Was steckt hinter dem Projekt „Columbus“?
Das Raumlabor Columbus ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt unter Führung der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Deutschland war und ist maßgeblich am Bau, dem Betrieb und der Nutzung von Columbus beteiligt. Mit einer geplanten Lebenszeit von zehn Jahren ist Columbus das erste europäische Raumlabor für die Langzeitforschung unter Weltraumbedingungen. Das Columbus-Kontrollzentrum befindet sich im Deutschen Raumfahrt-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Am Bau der Columbus waren 41 Firmen aus zehn Nationen beteiligt.
Wie passiert während des zwölftägigen Flugs der Atlantis?
Während des zwölftägigen Flugs der STS-122 soll das europäische Labor zunächst an die Station angedockt und in Betrieb genommen werden. Dazu sind insgesamt drei Außenbordeinsätze (EVA - Extravehicular Activity) notwendig. Bei den ersten beiden EVAs wird Hans Schlegel seine ersten beiden Ausstiege absolvieren. Beim dritten EVA sollen die externen Versuchseinrichtungen am Columbus-Labor angebracht werden. Zuletzt stehen für die Astronauten weitere Aufbau- und Wartungsarbeiten auf dem Programm.Während seines Weltraumaufenthaltes wird Hans Schlegel darüber hinaus wissenschaftliche Experimente durchführen.
Wann ist Columbus einsatzbereit?
Nach dem Abdocken des Space Shuttles Atlantis wird die Mission Columbus von Léopold Eyharts fortgeführt, der für drei Monate Mitglied der ISS-Expeditionscrew ist. Neben seinen Aufgaben als zweiter ISS-Flugingenieur führt er gemeinsam mit den zwei anderen Mitgliedern der ISS-Expeditionscrew die komplexe Inbetriebnahme des europäischen Weltraumlabors fort. In dieser Zeit werden sie alle Forschungseinrichtungen betriebsbereit schalten und an ersten Versuchen im europäischen Labor arbeiten. Nach der Montage des Labors an die Station übernimmt das im Raumfahrtkontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen angesiedelte Columbus-Kontrollzentrum den Betrieb des Labors.
Was soll auf der Columbus erforscht werden?
Im Columbus-Labor werden die Astronauten verschiedenste wissenschaftliche Forschungen betreiben. Dazu stehen ihnen 16 austauschbare Schränke mit zehn Minilabors zur Verfügung.
Zu den wissenschaftlichen Einrichtungen im Columbus-Labor gehören:
- das Biolab für biologische Experimente
- das Fluid Science Laboratory für die Untersuchung von Flüssigkeiten
- das European Physiology Module für die Humanwissenschaften und das European Drawer Rack, das kleinere Experimente unterschiedlicher Disziplinen aufnehmen kann.
Die Versuche erstrecken sich über eine große Bandbreite von Themen - Humanphysiologie, Biologie, Flüssigkeitsforschung und Strahlenbelastung. Experimente, die unmittelbar dem Weltraum ausgesetzt sein müssen, finden in der neuen externen Nutzlast von Columbus Platz: Sie kommen etwa aus der Exobiologie, Sonnenforschung, Materialwissenschaft oder testen Monitor- und Senortechnologien.
Wer nutzt Columbus?
Nutzen können das Forschungslabor im Weltall Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Dazu müssen sie sich bei der ESA bewerben. Ist ein Versuchsaufbau erfolgreich konstruiert, kann die Forschung im All beginnen. Von der Idee bis zur Durchführung soll es allerdings bis zu zwei Jahre dauern. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht dennoch davon aus, bis zu ein Drittel der europäischen Forschungsressourscen auf der ISS kommerziellen Nutzern verkaufen zu können. Insbesondere für die medizinische Forschung hofft die DLR frühe Aufträge.




