Zehn gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören
Gesundheit

Zehn gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören

Bild: Foto: Nevit Dilmen (talk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sie sind die Klassiker unter den Gesundheitsfolgen des Rauchens: Lungenkrebs und Raucherhusten, fachsprachlich chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Immerhin jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs, etwa die Hälfte entwickelt eine COPD. Soweit so bekannt. Auch das Raucherbein – eine Verengung der Beingefäße bei Rauchern ist als klassische Folge des blauen Dunsts längst nichts Neues mehr. Aber Nikotin, Teer und Co haben noch weitaus mehr Folgen, die vielen Menschen nicht oder zumindest nur zum Teil bekannt ist. Hier die Top Ten der weniger bekannten Raucherfolgen.

Sie sind die Klassiker unter den Gesundheitsfolgen des Rauchens: Lungenkrebs und Raucherhusten, fachsprachlich chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Immerhin jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs, etwa die Hälfte entwickelt eine COPD. Soweit so bekannt. Auch das Raucherbein – eine Verengung der Beingefäße bei Rauchern ist als klassische Folge des blauen Dunsts längst nichts Neues mehr. Aber Nikotin, Teer und Co haben noch weitaus mehr Folgen, die vielen Menschen nicht oder zumindest nur zum Teil bekannt ist. Hier die Top Ten der weniger bekannten Raucherfolgen.

1. Rauchen macht unfruchtbar

Wer Kinder möchte, sollte mit dem Rauchen aufhören. Denn gleich mehrere Studien haben gezeigt, dass besonders das Nikotin im Tabak eine schädliche Wirkung auf die männlichen Spermien hat. Sie sind bei Rauchern weniger beweglich und auch ihre Außenhülle ist nicht so stabil wie bei Nichtrauchern. Auch das Erbgut und die Entwicklung der Spermien werden beeinträchtigt – DANN-Schäden wurden sogar bei Passivrauchern nachgewiesen. Im Extremfall kann das dazu führen, dass der Mann unfruchtbar wird.

2. Rauchen verändert das Gehirn – nachhaltig

Dass Zigaretten sich auf Lunge, Atemwege oder Haut auswirken, liegt nahe. Aber auch das Gehirn wird durch das Rauchen nachhaltig verändert. Zunächst scheinen die Wirkungen eher positiv: Das Nikotin wirkt im Gehirn sowohl stimulierend als auch beruhigend und kann kurzfristig die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Doch im Laufe der Zeit kommt es zur Gewöhnung: Die positiven Effekt werden schwächer und stattdessen treten bei Entzug typische Symptome wie Gereiztheit, Angst oder Unlust, aber auch Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen auf.

Aber das ist nicht alles: Wie bei anderen Süchten auch, wirkt das Rauchen auf das Belohnungszentrum unseres Denkorgans und verändert dort die Balance wichtiger Hirnbotenstoffe. Besonders betroffen ist davon der Botenstoff Glutamat, der auch für das Lernen eine wichtige Rolle spielt. Eine Studie ergab, dass sich die Zahl der Andockstellen für Glutamat im Gehirn von Rauchern um bis zu 30 Prozent verringert ist. Dies hielt auch bei Ex-Raucher weiter an, die schon seit 25 Wochen abstinent waren.

3. Passivrauch macht dick

Eigentlich gilt Rauchen eher als Schlankmacher – dick werden vor allem diejenigen, die damit aufhören. Doch für Menschen, die häufig den Rauch anderer einatmen müssen – die also passiv rauchen – kehrt sich dies um, wie Versuche an Mäusen kürzlich nahelegten. Demnach aktivieren bestimmte Inhaltsstoffe des Rauchs in der Lunge Moleküle, die ihrerseits den Insulinstoffwechsel stören. Als Folge gerät der Blutzuckerspiegel durcheinander. Das führt zu vermehrter Fetteinlagerung und möglicherweise sogar zu einem erhöhten Risiko für Diabetes.

4. Rauchen erhöht das Rheumarisiko

Schon wenige Zigaretten pro Tag erhöhen das Rheumarisiko um mehr als das Doppelte, wie kürzlich eine Studie zeigte. Je länger jemand raucht, desto höher ist das Risiko. Grund dafür sind Substanzen im Zigarettenrauch, die den Angriff des Immunsystems auf die eigenen Gewebe fördern. Und selbst nach dem Aufhören hält dieser negative Effekt noch über viele Jahre an. Da hilft nur: So früh wie möglich aufhören.

5. Rauchen fördert Parodontose

Raucher haben ein bis zu 15-fach erhöhtes Risiko für Zahnfleischentzündungen und Parodontose. Je mehr geraucht wird, desto lockerer sitzen mit der Zeit die Zähne. Schuld daran ist unter anderem das Nikotin: Weil es die Adern verengt, wird das Zahnfleisch bei Rauchern nicht mehr so gut durchblutet. Dadurch ist auch die Immunabwehr nicht so effektiv und Bakterien und Entzündungen werden schlechter bekämpft. Weil das Zahnfleisch bei Rauchern nicht so schnell blutet, fehlt zudem ein wichtiges Frühwarnzeichen. Zu allem Überfluss greift auch die Behandlung der Parodontose bei Rauchern schlechter und Implantate fallen leichter aus.

