Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Natur & Umwelt/Artikel
Der Jaguar – Gejagter Jäger Brasiliens
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Der Jaguar – Gejagter Jäger Brasiliens

Geschmeidig und elegant pirscht er in der Abenddämmerung durch sein Revier, ringförmige Flecken auf dem goldgelb glänzenden Fell. Bei jedem Schritt erheben sich majestätisch die Schulterknochen und betonen seinen kräftigen Körperbau. Deutlich zeichnen sich die Muskeln seiner Beinen ab: Panthera onca, der Jaguar, ist…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt

“Der mit einem Schlag tötet“

Artikelbild

Geschmeidig und elegant pirscht er in der Abenddämmerung durch sein Revier, ringförmige Flecken auf dem goldgelb glänzenden Fell. Bei jedem Schritt erheben sich majestätisch die Schulterknochen und betonen seinen kräftigen Körperbau. Deutlich zeichnen sich die Muskeln seiner Beinen ab: Panthera onca, der Jaguar, ist auf Beutezug.

Nicht seine Schnelligkeit ist es, die ihn zu einem besonders gefährlichen Jäger macht. Seine effektivste Waffe ist das vor Kraft strotzende Gebiss. Während andere Großkatzen ihre Beute ersticken oder per Genickbruch töten, erledigt der Jaguar das mit einem einzigen gezielten Biss. Meist kurz hinter dem Ohr treibt er einen Eckzahn durch den Schädelknochen seiner Beute. Dabei hat er doppelt soviel Bisskraft wie ein Löwe und wartet so mit dem zweitstärksten Gebiss aller an Land lebenden Raubtiere auf. “Der mit einem Schlag tötet“. Mit diesem Beinamen des Jaguars brachten es die Ureinwohner Brasiliens auf den Punkt.

Leben im Wechsel von Dürre und Überflutung

Artikelbild

War der Jaguar über lange Zeit fast im gesamten Amerika beheimatet, so wurde er vom Menschen nach und nach immer weiter verdrängt. Die größte Populationsdichte der stolzen Raubkatzen findet sich heute im Amazonasbecken, vor allem in der Region des Pantanals. Über ganze 230.000 Quadratkilometer erstreckt sich dieses weltweit größte Feuchtgebiet im Südwesten Brasiliens. Dürreperioden wechseln sich mit Überschwemmungszeiten ab, in denen es monatelang “Land Unter“ heißt. Seit 2000 zählt das Pantanal zu den UNESCO-Weltnaturerben, was es zu einer besonders schützenswerten Region macht. Das gibt Grund zu der Annahme, dass der Jaguar sich auch in Zukunft keine neue Heimat zu suchen braucht. Oder etwa doch?

Gefährliche Nähe

Nicht nur die Jaguardichte, sondern auch die Dichte an Rinderfarmen ist im Pantanal besonders groß. Rund acht Millionen Rinder weiden in der Region und sind eine leichte Beute für die räuberische Großkatze. Mit fatalen Folgen: Um ihren Viehbestand zu schützen greifen Farmer der Region zum Gewehr und machen Jagd auf den vierpfotigen Jäger.

Hinzu kommt eine weitere Entwicklung, die den von Natur aus sehr scheuen Jaguar immer näher an besiedelte Gebiete lockt: “Jaguar-Safari im Pantanal“, “Jaguar-Beobachtung im Pantanal“. Mit diesen Slogan locken Reiseveranstalter Touristen in die Region. Immer häufiger legen sie auch Fleisch an den Ufern der Flüsse aus, um die stolze vierbeinige Touristenattraktion anzulocken. Nach und nach verliert der Jaguar so seine natürliche Scheu vor den Menschen. Und genau das macht ihn zu einer umso leichteren Beute für die Cowboys der Region.

Den gegenseitigen Nutzen erkennen

Zweischneidig ist das Schwert des Jaguar-Tourismus im Pantanal: Zum Einen bringt der Tourismus den Jaguar immer näher an den Menschen heran und so in die Schusslinie der Cowboys. Auf der anderen Seite aber macht ihn sein wirtschaftlicher Nutzen für die Tourismusbranche zu einem besonders lukrativen und somit auch schützenswerten Bewohner der Region. Umwelt- und Tierschutzorganisationen, wie etwa das Panthera-Projekt und der WWF arbeiten an Lösungen für dieses Problem. So gibt es im Pantanal bereits ausgewiesene Nationalparks, in denen Touristen den Jaguar beobachten können und in denen er geschützt leben kann.

Außerdem wurden Projekte ins Leben gerufen, bei denen es in erster Linie darum geht, mit den Farmern der Region in Dialog zu treten und sie über die Lebens- und Verhaltensweise des Jaguars aufzuklären. Wissen die Viehzüchter, wie sie ihre Farmen am besten anlegen, um ihre Rinder vor der gefährlichen Raubkatze zu schützen, dann können sie in Zukunft vielleicht auf den traditionellen Griff zum Gewehr verzichten.

Ausführliche Informationen rund um das Thema Pantanal finden Sie hier: http://www.scinexx.de/dossier-338-1.html

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik
Natur & Umwelt

NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik

15. Oktober 2026

Die US-Gesundheitsbehörde NIH hat Solarmodule über einem Hauptparkhaus installiert. Das vor der Trump-Amtszeit gestartete Projekt wirft Fragen über die Zukunft grüner Bundesinfrastruktur auf.

Sesame Street zeigt Löwen-Safari in Kenia: Edutainment für Naturschutz
Natur & Umwelt

Sesame Street zeigt Löwen-Safari in Kenia: Edutainment für Naturschutz

15. Oktober 2026

Elmo und Abby Cadabby lernen auf einer Safari-Fahrt durch Kenia, wie Löwinnen ihre Rudel führen. Das Format verbindet Kinderunterhaltung mit Wildlife-Bildung.

Schweizer Gletscher als Maßstab: Antarktis verliert 83-mal mehr Eis pro Jahr
Natur & Umwelt

Schweizer Gletscher als Maßstab: Antarktis verliert 83-mal mehr Eis pro Jahr

2. Oktober 2026

Schweizer Gletscher verlieren jährlich 2 Kubikkilometer Eis. Diese sichtbare Veränderung macht das Ausmaß der polaren Eisverluste greifbar: Die Antarktis verliert seit 2000 durchschnittlich 150 Gigatonnen pro Jahr.

Klimabewegung kämpft mit "Climate Hushing" – Selbstzensur bremst Fortschritt
Natur & Umwelt

Klimabewegung kämpft mit "Climate Hushing" – Selbstzensur bremst Fortschritt

29. September 2026

Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe und Musiker Adam Met warnen vor interner Kritik innerhalb der Klimabewegung. Das Phänomen "Climate Hushing" führt dazu, dass Akteure ihre Botschaften aus Angst vor Anfeindungen…

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite