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Achtung, Tropenzecke!
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Achtung, Tropenzecke!

Die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel locken zunehmend Exoten in unsere Breitengrade: Arten, die eigentlich in tropischen Gefilden heimisch sind, finden inzwischen in Europa und Deutschland geeignete Lebensbedingungen vor. Dies gilt auch für Blutsauger wie Zecken, die zum Beispiel von heimkehrenden…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Artikelbild

Daktaridudu / CC BY-SA 4.0

Die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel locken zunehmend Exoten in unsere Breitengrade: Arten, die eigentlich in tropischen Gefilden heimisch sind, finden inzwischen in Europa und Deutschland geeignete Lebensbedingungen vor. Dies gilt auch für Blutsauger wie Zecken, die zum Beispiel von heimkehrenden Zugvögeln eingeschleppt werden können – und dann womöglich dauerhaft bleiben.

Im vergangenen Jahr fanden Forscher erstmals einen bei uns bisher unbekannten Vertreter dieser Spinnentiere: die Tropenzecke Hyalomma. Die beiden Arten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes stammen ursprünglich aus Afrika, Asien und Südeuropa. "Der Klimawandel scheint es den Zecken aber zu erlauben, auch dauerhaft in Deutschland Fuß zu fassen", sagt die Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Artikelbild

Hennie Cuper / CC BY-NC 2.0

Exotische Erreger im Gepäck

Mit ihren gestreiften Beinen und der im Vergleich zum klassischen Holzbock riesenhaften Größe lassen sich die Neuankömmlinge leicht erkennen. Auch in ihrem Jagdverhalten unterscheiden sich diese Zecken deutlich von ihren mitteleuropäischen Verwandten: Anstatt versteckt auf Gräsern, Kräutern oder Büschen auf vorbeikommende Opfer zu warten, jagen Hyalomma-Zecken aktiv: "Sie erkennen Warmblütler auf Distanzen von bis zu zehn Metern und können sie über mehrere 100 Meter verfolgen", erklärt Mackenstedt.

Das Beunruhigende daran: Während die rund 20 bei uns etablierten Zeckenarten nur wenige Krankheiten übertragen, sieht das bei Tieren aus den Tropen anders aus. Tropische Zeckenarten gelten als Überträger einer ganzen Reihe von gefährlichen Krankheiten, die hierzulande normalerweise nicht vorkommen. So können Hyalomma-Zecken beispielsweise die Erreger des sogenannten Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers und einer Form des Zecken-Fleckfiebers übertragen.

Wie hoch ist das Risiko?

Tatsächlich haben Forscher auch in einigen bei uns gefundenen Exemplaren den Erreger eines tropischen Fleckfiebers nachgewiesen: das Bakterium Rickettsia aeschlimanni. Es verursacht eine durch juckende Ausschläge und Fieber gekennzeichnete Infektion, die bisher vor allem in Nordafrika verbreitet war und jüngst zudem im Mittelmeerraum aufgetaucht ist. Erreger der noch gefährlicheren hämorrhagischen Fieber wurden in Deutschland bisher dagegen in keiner Zecke entdeckt.

Wie weit sich die neuen Zecken bereits bei uns verbreitet haben und welche Gefahr von ihnen ausgeht, lässt sich im Moment nur schwer abschätzen. Deshalb bitten Forscher nun die Bevölkerung um Mithilfe: "Wir sind dankbar um jede eingesandte Hyalomma-Zecke, die wir im Labor erforschen können", sagt Mackenstedt.

Augen auf beim Pferdestriegeln

Vor allem Reiterinnen und Reiter sollten beim täglichen Pferdestriegeln aufmerksam sein. Denn die tropischen Blutsauger befallen besonders gerne große Säugetiere. Wer ein festgebissenes Exemplar entdeckt, entfernt es am besten wie auch europäische Zecken mithilfe einer Pinzette oder Zeckenkarte. In einem festverschlossenen Behälter können die Tiere dann für Forschungszwecke an die Universität Hohenheim geschickt werden.

Die Adresse lautet:

Universität Hohenheim
Prof. Dr. Ute Mackenstedt
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart

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