Noch herrscht Sommer und auch am Nachthimmel dominieren weiter Sommersternbilder wie Adler, Schwan und Leier. Im Süden knapp über den Horizont ist im Moment das Sternbild Schütze (Sagittarius) zu sehen. Die von ihm mit bloßem Auge sichtbaren Sterne ähneln ein wenig einer Teekanne.
Spannend am Schützen ist aber weniger, was man sieht, sondern eher, was sich erst im Teleskop enthüllt. Denn in diesem Bereich des Himmels liegt auch das Zentrum unserer galaktischen Heimat, der Milchstraße. Dort liegt auch Sagittarius A*, das supermassereiche Schwarze Loch im Herzen unserer Galaxie.
Warum manche Sternbilder immer da sind
Der Große Wagen (auch Großer Bär genannt) sinkt in diesem Monat ziemlich weit nach Norden Richtung Horizont. Ganz verschwindet dieses Sternbild aber nie aus unserem Blickfeld, denn es gehört zu den zirkumpolaren Konstellationen. Sie stehen nahe genug am Himmelsnordpol, um trotz der Wanderung der Erde um die Sonne das ganze Jahr hindurch sichtbar zu bleiben.
Anders ist dies beispielsweise mit den Tierkreis-Sternbildern wie Widder, Stier, Zwillinge oder Wassermann. Sie stehen genau auf der Himmels-Ekliptik und damit der Bahn, durch die die Sonne im Jahresverlauf scheinbar hindurchwandert. Von diesen Sternbildern sehen wir daher am Nachthimmel immer nur diejenigen, die gerade auf dem der Sonne gegenüberliegenden Teil der Ekliptik stehen. Im Sommer sind dies der Widder, die Fische, der Wassermann, der Steinbock und der Schütze. Auch der Skorpion lugt im Süden noch teilweise über den Horizont.
Die Perseiden – in diesem Jahr besonders gut sichtbar
In der Nacht vom 12. zum 13. August hat der Meteorschauer der Perseiden seinen Höhepunkt. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde könnte es dann regnen. Am höchsten ist ihre Dichte ab Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden. In diesem Jahr sind die Beobachtungsbedingungen besonders günstig, weil an 14. August Neumond ist. Der Erdtrabant ist daher am Himmel kaum zu sehen und es ist dunkel genug, um auch kleinere Sternschnuppen zu erhaschen.
Aber auch schon einige Tage vorher lohnt es sich, nach den Perseiden Ausschau zu halten, denn der Meteorschauer macht sich dann schon bemerkbar. Er entsteht, weil die Erde sich in diesen Tagen durch die Überreste des Staubschweifs von Komet 109P/Swift-Tuttle bewegt. Die in der Atmosphäre verglühenden Partikel erscheinen uns als Sternschnuppen. Weil sie aus dem Sternbild Perseus zu kommen scheinen, erhielt dieser alljährliche Sternschnuppen-Regen den Namen Perseiden.
Mars taucht auf, Venus überholt uns
Bei den Planeten ist der Mars nach Abwesenheit im Juli nun wieder zu sehen. Er steht morgens knapp über dem Horizont am Osthimmel. Am 12. August in der Mordendämmerung begegnet er dabei der dünnen Sichel des abnehmenden Mondes. Die beiden hellsten Planeten, Jupiter und Venus, glänzen im August zumindest teilweise durch Abwesenheit. Der Jupiter steht in Sonnennähe und wird daher gnadenlos überstrahlt.
Und auch die Venus leuchtet erst wieder am Ende des Monats als heller Morgenstern. Mitte August überholt sie unserer Erde innen auf ihrer Bahn und steht daher von uns aus gesehen tagsüber am Himmel. Erst nachdem sie ab 25. August wieder genügend Vorsprung zur Erde hat, ist der Winkelabstand zur Sonne groß genug und wir können sie wieder leuchten sehen.

