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Auto: Welche Fahrradträger sind am besten
Bildquelle nicht angegeben
Technik & Mobilität

Auto: Welche Fahrradträger sind am besten

Wer die heimischen Fahrräder huckepack mit dem Auto in den Urlaub nehmen will, steht vor der Qual der Wahl, allerdings sind auch nicht alle Möglichkeiten immer praktikabel. Wenn man beispielsweise keine Anhängerkupplung hat, muss man die Räder aufs Dach schnallen. Wer noch eine Dachbox mitnehmen möchte, kann auf an…
Veröffentlicht
28. Juli 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Technik & Mobilität
Symbolbild Fahrradtransport per Automobil

SolStock, GettyImages

Wer die heimischen Fahrräder huckepack mit dem Auto in den Urlaub nehmen will, steht vor der Qual der Wahl, allerdings sind auch nicht alle Möglichkeiten immer praktikabel. Wenn man beispielsweise keine Anhängerkupplung hat, muss man die Räder aufs Dach schnallen. Wer noch eine Dachbox mitnehmen möchte, kann auf an der Heckklappe montierte Fahrradträger ausweichen. Wenn die Räder dann aber die Rücklichter oder das Kennzeichen verdecken, dürfen sie nicht am Kofferraum montiert werden. So bringt jede Befestigungsmöglichkeit seine Probleme mit sich.

Zwei E-Bikes auf Tiguan als Standardmodell

Der ADAC hat es sich zum Ziel gesetzt, die Frage nach dem besten Ort für die Fahrräder nun endgültig beantworten. Dafür haben Mitarbeiter die verschiedenen Systeme auf Handhabung, Transportsicherheit und Mehrverbrauch getestet. Um die Sicherheit der Fahrradträger bei einem Unfall zu testen, führten sie jeweils einen Crashtest durch und untersuchten das Verhalten der Last bei Vollbremsung und Ausweichmanövern.

Zusätzlich bewerteten die Tester die Handhabung beim Montieren und Beladen der Trägersysteme und den Mehrverbrauch an Sprit, der durch die jeweiligen Fahrradträger entsteht. Als Versuchsobjekte kamen zwei handelsübliche E-Bikes zum Einsatz, die bei einem VW Tiguan auf die Anhängerkupplung, die Heckklappe oder das Dach geschnallt wurden.

Fahrradträgersystem für die Anhängerkupplung

ADAC/Ralph Wagner

Testsieger: Anhängerkupplung

Nach ausgiebigen Untersuchungen stand der Sieger fest: In allen Kategorien konnte sich die Fahrradhalterung für die Anhängerkupplung gegenüber der Konkurrenz durchsetzen. So zeigte das System nur minimale Auffälligkeiten bei den Fahrmanövern und sorgte bei 130 Stundenkilometern nur für einen Mehrverbrauch von sechs Prozent.

Außerdem war es am einfachsten zu handhaben. Dazu gehörte beispielsweise, dass der Fahrradträger selbst von vornerein komplett zusammengebaut und sofort einsatzbereit war. Außerdem konnte er von einer einzelnen Person am Fahrzeug befestigt werden, am meisten Gewicht tragen und durch die integrierte Kippfunktion blieb auch der Kofferraum frei zugänglich.

Dachträger für Fahrräder

Auf dem Dach geht’s auch

Auf Platz zwei des ADAC-Tests landete der Dachträger. Als vorteilhaft sahen die Tester an, dass das System auch von Laien gut zusammenzubauen ist und die beiden Querträger in der Regel schnell auf dem Fahrzeugdach montiert werden können. Für das Be- und Entladen der Räder sind jedoch zwingend zwei Personen notwendig, vor allem wenn sie auf einem hohen Fahrzeug, wie einem SUV, montiert werden sollen.

Im Crashtest konnte der Dachträger allerdings nicht überzeugen: Das Aluminium des Querträgers konnte der Kraft nicht standhalten und die Räder stürzten vom Fahrzeugdach. Im Test wurde das System allerdings mit einer etwa zehnprozentigen Überlastung getestet. Das hängt damit zusammen, dass Dachträger häufig nur etwa 20 Kilogramm Gewicht aufnehmen können, was besonders von älteren E-Bikes schnell ausgereizt wird – ein weiterer Nachteil der Befestigungsart.

Dadurch, dass die Räder auf dem Fahrzeug direkt im Wind stehen, steigt auch der Verbrauch mit einem Dachträger erheblich an. Im Test steigerte sich dieser bei eine Fahrtempo von 130 Stundenkilometern um bis zu 34 Prozent. Zusätzlich gibt der ADAC zu bedenken, dass man die veränderte Höhe des Fahrzeugs nicht vergessen sollte. Unterführungen oder Tiefgaragen können sonst schnell für böse Überraschungen sorgen.

Crashtest mit Heckträgersystem

Bronze für die Heckklappe

Das Schlusslicht des Vergleichs bildet die Heckklappen-Montage. Als besonders großes Manko sah der ADAC den Aufbau des Systems. Einerseits gibt es für verschiedene Auto-Modelle verschiedene Systeme, die auf die jeweilige Heckklappe angepasst werden müssen. Andererseits ist die Erstmontage teilweise so komplex, dass sie nur vom Fachhändler durchgeführt werden kann.

Zusätzlich schnitt das System auch beim Crashtest nicht gut ab. Hier hakte sich die Halterung aus, beschädigte die Heckklappe und fiel anschließend nach hinten. Dabei schlugen die Räder auf dem Boden auf, was besonders bei teureren E-Bikes hohe Kosten verursachen kann. Auch die Sprit-Bilanz sah im ADAC-Test nicht gut aus: 44 Prozent Mehrverbrauch bei 130 km/h spiegeln sich auch deutlich im Geldbeutel wider.

Immer das Gesamtgewicht beachten

Neben den Tipps für die richtige Befestigungswahl weist der ADAC zum Abschluss seines Tests noch auf allgemeine Dinge hin, die man bei der Benutzung eines Fahrradträgers beachten sollte. So spielt unter anderem auch das maximal zulässige Gesamtgewicht und die Achslast des Fahrzeugs bei der Urlaubsplanung eine Rolle. Bei voll bepacktem Kofferraum und E-Bike auf dem Dach könnten diese bereits überschritten werden, was zu einem erhöhten Unfallrisiko oder Schäden am Auto führen kann. Außerdem empfiehlt der Automobilclub dringend, sich an die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h mit externem Trägersystem zu halten – auch zum Schutz der Fahrräder.

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