Denken / Problemlösen / Kreativ sein
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Denken / Problemlösen / Kreativ sein

Bild: Foto: Sj.jamali, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wie lösen Sie ein Problem? Wie nähern Sie sich einer Lösung? Wie finden Sie DIE Lösung? Mit Kreativitätstechniken.

Definition

Sind Sie in einer Situation, die Sie mit Ihrem eigenen Wissen nicht bewältigen können, so stehen Sie vor einem Problem. Und dabei helfen häufig bekannte Lösungsansätze nicht weiter. Lassen Sie sich auf den Versuch ein, mit Hilfe von kreativem Denken auf neue Ideen und damit auf neue Lösungsmöglichkeiten zu kommen! Am leichtesten funktioniert das in einer eingespielten Gruppe (Gruppenarbeit), in der Ideen suchen auch Spaß macht.

Ziel definieren

Ein Problem liegt vor, wenn ein bestimmtes Ziel, der Soll-Zustand, erreicht werden soll, aber Sie nicht wissen, was Sie machen müssen, um von der aktuellen Situation, dem Ist-Zustand, zum Soll-Zustand zugelangen. Deshalb ist es zunächst notwendig, den Soll-Zustand genau zu definieren, damit Sie auch wissen, welches Ziel Sie genau vor Augen haben. Wollen Sie über das Problem in einer Gruppe (Gruppenarbeit) sprechen, ist es wichtig, Ist- und Soll-Zustand genau zu beschreiben. Dazu müssen Sie zunächst das Problem erkennen, Ursachen und Wirkungen analysieren, Informationen sammeln und auswerten und anschließend die Ziele definieren.

Ideen finden

Für das Finden neuer Ideen und das Lösen von Problemen ist Kreativität notwendig. Immer dort, wo Sie mit Ihrem Wissen und Ihrer Routine Aufgaben nicht lösen können, helfen Kreativität und Einfallsreichtum weiter. Kreativität bezeichnet die Fähigkeit, Neues zu schaffen. Das können zunächst sehr ungewöhnliche und gebenenfalls sehr unpraktisch erscheinende Einfälle sein, die sich aber bei näherer Betrachtung als brauchbare Lösungsansätze herausstellen. Meistens stehen sogar das eigene Wissen und die eigene Erfahrung, die sie ja beide zur Problemlösung brauchen, der Kreativität zunächst im Weg. Sie sollten deshalb Ihr Problem vorurteilsfrei, also aus der Perspektive eines objektiven Betrachters, analysieren.

Auf gute und viele Ideen können Sie - am besten gemeinsam in einer Gruppe - kommen, wenn Sie folgende Methoden einsetzen:

  • Brainstorming (Brainstorming): Die Gruppenmitglieder sammeln spontane Ideen, ein Moderator hält die Ideen fest. Keine Idee darf verloren gehen und Kritik ist untersagt.
  • Mind Mapping: Es kann allein oder in der Gruppe durchgeführt werden. In der Mitte der Mind Maps steht das Ziel als Schlüsselwort; Ideen werden gesammelt und auf sich verzweigenden Ästen eingetragen.
  • Analogien: Suchen nach ähnlichen Problemen und Lösungsmöglichkeiten.
  • Geleitete Fantasiereisen: Fantasiereisen unternimmt jeder, aber meistens zieht man keinen Nutzen daraus. Hier gibt es ein Ziel, die Problemlösung. Eine Fantasiereise umfasst folgende Schritte: Vorbereitung, Entspannung und Einstieg, Durchführung, Austausch und Auswertung. Sie muss von einem erfahrenden Moderator angeleitet werden.
  • Synektik: Gegensätzliches mit Hilfe von Fantasie und Analogie zusammenbringen. Nach der Problemdefinition entfernt man sich von dem Problem, entfremdet es und kehrt erst am Schluss wieder zurück.
  • Zufallswortmethode: Die Zufalls- oder Reizwortmethode dient dazu, sich von festgefahrenen Denkmustern zu lösen, das Denken einmal völlig frei zu machen. Sie wählen einen beliebigen Begriff, der nichts mit dem Problem zu tun hat, und jede/r nennt seine Assoziationen dazu.
  • Bilder und Collagen: Manchmal lässt sich das, was Sie gerade denken, nicht so leicht in Worte fassen. Hier hilft die Methode, die eigenen Vorstellungen in Bildern, Grafiken oder Piktogrammen umzusetzen.

