Digitale Vernetzung: Tablet und Co als versteckte Stromfresser
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Digitale Vernetzung: Tablet und Co als versteckte Stromfresser

Bild: Foto: Willy Pragher, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Mehrheit von uns ist digital voll vernetzt: Mit immer mehr mobilen Endgeräten organisieren wir unseren Alltag. Etwa vier bis fünf Geräte, darunter Smartphones, Tablets oder sonstige Computer, hat jeder Deutsche im Schnitt. Und der Trend zu immer mehr vernetzten Geräten hält an. Schon heute sind es rund 30 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. In den nächsten vier Jahren wird es in Deutschland fast doppelt so viele mobile Computer geben wie noch im Jahr 2014, schätzen die IT-Experten von Cisco. Im Schnitt hätte jeder Verbraucher dann schon 8,6 vernetzte Geräte.

Die Mehrheit von uns ist digital voll vernetzt: Mit immer mehr mobilen Endgeräten organisieren wir unseren Alltag. Etwa vier bis fünf Geräte, darunter Smartphones, Tablets oder sonstige Computer, hat jeder Deutsche im Schnitt. Und der Trend zu immer mehr vernetzten Geräten hält an. Schon heute sind es rund 30 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. In den nächsten vier Jahren wird es in Deutschland fast doppelt so viele mobile Computer geben wie noch im Jahr 2014, schätzen die IT-Experten von Cisco. Im Schnitt hätte jeder Verbraucher dann schon 8,6 vernetzte Geräte.

Versteckter Stromverbrauch

Das allerdings hat einen Haken: Obwohl die Informations- und Telekommunikationsgeräte immer energieeffizienter werden, nimmt ihr Stromverbrauch nicht so stark ab, dass dies die steigende Zahl der Geräte ausgleichen würde. „Auch langfristig wird die Internetnutzung einen erheblichen Anteil am Strombedarf ausmachen“, ist Ralph Hintemann vom Borderstep Institut überzeugt. „In vielen Bereichen steigt der Strombedarf der ITK sogar an.“ Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass der private Stromverbrauch für Elektrogeräte in den Jahren 2000 bis 2013 um durchschnittlich fast neun Prozent gestiegen ist.

Doch dieser Anstieg ist nur die halbe Wahrheit: Gerade die Nutzung von vernetzten Geräten verursacht noch an anderer Stelle einen steigenden Stromverbrauch. Das Problem ist: Wir merken ihn nicht. Denn dieser Stromverbrauch taucht auf keiner unserer Rechnungen auf. Er ist für den einzelnen Verbraucher quasi unsichtbar, weil er in den großen Rechenzentren dieser Welt stattfindet, über die unsere Geräte gesteuert werden.

Eine Kilowattstunde für Facebook

Ein Tablet oder Smartphone verbraucht beispielsweise heute fünf- bis zehnmal mehr Strom im Rechenzentrum als daheim an der Steckdose. So verursacht die Facebook-Nutzung beispielsweise pro Jahr etwa rund eine Kilowattstunde Verbrauch im Rechenzentrum, Google-Dienste je Nutzer zwischen eine und fünf Kilowattstunden. Das sind zusammen zwar nur ein bis zwei Euro im Jahr. Weil jeder Verbraucher aber viele internetfähige Endgeräte und viele Anwendungen nutzt, kommt am Ende so einiges zusammen.

Den gesamten in den Rechenzentren verursachten Stromverbrauch, der durch die Internetnutzung eines einzigen typischen Verbrauchers anfällt, schätzt Hintemann auf bis zu 50 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht rund 15 Euro. Dabei ist der Stromverbrauch in den WLAN- und Mobilfunknetzen noch nicht eingerechnet. Er liegt ungefähr noch einmal so hoch.

Auch der Standort entscheidet

Nach Berechnungen des Borderstep Instituts hat sich der Stromverbrauch der großen Server durch die Nutzung vernetzter Endgeräte von 2010 bis 2014 bereits mehr als verdreifacht. Kein Wunder, denn auch die über das Internet übertragenen Daten steigen rasant an. Der mobile Datenverkehr steigt jährlich um rund die Hälfte. Laut IT-Anbieter Cisco wird der Internetdatenverkehr in Deutschland im Jahr 2019 dadurch bereits 30-mal höher sein als noch 2005.

Wie viel Strom ein Rechenzentrum verbraucht, hängt aber auch davon ab, wo es steht. „Deutschland ist auch bei Rechenzentren ein High-Tech-Land. Hiesige Anlagen gehören zu den energieeffizientesten Rechenzentren weltweit“, erklärt Florian Henle, Mitgründer des Ökoenergieversorgers Polarstern. Schon deshalb, weil die Stromkosten in Deutschland im Vergleich zum europäischen Ausland höher sind, wird hierzulande mehr Wert auf Energieeffizienz gelegt. Außerdem werden immer mehr deutsche Rechenzentren mit Ökostrom betrieben.

Was kann man tun?

„Der verschleierte Energieverbrauch macht es den Verbrauchern schwer, ihren Energieverbrauch bewusst zu gestalten und zu senken“, sagt Henle. Es sei daher wichtig, auch den indirekten Stromverbrauch in den Server- und Rechenzentren transparent zu kommunizieren. „Solange man den hier verursachten Stromverbrauch auf der eigenen Stromrechnung nicht spürt, solange wird kaum ein Umdenken stattfinden“, meint der Energie-Experte.

Ein erster Ansatzpunkt könnten beispielsweise Smart-Meter- und Smart-Home-Lösungen sein. Denn sie zeigen nicht nur aktuell den Stromverbrauch der Geräte an, sie ermöglichen es auch, den Verbrauch gezielter zu steuern und Strom zu sparen. Denn wer dazu beitragen will, dass auch die Serverfarmen weniger Strom verbrauchen, der muss bei sich anfangen. „Die Masse macht den ‚Strommist’“, so Henle.

Und noch einen wichtigen Tipp gibt der Experte: Wenn man zuhause ist, lieber über WLAN als über das 3G-Mobilfunknetz auf externe Server zugreifen. Das reduziert nicht nur in vielen Fällen die eigene Mobilfunkrechnung, sondern ist auch mit Blick auf die Nutzung der Datennetze und Rechenzentren deutlich energieeffizienter. Bis zu einem Drittel weniger Energie wird für einzelne Anwendungen im WLAN-Netz verbraucht.

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