Biologische Invasion ...
Dass die spanische Wegschnecke nicht 2.000 und mehr Kilometer gen Norden kriechend zurücklegt, ist nachvollziehbar. Sie reist entspannter: als Jetsetter. Genauso wie Käfer, Schnecken, Heuschrecken und Co. Sie machen es sich nämlich mit Vorliebe im Urlaubsgepäck oder im Laderaum von Flugzeugen bequem. Die Globalisierung wirkt sich eben auch bei der Verbreitung von Tierarten aus.
In diesem Fall spricht man von einer biologischen Invasion: Fremde Arten verdrängen einheimische. Und damit bringen sie Unruhe in das ökologische Gleichgewicht und verändern Ökosysteme.
In Deutschland gibt es angeblich allein 400 Pflanzenarten, die ihren Ursprung in einer anderen Umgebung haben.
... oder Plage?
Anders ist der saisonale Anstieg einer Art zu bewerten. Bestimmte ökologische Voraussetzungen führen zu günstigen Bedingungen für ihre Vermehrung. Zum Beispiel mehr Nahrung. Oder ein wärmeres Klima. Im Extremfall führen beide Erscheinungen zu einer Plage.
Wenn die schwarzen Wolken aufziehen
Die Wanderheuschrecken gehören zu Afrika wie die Milchkuh zu Deutschland. Doch in den vergangenen Jahren hat es eine Veränderung gegeben: Die Heuschrecken in Afrika haben sich viel weiter von Nordwesten bis Südosten bewegt. Riesige Schwärme sind über Mali, Niger, den Senegal, Mauretanien, die Küsten von Libyen und Ägypten hergefallen.
Mit fatalen Folgen: Die Heuschrecken vernichten die Ernte. Hilflos sehen die Menschen zu, wie die Insekten ihre Lebensgrundlage vertilgen. Eine Hungersnot ist unabwendbar.
Die Welternährungsorganisation FAO hat aufgrund dieser Entwicklung ein Informationssystem eingerichtet, an das betroffene Länder berichten. Darin sind unterschiedliche Grade von Heuschreckenbefall definiert, so dass Notsituationen schneller als solche erkannt und entsprechende Maßnahmen getroffen werden können. Der Aufbau einer Nahrungsreserve wäre in diesem Fall eine Möglichkeit, Hungersnöten vorzubeugen.
Grundsätzlich gilt: Regen liefert Heuschrecken beste klimatische Bedingungen für die Entwicklung der Folgegeneration. Ein strenger Winter dagegen würde den Nachwuchs töten. Weniger Heuschrecken wären die Folge.
Vorsicht Algenalarm
Was für Ostsee-Urlauber der Supergau ist, stellt in heißen Sommern ökologisch gesehen eine ernste Bedrohung für die Meerestierwelt dar: die Algenpest. Die hohe Sonneneinstrahlung und anhaltende Hitze führen zu einem explosionsartigen Anstieg bei den giftigen Blaualgen. Strömung und Wind fügen die Algen zu unübersehbaren Teppichen zusammen. Das Meer kann dieser Entwicklung nichts entgegensetzen, denn es ist durch die in der Landwirtschaft verwendeten Düngemittel überdüngt. Das Ökosystem bricht zusammen.
Auf dem Meeresgrund erfolgt schließlich der Abbau der verblühten Blaualgen. Dafür wird sehr viel Sauerstoff benötigt. Dieser wird nicht wieder vollständig ersetzt, da kaum ausreichend sauerstoffhaltiges Wasser einfließt. Das Gift bleibt erhalten.
Die ökologische Folge: Fische, Krebse, Muscheln und die Meeresbewohner, die am Ende der Nahrungskette stehen, sterben.
Bohrender Schädling
Er bevorzugt vor allem kranke oder geschädigte Bäume für sein vernichtendes Werk: der Borkenkäfer. Aber auch gesunde Bäume mag er – mit Vorliebe Fichten. Angelockt von Duftstoffen bohren sich die Käfer ins Holz, paaren sich und legen ihre Eier ab. Die Insektenlarven ernähren sich von den Saft führenden Schichten in der Rinde. Da diese Schichten für das Überleben des Baumes notwendig sind, führt der Befall meistens zum Baumtod.
In extrem heißen Sommern findet der Borkenkäfer ideale Lebensbedingungen vor: Fichten haben flache Wurzeln, trocknen aus, können keine natürliche Abwehr in Form von Harzen gegen den Käfer bilden. Sie sind geschwächt und somit ein leichtes Spiel für das Krabbeltier. Um ein weiteres Ausbreiten zu vermeiden, hilft nur noch die Kettensäge.
Für die Umwelt sind Borkentierplagen verheerend, da der Wald den Treibhauseffekt durch seine Kohlenstoff bindende Wirkung entschärft.

