Die Wurzeln der Menschheit
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Die Wurzeln der Menschheit

Bild: Foto: Bärbel Miemietz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Als im August 1856 zwei Arbeiter beim Kalkabbau im vormals idyllischen Neandertal bei Düsseldorf auf Knochen stießen, warfen sie sie zunächst achtlos ins Tal hinunter. Da aber der Steinbruchbesitzer glaubte, dass es sich um die Knochen von Höhlenbären handelte, ordnete er an, die Fundstücke wieder einzusammeln. Dass es sich um menschliche Knochen handelte, war bald darauf klar. Dass sie aber einer urtümlichen Menschenform mit hohem Alter zuzurechen waren, blieb zunächst die weitsichtige Theorie des Naturforschers Johann Carl Fuhlrott. Sie war lange Zeit höchst umstritten. Heute weiß man: Beim Neandertaler handelte es sich um die einzige europäische Menschenform, die als Nachfahren des Homo heidelbergensis vor ca. 100.000 bis 30.000 Jahren vor unserer Zeit ganz Europa als Lebensraum erschloss.Das 200-jährige Jubiläum der Entdeckung dient dem Rheinischen LandesMuseum als Anlass, den Bogen noch sehr viel weiter zu spannen und den Besucher durch die gesamte Menschheitsgeschichte zu führen. Aus der ganzen Welt haben die Organisatoren Skelette und Artefakte zusammengetragen, die den Titel der Ausstellung "Wurzeln der Menschheit" rechtfertigen.

Als im August 1856 zwei Arbeiter beim Kalkabbau im vormals idyllischen Neandertal bei Düsseldorf auf Knochen stießen, warfen sie sie zunächst achtlos ins Tal hinunter. Da aber der Steinbruchbesitzer glaubte, dass es sich um die Knochen von Höhlenbären handelte, ordnete er an, die Fundstücke wieder einzusammeln. Dass es sich um menschliche Knochen handelte, war bald darauf klar. Dass sie aber einer urtümlichen Menschenform mit hohem Alter zuzurechen waren, blieb zunächst die weitsichtige Theorie des Naturforschers Johann Carl Fuhlrott. Sie war lange Zeit höchst umstritten.

Heute weiß man: Beim Neandertaler handelte es sich um die einzige europäische Menschenform, die als Nachfahren des Homo heidelbergensis vor ca. 100.000 bis 30.000 Jahren vor unserer Zeit ganz Europa als Lebensraum erschloss.

Das 200-jährige Jubiläum der Entdeckung dient dem Rheinischen LandesMuseum als Anlass, den Bogen noch sehr viel weiter zu spannen und den Besucher durch die gesamte Menschheitsgeschichte zu führen. Aus der ganzen Welt haben die Organisatoren Skelette und Artefakte zusammengetragen, die den Titel der Ausstellung "Wurzeln der Menschheit" rechtfertigen.

Höhepunkte der Ausstellung

Neben den genau 16 Knochen des Neandertalers selbst sowie eigens für die Ausstellung angefertigten Rekonstruktion seines Gesichts präsentiert die Ausstellung die Überreste des Fundes aus Mauer bei Heidelberg (etwa 500.000 Jahre alt), des ältesten in Deutschland gefundenen Hominiden. Erstmals einem breiten Publikum im Original gezeigt werden die Überreste des ersten Europäers aus Dmanisi in Georgien.

Ferner kann man die fossilen Überreste des etwa 35.000 Jahre alten ersten modernen europäischen Menschen (aus Pestera cu Oase in Rumänien) sehen. Der älteste Fund der Gattung Homo überhaupt stammt aus Malawi (ca. 2,5 Mio. Jahre alt) und ist hier ebenso ausgestellt wie das berühmte Kind von Lagar Velho (etwa 24.000 Jahre alt), das wegen seiner unerklärlichen Mischung aus Neandertaler und modernem Menschen weltweit Aufsehen erregte.

Schöpfungsgeschichte contra Evolution

Abgesehen von den spektakulären Höhepunkten ist es das Verdienst der Ausstellung, die doch recht komplexe Materie in eine Gesamtschau zu integrieren, die auch dem unbedarften Besucher einen Überblick nicht nur über die Menschheits-, sondern zugleich über die Wissenschaftsgeschichte verschafft. Beispiel: Der Neandertaler.

