Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft
Allgemein

Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft

Bild: Foto: Idnnf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Heute fahren wir meist mit dem Auto zum Supermarkt, doch früher waren die Menschen den ganzen Tag auf den Beinen, um für ihre Nahrung zu sorgen. Sie gruben Wurzeln aus, sammelten Beeren und Blätter oder jagten Wild.

Jäger und Sammler

Heute fahren wir meist mit dem Auto zum Supermarkt, doch früher waren die Menschen den ganzen Tag auf den Beinen, um für ihre Nahrung zu sorgen. Sie gruben Wurzeln aus, sammelten Beeren und Blätter oder jagten Wild.


Beruf Läufer

Läufer waren vermutlich die ersten „Berufssportler“ in der Geschichte der Menschheit. Wollte ein Stamm in der Steinzeit seinen Lagerplatz wechseln, mussten alle mit: Alte, Kranke, Mütter mit neugeborenen Babys ...

Bevor sich die ganze Sippschaft auf den Weg machte, wurden die besten Läufer als Kundschafter vorausgeschickt. Sie sollten herausfinden, ob der Weg in die neuen Jagdgründe sicher war und ob es dort genug Wild und Wasser gab.

Später dienten Läufer als Nachrichtenboten zwischen zwei Stämmen oder Dörfern.


Pflichtbewusster Bote

Die Geschichte des ersten Marathons ist rund 2.500 Jahre alt: Im Jahr 490 v. Chr. fand in der Nähe der griechischen Stadt Marathon eine große Schlacht zwischen Griechen und Persern statt. Als die Griechen ihre Gegner bezwangen, wurde ein Läufer mit der freudigen Nachricht ins ca. 40 km weit entfernte Athen geschickt.

Am Ziel keuchte der pflichtbewusste Bote gerade noch die entscheidenden Worte „Wir haben gesiegt!“ - dann sank er tot zu Boden. So erzählt jedenfalls die Legende.


Mörderische Strecke

In Erinnerung an den legendären Läufer wurde der Marathon ins Programm der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 aufgenommen.

Lange Jahre galten 40 km als „mörderische Strecke“. Tatsächlich konnten manche Sportler nur noch mit letzten Kräften über die Ziellinie torkeln. Viele litten unter dem Flüssigkeitsverlust, da damals das Trinken während des Wettkampfes verboten war.

Andere kamen mit Betrug zum Ziel. Sie schluckten Dopingmittel, kürzten ein Stück ab oder ließen sich von einem Auto mitnehmen.


Für Frauen verboten

Für Frauen war der gefährliche Sport lange Jahre tabu. 1967 mogelte sich eine Amerikanerin unter die Teilnehmer des Boston-Marathons.

Ordner versuchten zwar, Katherine Switzer - sie hatte sich nur als K.V. Switzer in die Starterliste eingetragen - gewaltsam aus dem Rennen zu schubsen, doch Mitläufer halfen ihr, auf der Bahn zu bleiben.

Die Bilder von diesem Ereignis sorgten für Schlagzeilen. Nach und nach gab es erste Frauenrennen.

Doch erst seit 1984 ist der Marathon auch offizielle olympische Disziplin für Frauen.


Ungerade Zahl

Übrigens ist ein Marathon exakt 42,195 km lang. Die ungerade Zahl leitet sich von den Olympischen Spielen in London im Jahr 1908 her.

Damals wünschte die englische Königin Alexandra, dass die Läufer im Park ihres Schlosses starten sollten. So konnten die Königskinder alles genau sehen. Das Ziel lag im White-City-Stadion vor der Ehrenloge der Königin.

Heute trainieren Männer und Frauen aus aller Welt monatelang ihre Ausdauer für die Langstrecke. Die Besten schaffen es in gut zwei Stunden. Für alle anderen gilt: Dabei sein ist alles.


Hochlandtraining

Die besten Läufer der Welt kommen aus den afrikanischen Ländern Kenia und Äthiopien. Diese beiden Länder liegen zum Teil hoch über dem Meeresspiegel, wo die Luft ganz arm an Sauerstoff ist. Wer unter diesen Bedingungen trainiert, hat im Flachland schnell die Nase vorn.

