Das Geld mit dem Erbgut
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Das Geld mit dem Erbgut

Bild: Foto: Diliff, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons

Mit dem Klonen wertvoller Zuchtbullen kann man viel Geld verdienen. Das Klonen ist also auch ein Geschäftsmodell.

Mit dem Klonen wertvoller Zuchtbullen lässt sich Geld verdienen. Bei TransOva Genetics ist das bereits Routine. Rund 300 Rinder werden jährlich in den Labors und Stallungen der Firma in Sioux Center, Iowa, geklont. Züchter bestellen Klone aus den Zellen von verstorbenen oder unfruchtbaren Zuchtbullen oder –kühen, denn prämierte Zuchttiere können um eine Million Dollar wert sein. Trotz Kosten von über 10000 Dollar pro Klon lohnen sich aber auch Kopien von lebenden Prachtbullen. So lässt sich doppelt so viel Sperma für die Zucht gewinnen und verkaufen. Und wer mehrere Kopien eines Elite-Bullen hat, kann dessen vorteilhafte Gene schneller in der Zuchtpopulation verteilen.

Laut französischer Gesundheits- und Lebensmittelbehörde kann der Samen eines geklonten Zuchtbullen einen jährlichen Profit von rund einer Million Dollar einbringen. Während eine Kuh oder ein Bulle zwischen 2000 und 30000 Dollar kosten, lasse sich mit systematischem Klonen ein zusätzlicher Gewinn von etwa 1000 Dollar pro Kalb erwirtschaften. Bei der neuseeländischen AgResearch sollen Klone von Zuchtböcken den Anteil vorteilhafter Gene in den Schafherden vermehren. Weil in der Schafzucht keine künstliche Befruchtung möglich ist, müssen Zuchtböcke von Herde zu Herde transportiert werden. Mit Kopien dieser Böcke ließe sich das beschleunigen. Außerdem wollen die Forscher Schafe, die zufällig resistent gegen Parasiten sind, klonen, um so positive Genvarianten erforschen und vermehren zu können.

Gentechnische Veränderungen

Doch es gibt noch lukrativere Optionen: Wer klonen kann, kann auch Veränderungen am Erbgut vornehmen und Nutztieren somit ganz neue Eigenschaften verleihen. Früher brauchte es Hunderte von Versuchen, um ein oder zwei Tieren ein fremdes Gen ins Erbgut zu schleusen. Dank Klontechnik können einfache Hautzellen von Schweinen, Kühen oder Schafen im Labor nach Wunsch gentechnisch verändert werden, aus denen dann ganze Tiere geklont werden, die dann alle die gewünschte gentechnische Veränderung tragen. So werden Kühe und Ziegen zu Medikamentenproduzenten oder Schweine zu Organlieferanten.

Die Firma Hematech in Sioux Falls (South Dakota, USA) hat Kühe geklont, die gentechnisch so verändert sind, dass sie menschliche Antikörper produzieren. Werden diese Kühe also beispielsweise mit einem Bakterium infiziert, dann entwickelt das Rinder-Immunsystem menschliche Antikörper gegen diese Mikroben. Hematech filtert diese Antikörper aus dem Rinderblut, um sie dann als Medikamente beim Menschen einzusetzen. Andere Veränderungen am Erbgut sind simpler: Das Blutverdünnungsmedikament Atryn stammt aus der Milch gentechnisch veränderter Ziegen. 100 Kilogramm des Wirkstoffs konventionell zu produzieren, kostet bis zu 500 Millionen Dollar, 150 dieser gentechnich veränderten und geklonten Ziegen schaffen das zu einem Zehntel der Kosten.

Auf dem Versuchsgut der Ludwig-Maximilians-Universität bei München werden Schweine per Klontechnik verändert, um ihre Organe irgendwann in den Menschen verpflanzen zu können. Normalerweise stößt der menschliche Körper tierische Organe sofort ab, doch die Forscher entfernen per Klon- und Gentechnik die Moleküle auf der Oberfläche der Schweinezellen, die die tierische Herkunft verraten.

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