraviolettes Licht ist erwiesen, dass es eine gesundheitsgefährdende und zellschädigende Wirkung haben kann. In welchem Maße blaues Licht schädlich für die Augen ist, wird jedoch noch diskutiert.

So machen einige Wissenschaftler de blauen Lichtanteil für Schäden auf zellularer Ebene an der Retina verantwortlich und sprechen von Blaulichtgefährdung (Blue Light Hazard). Einige von ihnen sind sogar der Überzeugung, dass sie einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) leistet. Die Idee dahinter: Das energiereiche Licht regt chemische und physikalische Reaktionen in den Netzhautzellen an, die auf lange Sicht – über viele Jahre hinweg – möglicherweise zur Schädigung der sensiblen Strukturen in der Retina führen.

Allerdings: Ob diese sogenannte photochemischen Effekte wirklich stark genug sind, um gesundheitlich bedeutende Schäden herbeizuführen, ist stark umstritten. Einerseits besitzt die Netzhaut natürliche Schutzmechanismen gegen die vom Licht verursachten Schädigungen, darunter bestimmte Pigmente, die die Strahlung absorbieren. Zum anderen ist noch völlig unklar, ob beispielsweise die Dosis der von Displays abgestrahlten blauen Lichts überhaupt ausreicht, um solche Effekte zu erzeugen. Studien zeigen bislang kein erhöhtes Schädigungsrisiko durch moderne Displays, solange diese die offiziellen Standards einhalten. Über mögliche Langzeitfolgen gibt es aber bislang nur sehr wenige wissenschaftliche Studien.

Artikelbild

thinkstock.com, sapozhnik

Kann und sollte man sich vor blauem Licht schützen?

Nach aktuellem Stand der Forschung scheint daher von Displays oder Innenraum-Beleuchtung jeglicher Art kein akutes Risiko einer Netzhautschädigung auszugehen. Weder LEDs noch Energiesparleuchten und auch nicht die intensive Nutzung digitaler Displays sind gefährlich für die Augengesundheit.

Anders ist dies draußen im direkten Sonnenlicht. Hier ist es wichtig, die Augen in jedem Fall vor der energiereichen UV-Strahlung zu schützen. Sonnenbrillen sollten diese Strahlung am besten bis einschließlich 400 Nanometer herausfiltern – damit werden auch die kurzwelligsten Blauanteile des Lichts mit erfasst. Wer sich zusätzlich vor blauem Licht schützen möchte, kann dies als Brillenträger sehr einfach tun. Denn es gibt Blaulichtfilter, die man beim Brillenkauf als Veredelung zusätzlich bestellen kann.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift
Gesundheit

Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift

15. Oktober 2026

Ein Anatomie-Dozent stellt die Frage, die viele Lehrbücher ausblenden: Wann ist ein Referenzwert wirklich 'normal'? Am Beispiel der Körpertemperatur zeigt sich, warum der Einzelwert Millionen in die Irre führt.

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte
Gesundheit

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte

13. Oktober 2026

Ein Patient muss einen formellen Antrag stellen, um einen Fehler in seiner KI-generierten Krankenakte zu korrigieren. Der behandelnde Arzt hatte die Notiz zuvor genehmigt. Der Vorfall zeigt: Automatisierte…

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance
Gesundheit

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance

12. Oktober 2026

Empirische Studien belegen, dass die mentale Gesundheit politischer Entscheidungsträger keine Privatangelegenheit ist, sondern systemische Folgen für Regierungsführung und institutionelles Vertrauen hat. The…

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien
Gesundheit

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien

5. Oktober 2026

Aktuelle Forschung zeigt, dass Symptome und Behandlungserfolg bei pädiatrischer obstruktiver Schlafapnoe je nach Altersgruppe erheblich variieren. Bisherige Diagnostik orientiert sich zu oft an Erwachsenenkriterien.

← Zurück zu GesundheitZur Startseite