Ein Hauch von Weihnachten
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Ein Hauch von Weihnachten

Bild: Foto: Steffen Schmitz (more photos), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kurz vor Weihnachten rast die Zeit am schnellsten. Wenn die Tage immer kürzer werden, ist Heiligabend nicht mehr weit. Wie verbringen Sie den Advent? Mit Hausputz, Hamsterkäufen oder der gehetzten Suche nach Geschenken? Oder genießen Sie die stille Zeit mit Kerzen, Glühwein und den ersten selbstgebackenen Plätzchen?Halten Sie doch öfter einmal im Alltagstrott innezuhalten. Atmen Sie tief durch - besonders wenn Sie die Nase voll haben -, erschnuppern Sie einen Hauch von Weihnachten und erleben Sie das Fest der Freude mit allen Sinnen!

Eine Symphonie von Wohlgerüchen

Schließen Sie kurz die Augen und denken Sie an Weihnachten. Was fällt Ihnen ein? Lebkuchen, Mandarinen, Tannennadeln, Weihrauch, Bratäpfel mit Zimt und Zucker? Zu Weihnachten gehört eine ganze Symphonie von Wohlgerüchen. Christkindl’s Backstube duftet nach einer Fülle von exotischen Gewürzen wie Anis, Ingwer, Kardamom, Muskatnuss oder Nelken. Das ist ebenso lecker wie gesund: Die meisten Gewürze regen die Verdauung an, erwärmen und stärken das Immunsystem.

Die weihnachtlichen Küchenbräuche gehen bis ins Mittelalter zurück. Schon vor Jahrhunderten schmeckten Bäcker und Hausfrauen Pfeffernüsse oder Spekulatius mit den fernöstlichen Ingredienzien ab. Für unsere Vorfahren war das Beste gerade gut genug, um das Fest Christi Geburt zu feiern. Die Spezereien waren nämlich Luxusgüter. Monatelang dauerte ihre abenteuerliche Reise vom Morgenland bis jenseits der Alpen, auf dem Rücken von Kamelen oder in schwankenden Segelschiffen.

Seither haben sich die Rezepte für Glühwein und Christstollen über Generationen hinweg vererbt. Steigen uns auf einem verschneiten Weihnachtsmarkt die vertrauten Düfte in die Nase, wird uns warm ums Herz. Das liegt an der Funktionsweise unseres Gehirns. Dieses ist so konstruiert, dass Gefühle, Gerüche und Erinnerungen stets zusammen gespeichert werden. Deshalb empfinden wir beim Aroma von Vanillekipferl und Zimtsternen wieder das Glück aus Kindertagen, als wir unter dem Christbaum das heißersehnte Schaukelpferd umarmen konnten.

Riechsinn und emotionales Gehirn

Unser Gehirn gleicht einem Steinbruch, dessen verschiedene Schichten sich im Laufe der Evolutionsgeschichte abgelagert haben. Der Geruchssinn ist unmittelbar mit einem uralten Gehirnbereich verbunden - dem Limbischen System. Dieses hat seinen Ursprung vor Jahrmillionen in der Zeit der ersten Säugetiere. Es ist eine Art emotionales Gedächtnis. Hier befindet sich unsere geheimnisvolle chemische Gefühlsfabrik.

Der Riechsinn war die wichtigste Warnanlage für die frühen Säuger. Er entschied über die Partnerwahl, ließ sie Gefahren wie Feuer frühzeitig erkennen und zeigte ihnen, welches Futter sie fressen konnten. Gerüche erregten Gefühle wie Wohlbefinden oder Angst und führten zu der entsprechenden Reaktion: In die Paarung einwilligen, weglaufen, angreifen, schlucken oder ausspucken. Und obwohl wir Menschen keine Riechspezialisten sind und andere Überlebensstrategien entwickelt haben, leistet unser Geruchssinn Erstaunliches: Zum Beispiel können wir Vanillin in einer Konzentration von 0,000 000 002 Gramm pro Kubikzentimeter Luft wahrnehmen.

Vor rund 100 Millionen Jahren wurde das Limbische System durch die Großhirnrinde ergänzt. Unsere jüngste Gehirnregion ist der Sitz des bewussten Denkens. Wenn wir vor einer Gefahr kopflos Reißaus nehmen, geht dies auf das Konto des Limbischen Systems. Dagegen können wir mit Hilfe der Großhirnrinde sagen: "Jetzt mach mal halblang, der Schatten da vorne ist doch nur ein Baum."

Beim Sehen und Hören werden die empfangenen Reize zuerst von der Großhirnrinde analysiert. Der Geruchssinn führt jedoch direkt zum Limbischen System. Sozusagen mitten hinein ins Unbewusste. Vielleicht ist das der Grund, warum wir so wenige Wörter für Geruchsempfindungen haben, obwohl wir mindestens 10.000 verschiedene Aromen voneinander unterscheiden können.

Magie der Düfte

Da der Riechsinn direkt mit unserem emotionalen Gehirn in Verbindung steht, lösen Gerüche spontane Gefühlsreaktionen aus. Düfte lassen die Botenstoffe im Gehirn fließen. Sie regen an, beruhigen oder machen uns ganz einfach glücklich. In allen Kulturen und Religionen der Welt sind Düfte hochgeschätzte Kostbarkeiten. Schon seit Urzeiten haben die Menschen Krankheiten mit aromatischen Kräutern bekämpft, sich mit wohlriechenden Essenzen gesalbt oder ihren Göttern Räucheropfer dargebracht. Geborgenheit, Sinnlichkeit, Lebensfreude - all das können Düfte uns schenken.
Lassen Sie sich von ihrer Magie verzaubern!

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