Algen – unsere unverzichtbaren Helfer
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Algen – unsere unverzichtbaren Helfer

Bild: Foto: GerritR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Algen gehören zu den ältesten pflanzlichen Organismen der Erde – und sie sind extrem vielseitig: Sie leben sowohl im Meer als auch in Seen und sogar Pfützen. Im Laufe ihrer Evolution haben sie sich an Salz- und Süßwasser angepasst und kommen sogar in Wüsten und im ewigen Eis vor. Dank schneller Evolution und einer großen Toleranzbreite sind die winzigen Einzeller in der Lage, sich selbst extremen Bedingungen erfolgreich anzupassen.

Algen gehören zu den ältesten pflanzlichen Organismen der Erde – und sie sind extrem vielseitig: Sie leben sowohl im Meer als auch in Seen und sogar Pfützen. Im Laufe ihrer Evolution haben sie sich an Salz- und Süßwasser angepasst und kommen sogar in Wüsten und im ewigen Eis vor. Dank schneller Evolution und einer großen Toleranzbreite sind die winzigen Einzeller in der Lage, sich selbst extremen Bedingungen erfolgreich anzupassen.

Algen sind überall

Auch unseren Alltag teilen wie mit vielen mikroskopisch kleinen Algen, ohne dass wir es bemerken. So bildet sich beispielsweise in Blumenvasen schon nach wenigen Tagen ein leicht grünlicher Überzug – er stammt von Algen. Mit dem Regen gelangen winzige Algen auch auf Dachziegel, Hausfassaden oder die Platten der Terrasse und bilden dort ihre grünlich schimmernden Beläge. Als Flechten leben sie in Symbiose mit Pilzen auf Bäumen oder alten Mauerwerk.

Obwohl Algen so weit verbreitet und enorm vielseitig sind, ist ihre Klassifizierung eine große Herausforderung für die Wissenschaft. Von den weltweit geschätzten 400.000 Algenarten sind bisher nur etwa 20 Prozent bekannt und lediglich 150 Arten werden derzeit kommerziell genutzt.

Wozu sind Algen überhaupt gut?

Ohne Algen sähe die Erde völlig anders aus und auch uns Menschen gäbe es wahrscheinlich nicht. Denn erst sie machten die Atmosphäre unseres Planeten für uns lebensfreundlich – indem sie Sauerstoff erzeugten und Kohlendioxid aufnahmen. Man geht davon aus, dass noch heute jedes zweite Sauerstoffmolekül in unserer Atmosphäre von Algen gebildet wird. Mithilfe ihrer Fotosynthese binden die Meeresalgen zudem das Treibhausgas CO2 und tragen so dazu bei, unser Klima stabil zu halten.

Eine weitere elementare Rolle spielen Algen in unserer Nahrungskette. Als sogenannte Primärproduzenten stehen sie an erster Stelle im marinen Nahrungsnetz. Die mikroskopisch kleinen Einzeller des Phytoplanktons liefern unzähligen Tieren wertvolle Nahrung. Weder tierisches Plankton, noch Krebse, Fische oder sogar die gewaltigen Blauwale würden ohne den kleinen Organismus existieren können.

Algen im Essen

Kaum ein anderes Naturprodukt ist so reich an Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Vitaminen wie die Algen. Kein Wunder: Die winzigen Organismen lagern oft Substanzen aus dem sie umgebenden Wasser ein und reichern sie dadurch in ihren Zellorganen an. Ein Kilogramm Algen sind in der Lage, die Wirkstoffe aus 100.000 Litern Meerwasser aufzunehmen.

Kein Wunder, dass Menschen vieler Kulturen schon früh Algen als Bestandteil ihres Speiseplans zu schätzen wussten. So gehören verschiedenen Sorten von blättrigen Algen in der japanischen Küche selbstverständlich dazu, beispielsweise als Einlage in Suppen als Salat oder als Hülle für das Sushi. Aber selbst Menschen, die die asiatische Küche und ihr exotisches Meeresgemüse meiden, haben schon mal wissend oder unwissend Algen zu sich genommen: Für uns unsichtbar sorgen Algen beispielsweise als Bindemittel und Stabilisatoren in Eiscreme, Pudding und Joghurt für Festigkeit.

Helfer in Kosmetik und Medizin

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Algen finden auch in der Kosmetikindustrie und sogar der Medizin Verwendung. Etwa 50 Algenarten kommen in Kosmetika aller Art bereits zum Einsatz. So hat unter anderem die Blaualge Spirulina platensis im Laufe der Evolution Inhaltsstoffe entwickelt, die sie gegen natürliche Feinde wie Pilze, Bakterien und Viren schützen. Gleichzeitig enthält sie wertvolle Mineralstoffe und Proteine, weshalb sie als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt und teilweise auch als Lebensmittelzusatz verwendet wird.

Die potenten Schutzmechanismen der Spirulina-Alge können auch der Haut zu Gute kommen. Als Bestandteil von Hautcremes soll die Alge entzündungshemmend wirken und allergische Ausschläge lindern helfen. Studien deuten zudem darauf hin, dass Inhaltsstoffe der Blaualge die Freisetzung des Allergie-Botenstoffs Histamin hemmen könnten.

Algen als Energielieferanten?

Die Energiewirtschaft hat das Potential von Algen ebenfalls bereits entdeckt. Werden Mikroalgen in Bioreaktoren mit Kohlendioxid, zum Beispiel aus Industrieabgasen, gefüttert, beschleunigt das ihr Wachstum und sie produzieren in ihren Zellen pflanzliche Öle und Fette. Diese energiereichen Verbindungen lassen sich über weitere Schritte in Biodiesel umwandeln. Forscher arbeiten daran, diese Fermentations-Methoden effektiver und wirtschaftlicher zu machen.

Zusätzlich eignen sich einige Grünalgen zur Gewinnung von Wasserstoff. Dies gelingt zum Beispiel, wenn man den Algen Schwefel vorenthält. Ohne Schwefel kommt die Fotosynthese zum Erliegen und es wird kein Sauerstoff mehr produziert, anaerobe Bedingungen entstehen. Die Alge schaltet auf Sparmodus und beginnt, energiereiche Reservestoffe zu verbrennen. Als Nebenprodukt fällt dabei Wasserstoff an.

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