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Wirbel um Wirbel
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Gesundheit

Wirbel um Wirbel

Der 15. März ist dem Gesunden Rücken gewidmet. Seinen Rücken gesund zu halten als bürotätiger Mensch, ist kein leichtes Unterfangen. Unsere Redakteurin Ute Becker hat sich mit dem langjährigen Physiotherapeuten Friedhelm Markwirth unterhalten.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Gesundheit

Ute Becker, wissen.de: Herr Markwirth, Sie massieren regelmäßig in unserer Firma alle zwei Wochen und Ihr Angebot wird sehr gut angenommen. Was sind die häufigsten Beschwerden, die Sie hier beobachten? 

Markwirth: Die häufigsten Beschwerden sind im Schulter und Nackenbereich zu finden, die oft bis in den unteren Rückenbereich gehen. Und unsere Muskulatur ist nun einmal eindeutig auf Bewegung ausgerichtet. Bei einer sitzenden Tätigkeit wird die Muskulatur nicht ausreichend ernährt. Sie ernährt sich nämlich durch Anspannung und Entspannung. Ist die Muskulatur angespannt, äußert sie sozusagen das Bedürfnis nach mehr Versorgung durch Sauerstoff. Dieser wird durch das Blut aber erst bei Entspannung angeliefert. So wird denke ich klar, dass nur durch Bewegung unsere Muskulatur ausreichend versorgt wird. Und nicht zu vergessen: Unsere Wirbelsäule ist als zentrales Bewegungsorgan auf eine starke Rückenmuskulatur angewiesen.

Die Bandscheiben werden durch eine Bürotätigkeit ebenfalls stark belastet. Denn beim Sitzen werden sie einem ständigen Druck ausgesetzt. Die Bandscheiben dienen sozusagen als Stoßdämpfer für unsere Wirbelsäule. Deshalb ist es wichtig, die Bandscheiben zu entlasten, in dem man sich - nachdem man sich ein wenig bewegt hat und damit den Stoffwechsel angeregt hat - für ein paar Minuten ganz flach auf den Rücken legt. Wichtig ist, dass Wirbelsäule, Bandscheiben und Muskulatur gut miteinander funktionieren.

Ute Becker, wissen.de: Ich selbst sitze den ganzen Tag am Schreibtisch. Was kann ich konkret tun, um meinen Rücken fit zu halten?

Markwirth: Machen Sie jeden Gang selber. Schauen Sie beispielsweise regelmäßig nach Post und holen Sie sich die Wasserflaschen aus der Küche nicht auf Vorrat, sondern laufen Sie lieber einmal mehr. Was früher einmal der Extragang zum Rauchen war, könnte doch der Gang zur Toilette werden. (Lacht). Und was nicht zu vernachlässigen ist: Bewegung tut auch der Konzentration gut. Durch Bewegung wird auch Ihr Gehirn wieder mit mehr Sauerstoff versorgt, die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu.

Eine schlecht ausgebildete Bauchmuskulatur ist übrigens auch ein häufiger Grund für Rückenbeschwerden. Denn die Bauchmuskeln dienen der Rückenmuskulatur als Gegenpart. Mein Tipp fürs Büro: Sie können Ihre Bauchmuskulatur ganz einfach auch auf dem Bürostuhl trainieren. Heben Sie das linke Bein ein wenig an und drücken Sie sanft und kontinuierlich mit der rechten Hand gegen das linke Knie und atmen Sie gleichmäßig weiter. Grundsätzlich gilt: Achten Sie darauf, dass Sie bei der Anstrengung ausatmen und bei der Entspannung einatmen. Die Anspannung sollten Sie zehn Sekunden halten, entspannen sollten Sie auch um die zehn Sekunden. Dann sollten Sie das rechte Bein ein wenig anheben und mit der linken Hand gegen das rechte Knie drücken. Die Diagonalität sollten Sie unbedingt beachten. Diese Übung können Sie ganz leicht auch beim Telefonieren machen.

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