Für viele Kinder in Kenia oder Äthiopien ist es der größte Traum, einmal einen Marathon in Europa oder den USA zu gewinnen.


Eisern

Heute veranstalten viele Städte rund um die ganze Welt Langstreckenläufe. Eines der bekanntesten Rennen ist der Honolulu-Marathon.

Der nördlichste Marathon der Welt findet im norwegischen Spitzbergen statt.

Vielen Läufern sind 40 km sogar viel zu lasch.

Wer es heißer mag, kann beim "Marathon du Sable" antreten. Dabei geht es mit vollem Gepäck durch die Wüste.

Beim Spartathlon - von Sparta nach Athen - sind 245 km in höchstens 36 Stunden zu bewältigen.

Beim Triathlon müssen die Teilnehmer sogar hintereinander 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42 km laufen. Wers schafft, darf sich „Ironman“ (= Mann aus Eisen).


Für Kinder: Mini-Marathon

Ihr habt Lust auf Laufen? Dann nichts wie los! Mit etwas Übung schafft ihr vielleicht sogar einen „Mini-Marathon“ von 4,2195 km.

Hier einige Tipps für das Ausdauertraining:

  • Ihr braucht bequeme Kleidung und gut sitzende Turnschuhe.
  • Macht vor dem Trainingsbeginn ein paar Übungen zum Aufwärmen.
  • Fangt langsam an und steigert euer Tempo nach und nach.
  • Lauft nicht mit vollem Magen.
  • Wenn ihr Seitenstechen habt, beugt euch nach vorne und presst die Faust in die schmerzende Bauchseite. (Seitenstechen ist so eine Art Muskelkrampf durch Sauerstoffmangel im Zwerchfell. Je öfter ihr trainiert, umso weniger Seitenstechen bekommt ihr, weil dann der Sauerstoff gleichmäßiger im Körper verteilt wird.)

Und sonst macht ihr es einfach wie die „tschechische Lokomotive“ Emil Zatopek: "Hier ist der Start, dort das Ziel, dazwischen muss man laufen".

Mehr aus Allgemein

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Allgemein.

Alle Allgemein-Artikel
Regensburger Physiker halbieren Fehlerrate von Quantenbits mit einer Zusatzmessung
Allgemein

Regensburger Physiker halbieren Fehlerrate von Quantenbits mit einer Zusatzmessung

4. November 2026

Ein Team um Ferdinand Kuemmeth senkt mit einer einzigen Extra-Messung vor der Rechnung die Fehlerrate von Qubits von 0,14 auf 0,065 Prozent – ohne neue Hardware.

Kölner Physiker finden Spuren eines Quantenzustands, der Computer fehlerfrei machen könnte
Allgemein

Kölner Physiker finden Spuren eines Quantenzustands, der Computer fehlerfrei machen könnte

3. November 2026

Forscher der Uni Köln haben Quantenzustände gemessen, die zur Theorie der topologischen Supraleitung passen. Ein möglicher Baustein für störungsresistente Quantencomputer – der entscheidende Beweis fehlt aber noch.

Wie ein winziger Mückenstich halb Deutschlands Weiden bedroht
Allgemein

Wie ein winziger Mückenstich halb Deutschlands Weiden bedroht

2. November 2026

Forscher fingen 2024 über 337.000 Gnitzen auf 14 norddeutschen Höfen ein. Fast jede fünfte Probe trug das Blauzungenvirus – ein Blick auf einen Erreger, der fast unsichtbar von Tier zu Tier wandert.

Borneo-Brände 2026: Wie Feuer die Orang-Utans noch Jahre später bedrohen
Allgemein

Borneo-Brände 2026: Wie Feuer die Orang-Utans noch Jahre später bedrohen

30. Oktober 2026

Indonesien erlebt die schlimmsten Waldbrände seit über einem Jahrzehnt. Langzeitdaten aus Borneo zeigen: Die Folgen für Orang-Utans reichen weit über Rauch und Flammen hinaus – mit Auswirkungen auf Ernährung,…

← Zurück zu AllgemeinZur Startseite