Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die indigene Bevölkerung Australiens vor der Invasion 1788 mehr als 2 Millionen Menschen umfasste – deutlich höher als bisherige Schätzungen von 300.000 bis 1 Million. Innerhalb von etwa 70 Jahren nach der Ankunft europäischer Siedler starben rund 90 Prozent dieser Bevölkerung.
Die Forschenden nutzen neue demographische Modellierungsansätze, die von früheren Arbeiten abweichen. Nach ihrer Einschätzung unterschätzten frühere Schätzungen die tatsächliche Tragweite des demografischen Zusammenbruchs erheblich – eine Verdreifachung der oberen Grenze bisheriger Annahmen.
Als Hauptursachen für den massiven Bevölkerungsrückgang nennt die Studie: eingeschleppte Krankheiten, gegen die Indigene keine Immunität besaßen; direkte Gewalt durch Siedler und koloniale Behörden; sowie Verlust von Lebensgrundlagen durch Vertreibung und Zerstörung traditioneller Wirtschaftsformen. Die genaue Verteilung der Todesursachen wird in der Studie nicht quantifiziert.
Die Studie beschreibt den Vorgang als eine der schlimmsten demografischen Katastrophen der Geschichte. Die Forschungsergebnisse haben Bedeutung für das Verständnis der heutigen sozialen und kulturellen Situation der Aborigines und Torres-Strait-Insulaner in Australien.




