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Fische: Größere Plaudertaschen als gedacht
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Fische: Größere Plaudertaschen als gedacht

Zwar ist schon lange bekannt, dass Fische Geräusche von sich geben können, doch dieses Phänomen wurde bisher immer als selten betrachtet. Woher dieser Irrtum stammt, erklärt Andrew Bass von der Cornell University in Ithaca, New York: "Sie wurden wahrscheinlich lange übersehen, weil Fische nicht so einfach gesehen…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
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GettyImages, Rob Atherton

Zwar ist schon lange bekannt, dass Fische Geräusche von sich geben können, doch dieses Phänomen wurde bisher immer als selten betrachtet. Woher dieser Irrtum stammt, erklärt Andrew Bass von der Cornell University in Ithaca, New York: "Sie wurden wahrscheinlich lange übersehen, weil Fische nicht so einfach gesehen oder gehört werden. Die Wissenschaft der akustischen Kommunikation unter Wasser hat sich bisher hauptsächlich auf Wale und Delfine konzentriert."

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Graphic by Aaron Rice. Fish photos by: A. Aarshaan, B. Albanese, R. Aguilar, N. Burkhead, B. Corgan, A. Cressler, H-P Fjeld, B. Gratwicke, H. Hillewaert, R. Jenkins, B. Noble, S. Ratmuangkhwang, A. Rice, C. Robertson, B. Sheraliev, P. van der Sluijs, S, Stukel, J. T. Williams

Fische quatschen schon seit Millionen von Jahren

Um der tatsächlichen Verbreitung von "sprechenden" Fischen auf den Grund zu gehen, hat das Forschungsteam um Bass die sogenannten Strahlenflosser genauer untersucht. Diese Art macht mit mehr als 34.000 Spezies etwa 99 Prozent aller Fische aus. Um eine umfassende Datenbank der plappernden Fische anzulegen, kombinierten die Wissenschaftler Aufzeichnungen von Fischgeräuschen mit dem Körperaufbau der Meeresbewohner, um herauszufinden, welche Fische die körperlichen Voraussetzungen für die Unterwasser-Lauterzeugung haben.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Das Forschungsteam entdeckte 175 Fischgruppen, die in der Lage sind, Laute zu erzeugen. Dies macht fast zwei Drittel aller Spezies aus, die zu den Strahlenflossern gehören. Die Untersuchungen enthüllten zudem, dass das Stimmvermögen der Fische sehr alt ist. Manche Fischarten konnten sich schon vor 155 Millionen Jahren mit Geräuschen bemerkbar machen.

Weitere Stammbaumanalysen bestätigen, wie tief verwurzelt die Lauterzeugung in der Geschichte der Strahlenflosser ist: Im Laufe der Evolution haben die verschiedenen Fischgruppen 33-mal unabhängig voneinander einen Mechanismus zum Erzeugen von Geräuschen entwickelt.

Artikelbild

GettyImages, robertdewit66

Knurrhahn, Grunzbarsch & Co

Dafür haben die Fische aber keine Stimmbänder wie wir Menschen entwickelt, sondern eine ganze Reihe anderer Systeme zur Lauterzeugung. Einige Fische haben beispielsweise eine mit Luft gefüllte Schwimmblase, die ihnen Auftrieb verleiht. Sie nutzen diese aber auch, um Töne zu erzeugen, indem sie die Muskeln an den Wänden der Schwimmblase anspannen und sie so zum Vibrieren bringen. Auf diese Weise kommunizieren auch der Knurrhahn oder der Grunzbarsch, die mithilfe ihrer Schwimmblase knurrende oder grunzende Geräusche von sich geben können.

Eine weitere Möglichkeit zur Kommunikation unter Wasser ist das Aneinanderreiben von zwei beweglichen Körperteilen. Diese spezielle Unterwassersprache sprechen zum Beispiel die Welse. Sie besitzen einen Brustflossenstachel, den sie gegen ihre Schulter reiben und somit knarzende oder quietschende Töne erzeugen.

Artikelbild

GettyImages

Worüber wird so gequatscht?

Doch wofür nutzen die Fische ihre komplex entwickelten Soundsysteme? Laut der Wissenschaftler reden die Fische meistens über das, was uns Menschen auch beschäftigt: Zum einen wollen sie mit den Geräuschen potenzielle Fortpflanzungspartner anlocken. Zum anderen wollen sie mit den Lauten ihr Essen oder ihr Territorium verteidigen oder schlicht anderen Fischen mitteilen, wo sie gerade sind.

Den Fischen soll auf jeden Fall in Zukunft mehr zugehört werden, denn die Wissenschaftler wollen weitere Fischspezies zu der wachsenden Datenbank von sprechenden Fischen hinzufügen.

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