Millionen Förderung für Elektroautos bis 2013
Um den Wandel zur Elektromobilität zu unterstützen, investiert die Bundesregierung im Zeitraum von 2005 bis 2013 mehr als 700 Millionen Euro. Darin enthalten sind 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II. Zu den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Maßnahmen in Höhe von rund 200 Millionen Euro gehören weitere Projekte zur Batterieforschung. Ziel ist es, Batteriezellen mit höherer Energiedichte und Leistungsdichte zu liefern.
Das Auto neu denken
Vor der breiten Einführung von Elektrofahrzeugen in den Markt sind allerdings noch wesentliche technologische Hürden zu überwinden. Denn es reicht nicht, in einem herkömmlichen Fahrzeug den Tank durch eine Batterie und den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor zu ersetzen. Bundesforschungsministerin Annette Schavan sagte zum Entwicklungsplan Elektromobilität: "Wir müssen das Auto neu denken! Wir brauchen völlig neue Fahrzeugkonzepte mit einer alternativen Tank-Infrastruktur. Und wir brauchen marktfähige Batterien. Forschung und Entwicklung werden hier noch stärker zusammen arbeiten, um Deutschland elektromobil zu machen."
Im Zentrum der Forschung: die Batterietechnik
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung konzentriert seine Förderung dementsprechend auf zwei Schlüsselthemen: zum einen auf die Batterie als das Herzstück künftiger marktfähiger Elektromobile und zum anderen auf die Entwicklung neuer Systemansätze für Elektrofahrzeuge, insbesondere unter den Aspekten Energieeffizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Allein für die Batterie-Forschung wendet das Ministerium etwa 170 Millionen Euro auf. Auch die Innovationsallianz Lithium-Ionen-Batterie 2015 (LIB2015) trägt zu diesem Ziel bei. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von LIB2015 laufen seit Ende 2008 und werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 60 Millionen Euro gefördert. Die Industrie wird sich daran mit weiteren 360 Millionen Euro beteiligen.
Verkehrsclub favorisiert spritsparende Modelle
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisierte den "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" als zu unkonkret. Er enthalte vor allem unverbindliche Absichtserklärungen. Dem Verkehrsclub reiche es nicht aus, wenn die Bundesregierung ankündige, parallel zur Förderung der E-Mobilität auch den Ausbau der erneuerbaren Energien voranbringen zu wollen. Klimaverträglich werde die Elektromobilität erst dann, wenn der dafür benötigte Strom regenerativ gewonnen werde. Zudem sei es für den Klimaschutz viel hilfreicher, statt einer bestimmten Technologie generell den Bau spritsparender Modelle zu fördern. Die Elektromobilität werde noch lange Zeit ein Nischenprodukt bleiben, der Verbrennungsmotor hingegen über Jahrzehnte den Markt bestimmen. Eine Kaufförderung der ersten 100 000 Elektrofahrzeuge ab 2012, wie nun angestrebt, lehnt der VCD ab. Wenn, dann sollte es grundsätzlich eine finanzielle Förderung von energieeffizienten Fahrzeugen geben, unabhängig von deren Antriebsart. So könnte beispielsweise der Kauf jedes Autos, das weniger als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoße, unterstützt werden. Für E-Autos müsse dafür schnell ein Verbrauchstest entwickelt werden, für den dann die CO2-Emissionen entsprechend dem deutschen Strommix errechnet werden müssten.
NABU plädiert für Bonus-System
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) begrüßte den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung, warnt jedoch vor Augenwischerei. Es gebe noch zu viele Stolpersteine und Unklarheiten. So sei nicht sichergestellt, dass die Elektroautos der Zukunft mit Strom aus Sonne, Wind und Wasser fahren. "Dem Weltklima ist nicht allein mit dem Austausch eines Verbrennungs- durch einen Elektromotor geholfen. Ein herkömmliches Auto durch ein mit Kohlestrom gespeistes E-Auto zu ersetzen hieße, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Eine starke Flankierung durch die Politik sei nötig, um dem Elektroauto in den nächsten Jahren zum Durchbruch zu verhelfen. Durch Steuergelder finanzierte Kaufanreize von beispielsweise 5000 Euro je Elektroauto lehnt der NABU ab. Gewaltige Fördermittel seien bereits in die Entwicklung von Brennstoffzellen und in den Wasserstoffantrieb geflossen, ohne dass Autos heute oder in naher Zukunft zu erwerben seien. "Statt gewaltige Beträge zum Kauf von Elektroautos bereitzustellen, sollte ein Bonus-System erarbeitet werden, das technikneutral effiziente Fahrzeuge fördert", sagte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Dadurch ergäben sich Anreize für alle Autokonzepte mit sehr geringen CO2-Emissionen – unabhängig davon, ob diese durch Leichtbauweise, Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren, Hybride oder reinen Elektroantrieb erreicht würden.




