Report taxiert die Kosten für die Weltwirtschaft
Dass die Folgen der Erderwärmung auch für die Weltwirtschaft immens sein könnten, wenn der Kohlendioxid-Ausstoß nicht massiv reduziert würde, davor hat jüngst der ehemaligen Weltbank-Chefökonom Nicholas Stern gewarnt. In seiner Studie für die britische Regierung, kommt der renommierte Ökonom zu dem Schluss, dass die Schäden durch Treibhausgase fast viermal höher ausfallen könnten, als die Kosten für deren Vermeidung. Insgesamt taxiert Stern die maximale Schadenssumme auf 850 Millionen Euro für jeden Erdenbürger. Insgesamt seien das rund 5,5 Billionen Euro. Nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace könnte der „Preis“ für Naturkatastrophen, globale Erwärmung, Dürren und Wassermangel bald bei bis zu 6,2 Billionen Euro jährlich liegen.
Mit weltweiten Maßnahmen gegensteuern
Wenn Regierungen, Unternehmer und Verbraucher lediglich ein Prozent des Weltsozialprodukts in die Vermeidung von Kohlendioxid investieren würden – das entspräche etwa 350 Milliarden Dollar – könnten nicht nur die verheerenden Folgen der Erderwärmung abgewendet werden, sondern für die Weltwirtschaft ein „Profit“ von etwa 2,5 Billionen Dollar erwartet werden. Auch Greenpeace spricht von Kosten von 300 Milliarden Euro pro Jahr, mit denen man den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 auf ein noch erträgliches Maß eindämmen könne.
In seinem Report plädiert Stern nachdrücklich für einen Preis für die Produktion von Kohlendioxid. Durch einen wirksameren Einsatz von Energie könnten 20 Prozent des CO2-Verbrauchs eingespart werden.
Auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat auf dem Klimagipfel in Nairobi die Einführung einer weltweiten CO2-Steuer gefordert. Europa will nun mit gutem Beispiel vorangehen: Auf dem unter deutscher Präsidentschaft stattfindenden EU-Gipfel im Frühjahr 2007 sollen neue Klimaschutzziele vereinbart werden.

