Hören Sie bei Vorträgen oder Seminaren usw. zu, so haben Sie kaum Einfluss auf die Qualität des Vortrages. Sie haben aber die Möglichkeit, Ihr Zuhören aktiv zu gestalten, damit Sie viele Informationen behalten und für sich auswerten können. Aktives Zuhören heißt hierbei, das Gehörte sichern und verfügbar zu machen.
Vorbereitung
Wie beim Lesen beginnt das Zuhören bereits mit der Vorbereitung auf den Vortrag oder das Seminar. Sie sollten sich vorher
- mit dem Thema auseinander setzen,
- schon Fragen an das Thema und zu diesem Themenbereich formulieren und notieren, Skripte bzw. Unterlagen vorher besorgen und lesen bzw. in Erinnerung rufen,
- Grundbegriffe von Anfang an gründlich lernen und anzuwenden versuchen,
- vor der Veranstaltung evtl. einen kurzen Rückblick auf die letzte Veranstaltung machen,
- sich überlegen, an welchen Stellen Sie schon an eigenes Vorwissen anknüpfen können,
- falls Ihnen Literaturhinweise zum Themenbereich bekannt sind, diesen schon vor der Veranstaltung nachgehen und sich in das Thema einlesen.
Weiterhin können Sie schon darüber nachdenken, welches Ziel der Dozent bzw. die Dozentin verfolgen könnte und sich entsprechend darauf vorbereiten.
Je besser Sie sich auf das Thema vorbereiten, desto leichter fällt es Ihnen dann während der Veranstaltung, die Informationen, Ansichten usw. zu behalten, einzuordnen und auszuwerten.
Zuhören
Vor Beginn der Veranstaltung sollten Sie Ihren Sitzplatz so wählen, dass der/die Dozent/in und eventuelle Mediendarbietungen gut gesehen werden können.
Während der Veranstaltung versuchen Sie,
- mitzudenken, schlusszufolgern und das Gehörte mit eigenem Vorwissen zu verknüpfen,
- Zusammenhänge zu entwickeln,
- Beispiele, Anwendungen, Situationen und Anknüpfungspunkte zu suchen,
- Überblick und Zusammenfassungen zu formulieren,
- das Gehörte kritisch aufzunehmen,
- nicht gleich den Nachbarn zu fragen, sondern erst selbst nachzudenken und das Gehörte auf sich wirken zu lassen,
- konzentriert der Veranstaltung zu folgen und sich nicht ablenken zu lassen (Entspannung in der Caféteria und Arbeit im Hörsaal),
- interessante und wichtige Bemerkungen zu notieren,
- Zusammenfassungen zu notieren bzw. bei Skripten die wichtigsten Stellen anzustreichen.
Nachbereitung
Schon in der Veranstaltung sowie in der Nachbereitung sollten Sie Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und in Ihren Notizen deutlich machen.
Weiterhin sollten Sie Ihre Notizen daraufhin durchsehen, ob Sie alle Begriffe und Formulierungen verstanden haben und eventuell nacharbeiten und die Punkte, die schon während der Veranstaltung beachtet werden sollten, auch in der Nachbereitung noch einmal in Ruhe durchgehen.
Versuchen Sie, möglichst viel Ihrer Notizen mit eigenen Worten wiederzugeben. Das zeigt Ihnen, ob Sie alles verstanden haben und erleichtert das Behalten.
Legen Sie Ihre Notizen so ab, dass Sie diese bei eventuellen Prüfungsvorbereitungen und/oder beim Verfassen eigener Texte schnell wieder zur Hand haben.
Teste dein Wissen!
Fragen
1) Was bedeutet aktives Zuhören?
2) Warum sollten Sie sich auf die Veranstaltung vorbereiten?
3) Was sollten Sie bei der Auswahl des Sitzplatzes bedenken?
4) Welchen Sinn haben die Notizen?
Antworten
1) Aktives Zuhören bedeutet, das Gehörte zu sichern, auszuwerten und verfügbar zu machen.
2) Je besser Sie sich auf eine Veranstaltung vorbereiten, desto leichter ist das Zuhören und desto mehr bringt Ihnen das Zuhören.
3) Sie sollten sich so hinsetzen, dass Sie sowohl den Dozenten/die Dozentin als auch die Mediendarbietungen gut sehen können.
4) Die eigenen Notizen halten Wichtiges fest, besonders das Wiedergeben mit eigenen Worten zeigt an, ob alles verstanden wurde und erleichtert das Behalten.
Bibliografie
H. Knauf/F. Schmithals: Tutorenhandbuch, Neuwied 2000
R. Schräder-Naef: Rationeller Lernen lernen, Weinheim, Basel 1994



