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Chinas Weltraumprogramm: Mehr als nur ehrgeizigen Pläne?
Bildquelle nicht angegeben
Technik & Mobilität

Chinas Weltraumprogramm: Mehr als nur ehrgeizigen Pläne?

2018 könnte ein geschäftiges Jahr für das chinesische Raumfahrtprogramm werden. Insgesamt sind 40 Raketenstarts geplant, doppelt so viele, wie es im Jahr zuvor gen Himmel schafften. Das Highlight des Jahres wird aber zweifellos die Chang'e 4 Mission sein, Chinas zweite "sanfte Landung" auf dem Mond. Die Sonde soll…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Technik & Mobilität
Artikelbild

DLR / CC BY 3.0 de

2018 – Landung auf der dunklen Seite des Mondes

2018 könnte ein geschäftiges Jahr für das chinesische Raumfahrtprogramm werden. Insgesamt sind 40 Raketenstarts geplant, doppelt so viele, wie es im Jahr zuvor gen Himmel schafften. Das Highlight des Jahres wird aber zweifellos die Chang'e 4 Mission sein, Chinas zweite "sanfte Landung" auf dem Mond. Die Sonde soll im Herbst 2018 einen Mond-Rover aussetzen, der hauptsächlich das Gestein und Erdreich des Erdtrabanten untersuchen wird.

Das Besondere: Chang'e 4 würde auf der Rückseite des Mondes landen – eine Premiere. Denn dort hat noch nie eine Sonde aufgesetzt und diese Hemisphäre des Erdtrabanten ist nur wenig erkundet. Der Grund: Auf seiner Erdumlaufbahn kehrt der Mond uns immer die gleiche Seite zu. Seine Rückseite ist dadurch von der Erde aus nie zu sehen und gilt deswegen auch als "dunkle Seite des Mondes". Dort zu landen dürfte aufgrund der schlechten Kommunikation schwierig sein, Experten erscheint es aber als durchaus machbar.

Die Ergebnisse von Chang'e 4 sollen den Grundpfeiler für künftige bemannte Mondmissionen Chinas bilden. Wann jedoch erste Taikonauten ihre Fußspuren dort hinterlassen werden, ist aber noch unklar. Trotzdem gehen die Pläne der chinesischen Raumfahrtbehörde noch weiter. Zusammen mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA planen die Chinesen ein "Monddorf" zu bauen - einen Außenposten, von dem Marsmissionen starten oder Tourismus und Bergbau betrieben werden könnten.

"Die Chinesen haben bereits ein sehr ambitioniertes Mondprogramm parat", sagt Pal Hvistendahl von der ESA. "Der Weltraum hat sich verändert seit den Wettläufen in den 1960-er Jahren. Um den Weltraum für friedliche Zwecke zu nutzen, brauchen wir internationale Zusammenarbeit."

Artikelbild

Chinese Academy of Sciences / China National Space Administration / The Science and Application Center for Moon and Deepspace Exploration / Emily Lakdawalla (Stitching)

2020 – Erster Flug zum Mars

Schon lange ist der Mars, unser Nachbarplanet, das Sehnsuchtsziel von Wissenschaftlern und Science-Fiction-Fans. Gibt es dort außerirdisches Leben? Könnten bald erste Siedler über den Mars wandern? Auch China scheint sich diese Fragen zu stellen. Im Juli oder August 2020 will es seine erste Marsmission starten, bestehend aus einer unbemannten Raumsonde und einem Fahrzeug.

"Die Entwicklung des Mars-Rovers geht relativ reibungslos voran, wenn man die vielen Schwierigkeiten bedenkt", sagt Zhang Rongqiao, Chefentwickler der Marsmission. Der Rover soll Oberfläche und Atmosphäre untersuchen, chemische Analysen des Erdbodens durchführen und nach Bausteinen des Lebens suchen.

Ein paar Jahre später will die chinesische Weltraumbehörde auch erste Proben vom Roten Planeten zurück auf die Erde bringen. Zwischen 2040 und 2060 ist sogar eine bemannte Mission geplant. Beide Vorhaben liegen jedoch noch in weiter Ferne und Details sind nicht bekannt.

2022 – Eine permanente Raumstation

Chinas Ziele liegen aber nicht nur auf anderen Himmelskörpern, auch in unmittelbarer Nähe zur Erde haben sie viel vor. So wollten sie eigentlich bereits 2007 bei der Internationalen Raumstation ISS einsteigen. Die USA verweigerten ihnen jedoch die Teilnahme - aus Gründen der nationalen Sicherheit. Vorher schon hatten die Chinesen aber ihr eigenes Programm ins Leben gerufen. Chinas erste Station, die Tiangong-1, sorgte für großes Aufsehen, als sie im April 2018 in den Pazifischen Ozean stürzte. Aktuell umkreist die Tiangong-2 die Erde. Die vier mal zehn Meter große Kapsel bietet jedoch nur zwei Taikonauten für höchstens 30 Tage Platz.

Bis 2022 soll eine neue chinesische Station aus mehreren Modulen – ähnlich der russischen Mir – im Orbit kreisen. Sie soll dann den dauerhaften Aufenthalt von drei Taikonauten an Bord erlauben. Die künftige Versorgungskapsel befindet sich bereits in Erdumlaufbahn, das Kernmodul, Tianhe-1 genannt, soll 2019 folgen. Wenn die ISS wie bisher geplant im Jahr 2028 in den Ruhestand geht, könnte die chinesische Station das einzige noch operierende Weltraumlabor im Erdorbit werden.

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