

Schichterosion bewirkt einen allmählichen, flächenhaften Abtrag durch das Zusammenwirken von Regentropfenaufprall (Spritzerosion) und Oberflächenabfluss. Rillenerosion erfolgt durch fließendes Wasser in Mikrovertiefungen, die sich bei fortwährender Abspülung zu größeren Rinnen und Furchen ausweiten. Im Extremfall entstehen regelrechte Erosionsschluchten, die Gullys. Während sandige Böden das Niederschlagswasser gut versickern lassen und somit gegenüber der Wassererosion vergleichsweise unempfindlich sind, können sie sich dem Angriff des Windes wesentlich schlechter widersetzen. Feinere Korngrößen wie Ton und Schluff haften besser aneinander und werden somit weniger stark vom Wind ergriffen. Vor allem in Norddeutschland mit seinen sandigen Böden spielt die Winderosion eine bedeutende Rolle.

Regenfälle führen zur Bodenerosion, wenn das Wasser bei starken Niederschlägen nicht mehr im Boden versickern kann, sondern oberflächlich abfließt. Ein Nieselregen oder ein Landregen mit vergleichsweise kleinen Tropfen richtet am Boden keinen Schaden an. Das Wasser befeuchtet den Boden langsam, um dann vollständig zu versickern. Bei einem Platzregen hingegen zerschlagen die großen Wassertropfen die Bodenstruktur an der Oberfläche; die Bodenpartikel, die zuvor noch Aggregate bildeten, werden hochgeschleudert und vom Wasser verspült. Diese Vorgänge bewirken die Verschlämmung des Bodens, was zur Folge hat, dass das Wasser noch schlechter versickern kann. Die Bodenerosion setzt schon bei einem Prozent Hangneigung ein. Je steiler ein Hang, desto größer wird die Abtragung. Am anfälligsten für Erosion sind unsere fruchtbarsten Böden, die Lößböden, da sie überwiegend aus Schluff bestehen. Nach und nach verschwindet durch Bodenerosion die Ernährungsgrundlage der Menschen. Und um neuen, nährstoffreichen Boden zu bilden, bedarf es je nach Umweltbedingungen und dem Gestein, aus dem er entsteht, bis zu mehreren tausend Jahren.




