Die Galápagos-Inseln
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Die Galápagos-Inseln

Bild: Foto: Dirk UngerUnger.dirk, Public domain, via Wikimedia Commons

Auf den Galápagos-Inseln haben sich ganz bestimmte Arten entwickelt, was Darwin den Anstoß zu seiner Evolutionstheorie gab.

"Verwunschene Inseln", die das Weltbild veränderten

Da liegen sie, dicht an dicht, vorweltliche Miniaturdrachen mit dornigen Köpfen und langen, stacheligen Schwänzen. Ihr bizarres Äußeres verschmilzt mit dem dunklen, zerrissenen Lavauntergrund, auf dem sie sich sonnen. Nur das zischende Geräusch, mit dem sie von Zeit zu Zeit eine hoch konzentrierte Salzlösung aus ihren Nasenlöchern spritzen, verrät sie. Diese Meerechsen sind die weltweit einzigen Echsen, die sich - infolge ihrer Anpassung an die ursprünglich nahezu pflanzenlosen Inseln - ihre Nahrung aus dem Meer holen. Ihre seitlich zusammengedrückten Schwänze treiben sie während des Schwimmens vortrefflich an; starke Krallen sorgen für sicheren Halt in der Brandungszone; mit scharfen Zähnen raspeln sie Algen von den Felsen. Aufgenommenes überflüssiges Salz scheiden sie durch Salzdrüsen wieder aus. Die Beobachtungen an diesen "schwarzen Kobolden der Finsternis", wie Charles Darwin sie nannte, als er die Galápagos-Inseln besuchte, trugen dazu bei, dass er Jahre später "Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl" veröffentlichte - dieses Werk erschütterte und veränderte das damalige Weltbild nachhaltig. Als die vulkanischen Inseln vor etwa zehn Millionen Jahren entstanden, waren sie nichts als nackte, lebensfeindliche, im Meer isolierte Lavaberge. Doch über Jahrmillionen hinweg wurden Sporen, Samen, Pflanzenkeimlinge, kleinere und größere Tiere angeschwemmt oder hingetragen: durch Meeresströmungen, Stürme, Vögel oder Flöße aus entwurzelten Bäumen.

Nur der hatte eine Chance, der sich schnell an die fremden Lebensbedingungen anpassen konnte. Ein Schwarm südamerikanischer Finkenvögel, durch einen Sturm auf die Inseln getrieben, wurde auf den Inseln des Archipels heimisch. Heute zeigen diese Vögel, je nach Anpassung an die Nahrungsquelle, die unterschiedlichsten Schnabelformen in allen Übergängen: von den ganz dicken, kräftigen Schnäbeln der Großen Grundfinken, die sich zum Knacken der härtesten Samen eignen, bis zu den feinen, pinzettenförmigen der Waldsängerfinken, die zum Insektenfang ausgebildet sind. Der Spechtfink hat sogar gelernt, mit einem Kaktusstachel Insektenlarven aus der Baumrinde zu stochern.

Vielfalt der Arten

Auch die Panzerformen der Riesenschildkröten sind von Insel zu Insel verschieden. Riesenschildkröten mit gleichmäßig geformtem, kuppelförmigen Panzer leben auf den Inseln des Archipels, deren Gipfel durch ständigen Nebel mit einem dichten Regenwald bedeckt sind. Ohne Mühe erreichen diese Schildkröten die hier üppig wachsenden Bodenpflanzen, von denen sie sich ernähren. Die Schildkröten, die die trockenen Inseln mit dünner Vegetationsdecke bevölkern, haben hingegen längere Beine und einen sattelförmigen Rücken, der am Nacken hochgewölbt ist, so dass der lange Hals weit nach oben gereckt werden kann, um an die Triebe der Baumopuntien heranzureichen. "Bis dahin hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass Inseln, die auf Sichtweite voneinander entfernt sind, so unterschiedlich bevölkert sein können", staunte Darwin. Dazu tragen auch die Klimaverhältnisse bei, die durch die krassen Temperaturunterschiede der kalten und warmen Meeresströmungen, des Humboldtstromes und der warmen Strömung aus dem Golf von Panama, hervorgerufen werden. Wer rechnet am Äquator schon mit Pinguinen? Die kleinen Galápagos-Pinguine überleben nur unweit der kalten Meeresströmungen in Schatten spendenden Lavahöhlen, die Schutz vor Überhitzung bieten.

Im Gebiet der kalten Meeresströmungen nisten auch flugunfähige Kormorane. Wenn sie nach Kormoranart ihre Flügel nach dem Tauchgang spreizen, um sie in der Sonne trocknen zu lassen, zeigen sie nur kurze Stummelflügel. In einer Umgebung ohne Fressfeinde haben sich ihre Flügel zugunsten eines besseren Tauch- und Schwimmverhaltens zurückgebildet.

So vieles gibt es hier zu sehen: in den Wellentälern spielende Seelöwen, balzende Fregattvögel, deren Männchen ihren imposanten roten Kehlsack aufblasen, und elegante Wellenalbatrosse, die scheinbar schwerelos und ohne einen einzigen Flügelschlag für Stunden durch die Luft segeln. Andernorts dösen Meerechsen auf dem Lavagestein, suchen gelbe Landleguane nach Opuntienfrüchten, stapfen Riesenschildkröten gemächlich umher, suchen Blaufußtölpel nach geeigneten Nistplätzen. Galápagos gleicht einer Arche Noah, und noch heute passt der Name "Las Encantadas", "die Verwunschenen", den frühe Seefahrer den Inseln gaben.

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