Bauch und Hirn in Kommunikation
Das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora kann aus den verschiedensten Gründen gestört werden und dadurch unser Wohlbefinden massiv beeinträchtigen. Es folgen Krankheiten, deren Auslöser zum Teil gar nicht mehr erkennbar sind, wie beispielsweise chronische Schmerzsyndrome. Magen-Darm-Probleme werden häufig durch eine gestörte Kommunikation zwischen Bauch- und Kopfhirn verursacht. Denn fast 90 Prozent der Informationen gehen vom Bauch zum Gehirn und nur die verbleibenden 10 Prozent laufen anders herum. Der Bauch informiert also unser Gehirn - und zwar den Teil, der für Stimmungen zuständig ist. Kein Wunder, dass Menschen mit seelischen Problemen häufig auch chronische Darmstörungen haben. Denn die Darmwand produziert Glücksgefühle. Das Glückshormon Serotonin beispielsweise wird größtenteils in den Zellen der Darmschleimhaut produziert.
Seelische Probleme schlagen auf den Magen
Die Wechselwirkung von Psyche und Darm kommt auch in zahlreichen Metaphern wie "das schlägt mir auf den Magen" oder "Schmetterlinge im Bauch" zum Ausdruck. Wenn die Seele leidet, gehören Reizdarm und Reizmagen zu den möglichen Folgen, die das Wohlbefinden der Betroffenen deutlich verschlechtern. So geht der Reizdarm, an dem ein beträchtlicher Anteil der Deutschen leidet, oft einher mit depressiven Stimmungen, Kopfschmerzen und sogenannten ganzheitlichen Befindlichkeitsstörungen. In vielen Fällen sind schwierige Lebenssituationen der Auslöser. Die Betroffenen haben also im übertragenen Sinne "etwas zu verdauen". Generell gilt, bei äußeren Belastungen im Alltag möglichst gelassen zu bleiben und möglichest schnell wieder die Balance zu finden. Denn das Bauchhirn, das Botenstoffe fertigt und reguliert, reagiert empfindlich auf Stresshormone. Sie können seine Tätigkeit nachhaltig stören. Aber nicht nur seelische Probleme spiegeln sich im "zweiten Gehirn", auch umgekehrt beeinflusst es Stimmung und Gesundheit. Deshalb ist ein gut funktionierender Darm ein Garant für ein gesundes und zufriedenes Leben.