Die Stellung dieses Urmenschen in der Abfolge der Hominiden ist die eine Sache, die andere ist die Erschütterung des überkommenen Weltbildes, das diese Erkentnis auslöste. Auf den Wandtafeln der Ausstellung ist dazu zu lesen:

"Mit dem Jahr 1856 beginnt die moderne Erforschung der Menschheitsentwicklung. Zum ersten Mal wird in der Geschichte der Menschheit der Fund menschlicher Knochen als Überbleibsel einer bereits lange verstorbenen Menschenform erkannt. Der Weg zur Erkenntnis, dass es nicht nur „fossile“, ausgestorbene Tierarten gibt, sondern dass Menschen zeitgleich mit diesen lebten, war mit vielen Schwierigkeiten behaftet. Massive Widerstände aus dem wissenschaftlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Umfeld führten dazu, dass die Anerkennung dieser heute unumstößlichen Tatsache gut zwei Jahrhunderte benötigte. Dem Fund aus dem Neandertal kam hierbei eine Schlüsselrolle zu, denn das zeitliche Zusammenfallen mit der Veröffentlichung der Evolutionstheorie löste eine nie zuvor da gewesene Kontroverse in allen Gesellschaftskreisen aus."

Rundgang

Eingebettet in die Zusammenhänge von Schöpfungsmythen, Evolution und Klimaentwicklung präsentiert "Roots" die Abfolge menschenähnlichen und menschlichen Lebens auf der Erde. Entscheidende Wendemarken in dieser Millionen Jahre umfassenden Entwicklung:

  • die in Afrika vollzogene Trennung der Entwicklungslinie der Hominiden (also Menschenartigen) von der der Menschenaffen vor etwa 6,5 Millionen Jahren.
  • der aufrechte Gang, der erstmals präzise auf Grund des 1972 in Äthiopien gefundenen Kniegelenks eines 3,4 Millionen Jahre alten Australopithecus nachgewiesen werden konnte.
  • die Herausbildung der Gattung Homo, die damit zusammenhing, dass sich auf Grund der Abkühlung des Weltklimas vor 2,5 Millionen Jahren die Baumlandschaft in Afrika zur Savannenlandschaft wandelte. Konsequenz: Viele Australopithecinen-Arten starben aus, einigen gelang durch Anpassung an die neuen Bedingungen der entscheidende Schritt zur Menschwerdung
  • das "Ausschwärmen", also die über Afrika hinaus reichende Besiedlung der Erde durch den Homo erectus, der mindestens eine Million Jahre lang die Erde bevölkerte und damit das größte "Erfolgsmodell" der Gattung Homo darstellt.
  • der Neandertaler, dem die Ausstellung als "Geburtstagskind" naturgemäß eine besonders intensive Aufmerksamkeit schenkt.
  • das Aufkommen des modernen Menschen (Homo sapiens sapiens), der ab ca. 150.000 vor unserer Zeit - wiederum von Ostafrika ausgehend - die Welt eroberte und in den letzten 10.000 Jahren auf eine dramatische Weise dominierte und veränderte.

Dazu werden einzelne Aspekte aus diesem großen Ablauf beleuchtet: Wie entwickelte sich die Sprache? Wie sah es mit dem Nebeneinander verschiedener Hominidentypen aus - sind wir alle vielleicht auch ein Stück weit Neandertaler? Das harte Leben des Neandertalers. Und schließlich die Frage nach dem Gehirn und seiner Entwicklung als dem entscheideneden Kriterium, das den Mensch zum Menschen macht.

Infos zur Ausstellung

Rheinisches LandesMuseum Bonn, Colmantstraße 14-16, 53115 Bonn

Telefon Museum: 0228-2070-0

Telefon Kasse: 0228-2070-351

Telefon Shop: 0228-2070-350

Telefon Restaurant: 0228-1841438


Öffnungszeiten

Di–So 10 bis18 Uhr, Mi 10 bis21 Uhr


Eintrittspreise

Eintrittspreise: ........... Dauerausstellung ............... Roots

Erwachsene ................. 5.00 Euro ....................... 7.50 Euro

Kinder/Jugendliche ....... 2.00 Euro ....................... 3.50 Euro

Studenten .................... 3.50 Euro ....................... 5.00 Euro

Behinderte ................... 3.50 Euro ....................... 5.00 Euro

Senioren .......................3.50 Euro ....................... 5.00 Euro

Familientageskarte ........ 5.00 Euro .................... 11.00 Euro

Gruppe Erwachsene ...... 4.50 Euro ....................... 6.00 Euro

Gruppe Kinder/

Jugendliche ................. 1.50 Euro ....................... 2.50 Euro

Kombiticket ....................................................... 15.00 Euro

Führungen 1 Stunde ..... 45.00 Euro ..................... 45.00 Euro

Führungen 1,5 Stunde ....................................... ..65.00 Euro

Schülerführungen ....... 26.00 Euro ...................... 26.00 Euro

Schülerführungen mit Mitmachbereich .................. 46.00 Euro

Parkgebühren Tiefgarage für

Museumsbesucher 2.50 Euro

Das Museum hält ein umfangreiches Programm zur Ausstellung - auch für Kinder - bereit


Buchungen von Führungen über

kulturinfoRheinland:

Tel.: 01805-743465

(0.12 Euro/Min.)

Fax: 02234-9921300

info@kulturinfo-rheinland.de

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