Frühwarnsystem soll 2008 starten
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Frühwarnsystem soll 2008 starten

Bild: Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Für die Menschen am Indischen Ozean gehören Tsunamis beinahe zum Alltag. Als Konsequenz aus der Flutkatastrophe vom Dezember 2004 , die mehr als 200.000 Todesopfer forderte, wurde der Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems beschlossen. Entwickelt, geplant und gebaut wird das System in Deutschland. Die Gesamtkoordination liegt beim GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ). Das Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) hat die Koordinierung „Ozean-Instrumentierung" übernommen.

Von Anfang an am Aufbau des Frühwarnsystems beteiligt ist Professor Ernst Flüh vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR in Kiel. Im November letzten Jahres hat er mit seinem Team die ersten GPS-Bojen für das Tsunami-Frühwarnsystem am Eingang der Sunda Strait – der Meerenge zwischen Java und Sumatra – platziert. Wir haben ihm nach dem Stand der Dinge gefragt.

Herr Professor Flüh: Wie weit sind die Arbeiten zum Tsunami-Frühwarnsystem?

Die Arbeiten laufen planmäßig.  Abgesehen von den üblichen kleinen Verzögerungen. Derzeit sind wir noch mitten in der Testphase.

Wann wird das gesamte Frühwarnsystem einsatzbereit sein?

Vollständig arbeiten soll das System 2008.

Das ist ein hochkomplexes System und lässt sich in wenigen Worten natürlich nicht erklären. Das Frühwarnsystem wird auf Basis der bestehenden Erdbebenmonitoring-Systeme eingerichtet. Neben der Umsetzung und Einbindung bestehender Technologien liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Forschung, die neue Bestandteile des operativen Frühwarnsystems entwickelt. Vor allem die Vorwarnzeiten sollen durch die Erweiterung eines Echtzeit-Erdbebenmonitoring-Systems erheblich verkürzt werden.

Konkret gehören zu unseren Arbeiten die Vermessung des Meeresbodens bis in mehr als 6.000 Meter Wassertiefe sowie die Installation von Meeresboden-Drucksensoren zur Erkennung von Wellen und das Platzieren der GPS-Bojen im Bereich der Erdbeben-Entstehungszone vor der Küste Indonesiens. Darüber hinaus geht es beim Frühwarnsystem aber auch um den Aufbau von Know-how in den regionalen seismologischen Zentren sowie um Schulungen von Entscheidungsträgern, Experten, Verantwortlichen vor Ort und den Bewohnern.

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