Das Haus der Zukunft
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Das Haus der Zukunft

Bild: Foto: Pitt98, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Unter dem Motto „Ein Haus fürs Leben“ fragte das Wohnmagazin „Schöner Wohnen“ im Jahr 2005 seine Leser, wie das Haus aussehen soll, das in der Zukunft gebaut wird. Das Ergebnis aus den mehr als 100.000 Zuschriften: Es sollen nachhaltige Energiekonzepte berücksichtigt werden. 65 Prozent der Leser wünschen sich für ihr Eigenheim die Nutzung von Regenwasser. Für 72 Prozent soll der Niedrigenergie-Standard eingehalten und für 65 Prozent verstärkt Solarenergie verwendet werden. Die Immobilien der Zukunft sind ohne Zweifel Energiesparhäuser wie das „Niedrigenergiehaus“ und das „Passivhaus“ bzw. das „Plusenergiehaus".

Unter dem Motto „Ein Haus fürs Leben“ fragte das Wohnmagazin „Schöner Wohnen“ im Jahr 2005 seine Leser, wie das Haus aussehen soll, das in der Zukunft gebaut wird. Das Ergebnis aus den mehr als 100.000 Zuschriften: Es sollen nachhaltige Energiekonzepte berücksichtigt werden. 65 Prozent der Leser wünschen sich für ihr Eigenheim die Nutzung von Regenwasser. Für 72 Prozent soll der Niedrigenergie-Standard eingehalten und für 65 Prozent verstärkt Solarenergie verwendet werden. Die Immobilien der Zukunft sind ohne Zweifel Energiesparhäuser wie das „Niedrigenergiehaus“ und das „Passivhaus“ bzw. das „Plusenergiehaus".

Niedrigenergiehaus

In skandinavischen Ländern sind Niedrigenergiehäuser seit Jahren selbstverständlich. Wichtigstes Merkmal eines Niedrigenergiehauses ist die gute Wärmedämmung der Außenbauteile wie Außenwände, Dächer, Fenster, Kellerwände und Decken. Für ein Niedrigenergiehaus entscheidend ist das Maß des Wärmeschutzes: der Wärmedurchgangskoeffizient oder auch U-Wert genannt. Dieser misst quasi den Wärmeverlust eines Bauteils. Gemessen wird er in Watt je Quadratmeter und Kelvin: W/(m2K). Dachgeschossdecken, geneigte Dächer und Dachabseiten von Niedrigenergiehäusern sollten beispielsweise einen U-Wert von weniger als 0,15 W/(m2K) haben. Diesen erreicht man mit einer Dämmung von 25 Zentimeter hochwertigen Dämmstoff. Außenwände eines Niedrigenergiehauses müssen einen U-Wert von 0,25 W/(m2K) vorweisen.

Ein weiteres Merkmal eines solchen neuen Haustyps ist das Vermeiden von Wärmebrücken. Wärmebrücken entstehen z. B., wenn eine gedämmte Außenwand von nicht wärmegedämmten Material durchbrochen ist. Da sich Wärme immer den Weg mit der besten Wärmeleitung sucht, sind solche Stellen typische Wärmebrücken. Fugen und Ritzen gilt es beim Niedrigenergiehaus zu vermeiden bzw. solche entsprechend sorgfältig auszuführen. Die Gebäudehülle sollte möglichst wind- und luftdicht sein.

Gute Verbrauchswerte – geringe Heizleistung

Niedrigenergiehäuser können mit reinen Abluftsystemen betrieben werden. Doch ideal für ein Niedrigenergiehaus ist ein System mit Wärmerückgewinnung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Abluftsystemen, bei denen es Zuluftöffnungen in WC, Bad oder Küche gibt, die ein Lüfter über Dach oder Außenwand nach außen transportiert, gelangt bei der Wärmerückgewinnung die verbrauchte Luft zunächst in einen Wärmetauscher. Dort gibt sie einen Großteil ihres Energieinhalts an die angesaugte Frischluft. Mittels Zuluft-Rohrsystem wird die vorerwärmte Frischluft in die Wohnräume verteilt.

Neben einer solchen kontrollierten Wohnungslüftung kann ein ebenso bewusstes Stoßlüften (mehrmals am Tag alle Fenster wenige Minuten lang öffnen und danach wieder schließen) zur Energieeinsparung beitragen.

Aus allen diesen energieeffizienten Maßnahmen ergeben sich für das Niedrigenergiehaus typische Verbrauchswerte von lediglich 50 bis 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die Heizleistung ist entsprechend gering. Heizungsanlagen wie ein Gas-Brennwertkessel aber auch ein Heizen mit Holzpellets bieten sich an.

Das Passivhaus

Das so genannte Passivhaus ist eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Das Passivhaus heizt und kühlt sich rein passiv durch die Nutzung der vorhandenen Wärme aus der Sonneneinstrahlung sowie durch die Wärmeabgabe von Geräten und Bewohnern bzw. durch die Wärmerückgewinnungs-Lüftung. Es kommt daher ohne ein herkömmliches Heizsystem aus und hat einen spezifischen Jahresheizwärmbedarf von weniger als 15 kW pro Quadratmeter Wohnfläche. Diesen Spitzenwert erreicht das Pasivhaus durch die sehr gute Wärmedämmung aller umschließenden Bauteile, spezielle Passivhaus-Fenster (Dreifach-Wärmeschutzverglasung) und wärmegedämmte Fensterrahmen, die die Solarenergie passiv nutzen. Außerdem ist der Einsatz einer kontrollierten Lüftung mit effizienter Wärmerückgewinnung obligatorisch. Angetrieben wird die Lüftung mit Strom aus dem öffentlichen Netz oder durch eine eigene Solarstromanlage (Photovoltaikanlage). Wie beim Niedrigenergiehaus ist der Baukörper äußerst Kompakt und ohne Energie verschwendende Wärmebrücken ausgeführt.

Passivhaus plus: Plusenergiehaus

Ein Passivhaus bringt Ökologie und Ökonomie in Einklang. Es verursacht rund 90 Prozent weniger Heizkosten als herkömmliche Häuser und vermeidet dem entsprechend im Durchschnitt 4.000 Kilogramm des treibhausrelevanten Kohlendioxids pro Jahr. Nach einer Beispielrechnung des Passivhaus-Instituts ergibt sich bei einer Außenfläche von 100 Quadratmetern eine Heizkostenersparnis von rund 480 Euro pro Jahr.

Die Weiterentwicklung des Passivhauses ist das so genannte „Plusenergiehaus“, zu dessen festem Bestandteil eine solarthermische Anlage gehört. Beim Haus der Zukunft spielen steigende Energiepreise keine Rolle mehr.

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