Eiszeit
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Eiszeit

Bild: Foto: Commander-pirx at German Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

In den letzten 600 Millionen Jahren kam es auf der Erde nachweislich zu mehreren stärkeren Abkühlungsphasen, so genannten Eis- oder Kaltzeiten (für Gebiete, die nicht vergletschert waren, verwendet man den Begriff “Kaltzeit“). Bekannt sind vor allem die Vereisungen aus dem Karbon und Perm vor mehr als 225 Millionen Jahren und die großen Vereisungsphasen im Pleistozän, das vor rund zwei Millionen Jahren begann und vor etwa 10 000 Jahren endete. Die Natur wurde durch diese Katastrophen sehr rasch in weiten Bereichen umfassend und nachhaltig verändert.

Während der vergangenen zwei Millionen Jahre kam es zu einem rhythmischen Wechsel zwischen Eiszeiten respektive Kaltzeiten oder Glazialen und Warmzeiten oder Interglazialen. In diesem Zeitalter des Pleistozäns, das mit dem heutigen Zeitalter des Holozäns das System oder die Formation des Quartärs bildet, dauerten die Eiszeiten jeweils etwa 100 000 Jahre. Die Warmzeiten waren deutlich kürzer und dauerten 10 000 bis 20 000 Jahre.

Aus Richtung Skandinavien stießen die pleistozänen → Gletscher in Mitteleuropa bis in den Westteil des Thüringer Beckens vor. Über Europa, Asien und Nordamerika bildeten sich Eiskappen von 2-3,5 km Mächtigkeit. Auch die Südspitzen Afrikas und Südamerikas waren von Eis bedeckt. Insgesamt waren während der pleistozänen Eiszeiten mehr als 30 Millionen km3 der Erdoberfläche von mächtigen Eismassen bedeckt. Das ist mehr als das Dreifache der heutigen Eisbedeckung auf der Erde. Während der maximalen Vereisung der jüngsten Eiszeit vor etwa 18 000 Jahren sank der Meeresspiegel um 130 m. Hochgebirge wie der Himalaya, die Alpen oder die skandinavischen Gebirge wurden völlig umgestaltet. Die vor Beginn der Eiszeiten sanfteren Gebirgsformen verwandelten sich durch die Arbeit des Gletschereises in schroffe und außerordentlich vielgestaltige Gebirgslandschaften. Kare, scharfe Felsgrate und Trogtäler gaben den vergletscherten Hochgebirgen ein völlig neues Gesicht. Berühmte Berge wie das Matterhorn oder der Eiger in den Schweizer Alpen erhielten ihr heutiges Aussehen erst durch die eiszeitlichen Gletscher. Auch durch die Ablagerung von Moränen, Schottern und Löß wurden ganze Landschaften neu gestaltet.

Perspektiven:

Wir leben in der Warmzeit des Holozäns. Nach den heutigen Erkenntnissen umfassten die bisherigen Kaltzeiten des Pleistozäns eine Zeitspanne von jeweils rund 100 000 Jahren, die dazwischenliegenden Warmzeiten dauerten etwa 10 000 bis 20 000 Jahre an. Ein Grund für den Beginn der Vereisungen weiter Teile der Erde vor rund zwei Millionen Jahren ist neben zyklischen Einflüssen durch die Erdbahnparameter der Umstand, dass die Landmassen sich um die Pole geschart hatten, was eine Gletscherbildung erst ermöglichte. Da unsere Warmzeit bereits etwas mehr als 11 000 Jahre andauert und die Kontinente immer noch in etwa da liegen, wo sie vor zwei Millionen Jahren lagen, steuern wir mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine neue Kaltzeit zu - auch wenn die globalen Temperaturen derzeit messbar steigen. Ob diese künftige Kaltzeit erst in 5000 Jahren oder bereits früher einsetzt, weiß heute niemand. Fest steht jedenfalls, wir leben zwar in einer Warmzeit, aber auch immer noch im Eiszeitalter des Quartärs.

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