Europa wehrt sich
Natur & Umwelt

Europa wehrt sich

Bild: Foto: PantaRhei, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In den USA ist die Akzeptanz von Genfood unter Verbrauchern weitaus größer als in Europa. Während hierzulande die meisten Menschen genveränderten Lebensmitteln sehr skeptisch gegenüberstehen und daher lieber die Finger vom „Novel-Food“ lassen, gehen die Amerikaner weitaus gelassener damit um. In den USA ist der Anbau von Gen-Nahrung daher seit einigen Jahren stark auf dem Vormarsch, große Mengen werden auch für den Export herangezogen. Allerdings: An EU-Länder können sie ihre gentechnisch veränderten Organismen nicht verkaufen. Denn dort gibt es eine Einfuhrbeschränkung derart veränderter Lebensmittel. Deutschland, Österreich, Luxemburg, Frankreich, Italien und Griechenland verbieten den Import. Die US-amerikanischen Landwirte sollen durch das EU-Einfuhrverbot jährliche Umsatzeinbußen von rund 300 Millionen Dollar beklagen.

In den USA ist die Akzeptanz von Genfood unter Verbrauchern weitaus größer als in Europa. Während hierzulande die meisten Menschen genveränderten Lebensmitteln sehr skeptisch gegenüberstehen und daher lieber die Finger vom „Novel-Food“ lassen, gehen die Amerikaner weitaus gelassener damit um. In den USA ist der Anbau von Gen-Nahrung daher seit einigen Jahren stark auf dem Vormarsch, große Mengen werden auch für den Export herangezogen. Allerdings: An EU-Länder können sie ihre gentechnisch veränderten Organismen nicht verkaufen. Denn dort gibt es eine Einfuhrbeschränkung derart veränderter Lebensmittel. Deutschland, Österreich, Luxemburg, Frankreich, Italien und Griechenland verbieten den Import. Die US-amerikanischen Landwirte sollen durch das EU-Einfuhrverbot jährliche Umsatzeinbußen von rund 300 Millionen Dollar beklagen.

Die USA, Kanada und Argentinien haben daher vor der Welthandelsorganisation WTO gegen die EU-Einfuhrverbote geklagt. Und in diesem Streit kürzlich einen ersten Erfolg errungen. Laut einem vorläufigen Bericht der WTO hat die EU mit ihrem Einfuhrverbot gegen internationale Handelsgesetze verstoßen. Die nämlich besagen, dass Importstopps grundsätzlich als protektionistische Maßnahmen gesehen werden und daher unzulässig sind. Gerechtfertigt seien sie lediglich dann, wenn die Gesundheit der Verbraucher Schaden nehmen könnte. Das allerdings, so die klagenden Staaten und die WTO, sei bei den gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht der Fall. Sie gelten als unbedenklich.

Allerdings handelt es sich nur um einen Zwischenbericht, die endgültige WTO-Entscheidung, die dann von der EU auch angefochten werden kann, wird noch erwartet. Die Empörung innerhalb der EU über diesen vorläufigen Bericht war groß. Griechenland, Österreich und Italien sprachen sich eindeutig gegen die Einfuhr gentechnisch veränderter Organismen aus. Der Schutz der Konsumenten und der Umwelt habe absolute Priorität hieß es aus Österreich. In Italien ist man zudem besorgt darüber, die legislative Souveränität der EU könnte untergraben werden.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite