Experten schätzen, dass in Mitteleuropa rund 40 % des Energieverbrauchs auf den Gebäudebereich entfallen. Und hier ist das Sparpotenzial enorm: Mehr als 60 % des verursachten Ausstoßes an CO2, der etwa durch Heizung, Wassererwärmung und Kühlung entsteht, können durch moderne Geräte, eine bessere Wärmedämmung, Fenster sowie intelligente Nutzung eingespart werden.
Einen geringeren Energieverbrauch erzielt man beispielsweise durch den Einsatz energieeffizienter Kühl- und Gefriergeräte, Herde, Waschmaschinen und Wäschetrockner. Und durch den Austausch von Glühbirnen durch Energiesparlampen. Darüber hinaus sollten Fernseher und HiFi-Geräte immer ganz ausschaltet werden – und nicht im Stand-by-Modus laufen. Denn auch dieser kostet Strom. Oft lässt sich auch durch die Beantwortung einer einfachen Frage der Stromverbrauch deutlich senken. Sie lautet: Verbrauche ich nachts unnötig Strom?
Energiemanagement in den eigenen vier Wänden
Wer vom eher unbedarften Energieverbraucher zum Energiemanager im eigenen Zuhause werden möchte, dem stehen heute dafür die passenden Instrumente bereit: Es sind so genannte "intelligente Stromzähler" oder auch "Smart Meter", die mit dem PC oder dem DSL-Router verbunden werden. Im Gegensatz zu den klassischen Drehstromzählern erfassen sie den Stromverbrauch mehrmals pro Stunde elektronisch, wandeln die Verbrauchsdaten in digitale Signale um und senden diese Verbrauchsdaten des Strom- oder Gasanschlusses automatisch an den jeweiligen Energieversorger. Der Verbraucher hat dann die Möglichkeit auf persönliche Verlaufskurven zuzugreifen, die neben dem aktuellen Stromverbrauch auch die anfallenden Kosten und die CO2-Bilanz anzeigen. Mittlerweile gibt es sogar Softwareprogramme, welche die Leistungsdaten der Elektrogeräte im Sekundentakt erfassen. Mit deren Hilfe lassen sich Stromfresser noch schneller und genauer identifizieren.
Unterwegs in die Zukunft: Elektromobilität
Während viele Straßenbahnen und Züge schon seit langem mit Strom fahren, steht beim Individualverkehr erst seit Kurzem – vor allem aufgrund der Fortschritte in der Batterietechnologie – die Ampel auf Grün. Dabei bieten auch Personenkraftwagen mit Elektroantrieb ein enormes Potenzial zur Verringerung der verkehrsbedingten CO2-Emissionen – sowie der Abhängigkeit von Erdölimporten. Durch ein intelligentes Lademanagement können Elektrofahrzeuge darüber hinaus sogar zur Integration erneuerbarer Energien in unsere Stromnetze beitragen: Während der Ladephase können ihre Batterien als Pufferspeicher dienen und beispielsweise die schwankende Einspeisung von Windstrom ausgleichen.
Die Reichweite eines Elektroautos pro Ladevorgang liegt bei den ersten Modellen bei rund 100 bis 150 Kilometern. Auf 100 Kilometern beträgt der Verbrauch durchschnittlich 15 Kilowattstunden Strom. Bei einem Preis von 20 Cent pro Kilowattstunde bedeutet das 3 Euro auf 100 Kilometern. Die CO2-Emission beträgt im Schnitt 2,8 Gramm pro Kilometer. Zum Vergleich: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von neu zugelassenen PKW liegt in Deutschland bei 152 Gramm pro Kilometer.
Die meisten Autohersteller haben inzwischen auch Serienfahrzeuge mit E-Motor vorgestellt. Anfang 2011 rollten bereits über 2.300 "Stromer" auf Deutschlands Straßen - Tendenz steigend. Mit ihrem ehrgeizigen "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" möchte die Bundesregierung dafür sorgen, dass 2020 eine Million E-Fahrzeuge unterwegs sind.

