Anerkennung von Abschlüssen im Ausland
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Anerkennung von Abschlüssen im Ausland

Bild: Foto: Y Sai Kumar, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Jedes Jahr wandern etwa 200.000 Menschen aus Deutschland aus. Und der Trend zur Emigration ist sogar größer geworden in den letzten Jahren. Das beliebteste Ziel für Auswanderer aus Deutschland ist die Schweiz, gefolgt von den USA, Österreich und Großbritannien. Viele Menschen planen einen Auslandsaufenthalt auch als Schritt auf der Karriereleiter, sie wollen in einer anderen Umgebung neue Erfahrungen sammeln. Doch für die Ausübung einiger Berufe muss erst ein langwieriger Anerkennungs-Prozess durchlaufen werden.

Jedes Jahr wandern etwa 200.000 Menschen aus Deutschland aus. Und der Trend zur Emigration ist sogar größer geworden in den letzten Jahren. Das beliebteste Ziel für Auswanderer aus Deutschland ist die Schweiz, gefolgt von den USA, Österreich und Großbritannien. Viele Menschen planen einen Auslandsaufenthalt auch als Schritt auf der Karriereleiter, sie wollen in einer anderen Umgebung neue Erfahrungen sammeln. Doch für die Ausübung einiger Berufe muss erst ein langwieriger Anerkennungs-Prozess durchlaufen werden.

Was bringt die Berufs-Anerkennung?

Die Behörden des jeweiligen Landes stehen bei der Bewilligung der Anträge meist vor einem Interessenkonflikt. Zum einen müssen sie einer „fairen Anerkennung“ gerecht werden und die Stärkung ihres Ausbildungs- und Wirtschaftssystems durch ausländische Arbeitskräfte im Blick haben. Beispielsweise das Pflegesystem in Großbritannien ist zu einem großen Teil auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, die unter anderem aus den Philippinen, Italien oder Spanien kommen.

Andererseits liegt es im Interesse des Landes, den eigenen Arbeitsmarkt zu schützen und die Qualität ihrer Berufsstandards zu wahren. "Im Ausland ausgebildetes Pflegepersonal ist oftmals nicht die Lösung für die Kliniken. Wir haben festgestellt, dass viele ausländische Pflegekräfte schlecht qualifiziert und damit nur sehr bedingt einsetzbar sind", erklärte der Arzt Keith McNeil gegenüber der "Ärzte Zeitung".

Wann genau ein Beruf anerkannt wird und unter welchen Vorrausetzungen, ist dabei sehr individuell. Fest steht jedoch, dass die Qualifikation mit den Standards des jeweiligen Landes vergleichbar sein muss. Entsprechende Richtlinien zu gegenseitigen Anerkennung der Berufsabschlüsse in der EU erleichtern das Arbeiten im europäischen Ausland, doch außerhalb der Europäischen Union gibt es oft Probleme beim Anerkennungsprozess. In Drittstaaten kommt es deutlich häufiger vor, dass Jobsuchende zusätzliche Qualifikationen erwerben oder Prüfungen ablegen müssen. Zum Beispiel in Australien oder Neuseeland ist es als ausländischer Allgemeinmediziner oder Facharzt notwendig, vor Berufsantritt eine zusätzliche, medizinische Prüfung zu bestehen.

Großbritannien ist nun Drittstaat

Dies trifft nun auch auf Auswanderer nach Großbritannien zu. Da die Britischen Inseln zu einem der beliebtesten Ziele für deutsche Emigranten zählen, traf der Brexit auch in diesem Bereich viele Menschen. Denn Deutschland hat nun für Großbritannien den Status einen Drittstaats, was die Anerkennung deutscher Berufsqualifikationen deutlich erschwert. Zuvor mussten, wie es in der EU üblich ist, beispielsweise für vorübergehende Dienstleistungen die Berufe nicht anerkannt werden.

Doch nach dem 01. Januar 2021 muss unabhängig von der geplanten Länge der Berufstätigkeit ein Anerkennungs-Antrag gestellt werden. Dieser wird außerdem nicht mehr nach EU-Richtlinien behandelt. Dadurch entstehen deutlich mehr Hürden für Menschen, die sich nach dem Brexit entscheiden, in Großbritannien zu arbeiten. Dies verschärft auch deutlich die Pflegekrise auf den Britischen Inseln: Viele europäische Arbeitskräfte haben sich seit dem Brexit abgewandt, da sie nun ein Visum benötigen, um in Großbritannien zu arbeiten.

Was muss anerkannt werden?

Ob beispielweise ein Hochschulabschluss anerkannt wird, kann bei einem Blick ins Modulhandbuch - einer von der Universität bereitgestellte Übersicht der im Studiengang belegten Fächer - leicht anhand der Studien- und Prüfungsleistung entschieden werden. Vor allem seit der 2002 in Kraft getretenen Bologna-Reform ist diese Anerkennung vereinfacht. Seit nun knapp zwanzig Jahren gibt es das einheitliche Bachelor- und Mastersystem in Deutschland und 47 weiteren Staaten, welches einen schnellen Vergleich von Studienabschlüssen aus unterschiedlichen Ländern ermöglicht.

Bei bestimmten Berufen wird es aber nochmal kniffliger. Einige Berufsbezeichnungen sind rechtlich geschützt und dürfen nur mit ganz bestimmten Qualifikationen, wie einem Staatsexamen ausgeübt werden. Hier muss dann im Ausland eine spezifische berufliche Anerkennung erfolgen. Beispielsweise wird bei einer Ärztin überprüft, ob sie wirklich alle drei medizinischen Staatsexamen bestanden hat und ob sie ihr Praktisches Jahr, in dem Medizinstudenten den Umgang mit Patienten lernen, erfolgreich absolviert hat. Nur so kann sichergestellt werden, dass sie ausreichend Expertise und Erfahrungen mitbringt um diesen wichtigen Beruf auszuüben. Auch Juristen, Architekten oder Lehrer gehören zu diesen speziellen Berufsgruppen.

Anerkennung nicht immer nötig

Für Berufe, die nicht reglementiert sind, ist eine berufliche Anerkennung zwar oft hilfreich, aber nicht verpflichtend, so dass man sich meist ohne Probleme direkt auf den jeweiligen Job bewerben kann. Zum Beispiel können Journalisten jederzeit im Ausland arbeiten, ohne von Behörden staatlich geprüft zu werden. Für die Ausübung dieses Jobs bedarf es zwar einiges an Talent und Erfahrung, doch von diesem Job hängen eben keine Diagnosen, Gebäudestatiken oder rechtliche Entscheidungen ab und er muss daher nicht extra anerkannt werden. Dazu gehören auch viele Ausbildungsberufe oder akademische Berufe, wie Mathematiker oder Chemiker.

Wie es um die Anerkennung des eigenen Berufs steht, kann oft in öffentlich zugänglichen Datenbanken nachgeschaut werden. Zwar ist die endgültige Entscheidung immer individuell, doch wer im europäischen Ausland arbeiten möchte kann hier schon mal überprüfen, wie es um den eigenen Beruf steht.

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