6. Passivrauchen macht Kinderadern alt

Für Eltern ein Grund mehr, um mit dem Rauchen aufzuhören: Kinder rauchender Eltern haben vorzeitig gealterte Gefäße – ihr Leben lang. Das belegt 2014 eine umfangreiche Langzeitstudie. Die Gefäßwände der betroffenen Kinder sind demnach sind dicker und steifer und erhöhen daher das Risiko für Herzinfarkt und Co. Hinzu kommt: Die Schäden durch das frühe Passivrauchen sind direkt und irreversibel, wie die Forscher feststellten. Noch im Erwachsenenalter waren die Blutgefäße der ehemaligen Raucherkinder physiologisch älter und kränker.

7. Rauchen fördert Infektionen und Nierenschäden

Nicht nur Krebs und Herzversagen: Wer raucht, erhöht sein Risiko auch bei Krankheiten, die als nicht typisch raucherbedingt gelten – darunter Infektionen oder Nierenversagen. So steigt die Gefahr für eine tödliche Infektion um das 2- bis 2,7-Fache, weil das Immunsystem weniger effektiv arbeitet. Solche nicht typischen Raucherkrankheiten sind immerhin für 17 Prozent der durch Tabak erhöhten Sterberate verantwortlich, wie US-Mediziner 2015 berichteten. Tröstlich aber: Wenn man mit dem Rauchen aufhört, nimmt auch das Risiko für diese Erkrankungen wieder ab.

8. Narkosen sind bei Rauchern schwieriger

Wer raucht oder häufig passiv dem Tabakrauch ausgesetzt ist, der reagiert schlechter auf Narkose- und Schmerzmittel: Anästhesisten benötigten in einer Studie 38 Prozent mehr des Betäubungsmittels Propofol bei Rauchern und immerhin noch 17 Prozent mehr bei Passivrauchern als bei nichtrauchenden Kontrollpatienten. Auch Schmerzmittel wirken bei Rauchern weniger gut, deren Dosis musste um rund ein Viertel erhöht werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

9. Rauchern schmeckt der Kaffee nicht mehr

Wer raucht, muss auch Einbußen in seinem Geschmackssinn hinnehmen. Denn Inhaltsstoffe im Tabakrauch verändern die Geschmacks-Sensoren für "Bitter" auf der Zunge, wie Forwsdher4 herausgefunden haben. Dadurch können Raucher bittere Aromen schlechter wahrnehmen. Das wirkt sich beispielsweise beim morgendlichen Kaffee aus: Er schmeckt flach und ihm fehlt der gewisse "Kick". Dummerweise scheint dieser Geschmacksverlust sogar dauerhaft zu sein: Die Rauchkomponenten blockieren auch nach dem Aufhören die Regeneration der Sensoren.

10. Rauchen macht Kinder arm

Der blaue Dunst schadet nicht nur der Gesundheit, er fördert auch die Kinderarmut, wie britische Forscher kürzlich feststellten. Allein in Großbritannien mindern die Kosten für Zigaretten bei rauchenden Eltern die Familieneinkünfte so stark, dass es ausreicht, um rund 400.000 Kinder offiziell in die Armut zu treiben. Kein Wunder: Wer am Tag eine Schachtel Zigaretten raucht, gibt pro Jahr mehr als 1.200 Euro aus. "Das Rauchen senkt die verfügbaren Mittel der Familie, um für ihre Kinder Nahrung, Kleidung und andere benötigte Dinge zu besorgen", erklärt Tessa Langley von der University of Nottingham.

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Gesundheitsreform 2026: Was sich für Patienten beim Zahnersatz verändert
Gesundheit

Gesundheitsreform 2026: Was sich für Patienten beim Zahnersatz verändert

29. Oktober 2026

Ab 2027 ändern sich die Festzuschüsse beim Zahnersatz: Der Anteil der gesetzlichen Krankenkassen sinkt von 60 auf 50 Prozent der Regelversorgung, auch die Bonusheft-Zuschüsse werden reduziert. Was Patienten zur…

Makrophagen-Signal TIMD4 hält chronische Darmentzündung am Laufen
Gesundheit

Makrophagen-Signal TIMD4 hält chronische Darmentzündung am Laufen

22. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie das Molekül TIMD4 in Makrophagen den AMPK-Signalweg aktiviert und dadurch Chemokin-Produktion unterdrückt. Ein Peptid-Nanopartikel könnte diese Effekte abschwächen.

Wissenswertes zum Thema: Oralchirurgie und Zahnimplantologie
Gesundheit

Wissenswertes zum Thema: Oralchirurgie und Zahnimplantologie

20. Oktober 2026

Oralchirurgie und Zahnimplantologie beschäftigen sich mit chirurgischen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich. Dieser Beitrag ordnet die Fachgebiete, erklärt den Ablauf einer Weisheitszahn-OP und zeigt, worauf bei der…

Gut versorgt von Anfang an: Nährstoffe bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Gesundheit

Gut versorgt von Anfang an: Nährstoffe bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

20. Oktober 2026

Viele Frauen beschäftigen sich erstmals intensiv mit ihrer Nährstoffversorgung, sobald ein Schwangerschaftstest positiv ausfällt. Dabei entscheidet sich ein wichtiger Teil der frühkindlichen Entwicklung in den ersten…

← Zurück zu GesundheitZur Startseite