Lösungsansätze auswählen

In der Phase der Ideenfindung geht es mehr um Quantität, jetzt steht die Qualitätim Vordergrund. Prüfen Sie die gesammelten Vorschläge auf ihre Realisierbarkeit hin und wählen Sie die geeignetesten aus. Je nachdem, welches Problem und welches Ziel Sie verfolgen, können dabei verschiedene Methoden eingesetzt werden:

  • PMI-Methode: Teilen Sie die Ideen auf in "Plus-Ideen", "Minus-Ideen" und "Interessante Ideen" und verschaffen Sie sich so einen Überblick.
  • Morphologischer Kasten: Stellen Sie die Ideen in Form einer Matrix dar, und versuchen Sie durch Kombination verschiedener Ideen, auf eine Lösung zu kommen.
  • Erfolgskriterien: Legen Sie Erfolgskriterien für die Problemlösung fest und messen Sie die Lösungsmöglichkeiten daran.
  • Kosten-Nutzen-Analyse: Was darf die Lösung kosten? Was ist machbar?
  • Pro und Contra: Stehen sich zwei Seiten gegenüber, so sollte jede Seite gehört werden. Die beste Problemlösung nützt wenig, wenn sie nicht von beiden Seiten akzeptiert wird.
  • Gruppendelphi: Listen Sie die brauchbaren Lösungsvorschläge auf und lassen Sie jedes Gruppenmitglied mit Hilfe von Klebepunkten, die hinter die bevorzugte Lösung geklebt werden, abstimmen.

Lösungsmöglichkeiten überprüfen

Im weiteren Verlauf überprüfen Sie die Umsetzbarkeit der ausgewählten Lösungsmöglichkeiten. So können konkrete Maßnahmen geplant und Hindernisse erkannt und überwunden werden.

Entscheidungen treffen

Sind die Lösungsvorschläge ausgewählt und überprüft, müssen sie umgesetzt werden. Dazu sollten Sie einen Aktionsplan aufstellen, der genau festhält, wer was mit wem wie und womit bis wann zu tun hat. Das lässt sich am leichtesten in einer Tabelle darstellen. Halten Sie diese Ergebnisse fest (Protokoll), denn nur so können Sie später kontrollieren, ob die Vereinbarungen eingehalten wurden. Wenn bei der Umsetzung Schwierigkeiten auftauchen und ein neuer Problemlöseprozess nötig wird, können Sie auf diese Aufzeichnungen zurückgreifen und in einer neuen Runde gezielte Lösungsmöglichkeiten ausarbeiten.

Teste dein Wissen!

Fragen

1) Was ist Kreativität?

2) Welches ist der erste Schritt bei der Problemlösung?

3) Warum ist Ideen sammeln in der Gruppe effektiver?

4) Warum müssen Sie die Lösungsansätze überprüfen?

Antworten

1) Kreativität ist die Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen.

2) Im ersten Schritt definieren Sie Ihr Ziel mit Ist- und Soll-Zustand.

3) Beim Ideensammeln kommt es auf die Quantität an. In der Gruppe regt einer den anderen zu neuen Einfällen an.

4) Der beste Lösungsansatz taugt nichts, wenn er nicht umgesetzt werden kann.

Bibliografie

D. Herzog/H. Reinke: Jedes Projekt gelingt. Mindmapping u.a. Methoden, München 2002.

P. Gamber: Ideen finden, Probleme lösen, Weinheim, Basel 1996

H. Knauf, F. Schmithals: Tutorenhandbuch, Neuwied, Kriftel 2000

R. Schräder-Naef: Rationeller Lernen lernen, Weinheim, Basel 2001

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