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8. Leitung angebohrt - und es hat Zapp gemacht
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Technik & Mobilität

8. Leitung angebohrt - und es hat Zapp gemacht

Eigentlich sollten Stromunfälle ausbleiben, wenn Sie nicht gerade dort bohren, wo ein Kabel laut der so genannten Verlegevorschrift entlanglaufen darf – eigentlich. Die Tabuzonen – oder besser Installationszonen, wie sie nach dem Deutschen Institut für Normung (DIN) heißen – verlaufen in der Waagerechten 15 bis 30…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Technik & Mobilität

Haushaltsunfälle, die sich vermeiden lassen - hier sitzt die Gefahr

Artikelbild

Eigentlich sollten Stromunfälle ausbleiben, wenn Sie nicht gerade dort bohren, wo ein Kabel laut der so genannten Verlegevorschrift entlanglaufen darf – eigentlich. Die Tabuzonen – oder besser Installationszonen, wie sie nach dem Deutschen Institut für Normung (DIN) heißen – verlaufen in der Waagerechten 15 bis 30 Zentimeter über dem Boden und im gleichen Abstand unterhalb der Decke. In der Senkrechten sind es zehn bis 20 Zentimeter neben Ecken, Fenster- und Türöffnungen. Küchen oder generell Räume mit Arbeitsfläche verfügen noch über eine mittlere waagerechte Zone von ca. 0,90 bis 1,30 Meter Höhe.

Dennoch kommt es bei aller Berücksichtigung der Abstände vor, dass Bohrkopf auf Kupfer trifft, in der Folge die Maschine ihren Dienst versagt und es nach verbranntem Kabel riecht. Sei es, weil die Menschen, die die Leitungen verlegt haben, keine Elektriker waren oder weil es auch unter denen schwarze Schafe gibt.

Wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich einen Leitungssucher und tastet die entsprechende Stelle großzügig ab, bevor er den Bohrer ansetzt. Verlässliche Geräte gibt es ab etwa 60 Euro im Fachhandel, sie orten auch Wasser- und Gasrohre.

Vorsicht vor Kabelbrand

Haben Sie eine Leitung erwischt, teilt sich das in der Regel unmittelbar durch einen Kurzschluss mit, und die Sicherung springt heraus. Nun heißt es Arbeit: Hauptsicherung ausschalten - in alten Wohnungen die Schraubsicherungen herausdrehen -, mit Hammer und Meißel zu beiden Seiten der Bohrung eine gute Handbreit die Leitung freilegen und den Strang an der beschädigten Stelle kappen. Anschließend die Enden auseinanderziehen und dazwischen ein Loch für eine Verteilerbuchse schaffen. Hierfür eignet sich eine so genannte Bohrkrone, ein Aufsatz, der in etwa der Größe der Buchse entspricht – erspart endlose Anpassungsarbeiten.

Jetzt die Kabelenden in die Öffnungen der Buchse einfädeln, diese ins Loch versenken – das Sie vorher hoffentlich mit Gips ausgestrichen haben – und die Enden mittels Steckklemmen farblich passend wieder miteinander verbinden. Ist das geschehen, Deckel drauf, offene Stellen zuspachteln, fertig.

Achtung: Es empfiehlt sich auf jeden Fall, vorm Bohren einen Leitungssucher einzusetzen, denn nicht immer macht sich der Schaden sofort bemerkbar. Ist zum Beispiel der Schutzleiter getroffen – ein Kabel, das im Notfall die Stromversorgung unterbricht –, kann es beim nächsten Kurzschluss oder Fehler im System zum Kabel- und damit auch zum Wohnungsbrand kommen.

Keine Bohrmanöver unter Waschbecken

Auch Wasserleitungen lassen sich – zumindest in Neubauten – leicht verfolgen, da sie senkrecht über oder unterm Hahn verlaufen. In Altbauten hingegen muss das nicht so sein, hier heißt es auf Gott vertrauen oder ebenfalls den Leitungssucher einsetzen. Der nützt zwar nichts bei Abwasser- oder Fallrohren, die meist aus Keramik oder Kunststoff bestehen. Um hier größerem Schaden vorzubeugen, sollten Sie in jedem Fall auf Bohrmanöver unter Waschbecken oder in Kloschüsselnähe verzichten.

Einem Loch in einer herkömmlichen Wasserleitung aus Kupfer oder Zink lässt sich mit relativ geringem Arbeitsaufwand beikommen: Zunächst die Absperrarmatur zudrehen, damit kein Wasser mehr austritt. Falls keine solche vorhanden ist, müssen Sie den Haupthahn schließen – in vielen Altbauten erfordert das einen Gang in den Keller. Dann das Rohr an der beschädigten Stelle freilegen, säubern und blankschleifen. Nun mit Lötbrenner und Lot das Leck schließen. Drehen Sie, bevor Sie die Wand wieder verschließen, den Haupthahn auf und prüfen Sie, ob alles dicht ist. Ist das der Fall, überlegen Sie sich gut, wo Sie jetzt Ihr Loch bohren wollen.

Was noch so alles passieren kann - weitere Haushaltsunfälle aus unserer Reihe "Wenn im Haushalt der Funke überspringt".

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