Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Natur & Umwelt/Artikel
Funktionskleidung: Hightech-Fasern von der Stange
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Funktionskleidung: Hightech-Fasern von der Stange

Schon seit Stunden regnet es wie aus Kübeln. Meine Jacke hängt schwer und tropfend an mir herab, darunter herrscht Saunaatmosphäre – vielleicht wäre ein anderer Tag doch besser für den Einkaufsbummel gewesen. Zwei Gestalten überholen mich leichtfüßig und grinsen mich an. Der Regen perlt von ihren Jacken, wie die…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt

Schon seit Stunden regnet es wie aus Kübeln. Meine Jacke hängt schwer und tropfend an mir herab, darunter herrscht Saunaatmosphäre – vielleicht wäre ein anderer Tag doch besser für den Einkaufsbummel gewesen. Zwei Gestalten überholen mich leichtfüßig und grinsen mich an. Der Regen perlt von ihren Jacken, wie die Schweißperlen von meiner Stirn. Ich frage mich, woraus diese grellbunten Hightech-Jacken wohl bestehen und kehre um zum Outdoor-Laden.

Artikelbild

iStock.com, Drbouz

Moderne, wasserdichte Funktionskleidung erscheint paradox: Sie lässt keinen Regen hinein, aber Wasserdampf nach außen – sie ist atmungsaktiv. Das erreichen die Textilien durch eingearbeitete Membranen aus Kunststoff, allen voran der Verkaufsschlager Gore-Tex. Das aus Polytetrafluorethylen (PTFE) gefertigte Gore-Tex ist von winzigen Poren durchzogen, die zu klein für Wassertropfen sind, aber Wasserdampfmoleküle durchlassen – eine Revolution im Outdoor-Bereich.

Die Revolution hat jedoch ihren Preis: Bei der Herstellung der PTFE-Membran kommen Per- und Polyfluorcarbonate (PFCs) zum Einsatz. Durch Gebrauch, beim Waschen und Entsorgen gelangen diese extrem stabilen Chemikalien in die Umwelt. Heute sind PFCs selbst in den entlegensten Winkeln der Welt zu finden und wurden in Eisbären, Fischen und auch Menschen nachgewiesen. Das Problem: Hohe PFC-Konzentrationen im Blut stehen im Verdacht Krebs zu verursachen, das Immunsystem zu schwächen und unfruchtbar zu machen. Das tatsächliche Gesundheitsrisiko lässt sich aber noch nicht abschätzen. Inzwischen haben die Hersteller aber reagiert. Bis Ende 2023 will Gore komplett auf per- und polyfluorierte Chemikalien verzichten.

Es gibt jedoch schon jetzt fluorfreie Alternativen. Wasserdichte Membranen aus Polyester (Sympatex) oder Polyurethan (Dermizax) haben die gleichen Eigenschaften, sind aber ökologisch und gesundheitlich unbedenklicher. Sie lassen den Wasserdampf nicht durch Poren nach außen, sondern über wasserliebende Moleküle, welche die ansonsten wasserabweisende Membran durchsetzen. Wenn es im Inneren der Jacke anfängt zu dampfen, wandern die Wassermoleküle durch die Molekülzwischenräume der wasserliebenden Bestandteile nach außen. Das Beste: Je mehr man schwitzt, desto mehr Feuchtigkeit wird über die Membran abgeleitet.

Artikelbild

iStock.com, paylessimages

Fleece: Warmes und schnell trocknendes Plastik

Besonders beliebt bei uns sind wärmende Pullis aus Fleece. Kein Wunder, denn der Stoff bringt im Vergleich zur Baumwolle so einige Vorteile: Fleece hält warm, ist gleichzeitig sehr leicht und trocknet schnell. Die flauschigen Pullis bestehen aus hauchdünnen Polyesterfasern, die zum Teil aus PET-Flaschen recycelt werden. Am Lagerfeuer sollte man sich aber zurückhalten, denn schon kleinste Funken können Löcher in den Fleece-Pulli schmelzen.

Fleece-Pullis werden bei der Wäsche aber nicht nur sauber, sondern auch leichter: Bis zu zwei Gramm Mikrofasern verliert ein Pulli pro Waschgang. Kläranlagen können nur einen Teil davon herausfiltern, der Rest landet als Mikroplastik in Seen, Flüssen und schließlich im Meer. Mittlerweile lassen sich die Kunststofffasern in allen Weltmeeren und bis in die Arktis finden, selbst abgeschieden lebende Fische haben Plastikfasern im Magen. Hauptursache dafür sind nicht etwa die Industrie und Kosmetika, sondern Privathaushalte und Synthetik-Kleidung, aus der mehr als ein Drittel des Mikroplastiks in den Ozeanen stammen.

Artikelbild

fir0002 | Flagstaffotos.com.au  / GFDL 1.2

Merino: Hightech vom Schaf

Nicht jedes Hightech-Material muss aber aus Kunststoff sein. Von den Weiden Neuseelands kommt eine natürliche Faser mit überraschenden Eigenschaften: Die Wolle von Merino-Schafen riecht nicht, kratzt nicht und hält warm oder kühlt, je nach Wetterlage. Doch worin liegt das Geheimnis der natürlichen Faser?

Zunächst kratzen Merino-Fasern nicht, weil sie mit nur 11,5 bis 24,5 Mikrometern Durchmesser besonders fein sind. Normale Wolle kann dagegen bis zu 40 Mikrometer durchmessen und liegt damit deutlich über der menschlichen Empfindungsschwelle von 25 Mikrometern. Merino-Fasern sind stark gewellt und halten damit besonders gut Luftpolster fest, die wärmisolierend wirken. Im Sommer kühlt das Material dagegen, denn es kann viel Feuchtigkeit vom Körper aufnehmen ohne sich klamm anzufühlen. Anschließend trocknen die Fasern und Verdunstungskälte entsteht.

Für den passionierten Wanderer ist aber wohl am praktischsten, dass Kleidung aus Merino selbst nach mehrtägigem Tragen noch geruchsneutral bleibt. Der Grund: Die Fasern besitzen eine geschuppte Oberfläche, auf der sich geruchsbildende Bakterien nur schlecht anheften können, ganz im Gegensatz zur glatten Oberfläche von Synthetik-Fasern. Außerdem besteht der Kern der Wollfaser aus zwei Zelltypen, die – bei Kontakt mit Wasser – unterschiedlich stark anschwellen. Die dabei entstehenden Scherkräfte zerstören die Bakterien und wirken wie eine eingebaute Waschmaschine.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik
Natur & Umwelt

NIH installiert Solar-Parkdach – Projekt zwischen Verwaltungswechsel und Klimapolitik

15. Oktober 2026

Die US-Gesundheitsbehörde NIH hat Solarmodule über einem Hauptparkhaus installiert. Das vor der Trump-Amtszeit gestartete Projekt wirft Fragen über die Zukunft grüner Bundesinfrastruktur auf.

Sesame Street zeigt Löwen-Safari in Kenia: Edutainment für Naturschutz
Natur & Umwelt

Sesame Street zeigt Löwen-Safari in Kenia: Edutainment für Naturschutz

15. Oktober 2026

Elmo und Abby Cadabby lernen auf einer Safari-Fahrt durch Kenia, wie Löwinnen ihre Rudel führen. Das Format verbindet Kinderunterhaltung mit Wildlife-Bildung.

Schweizer Gletscher als Maßstab: Antarktis verliert 83-mal mehr Eis pro Jahr
Natur & Umwelt

Schweizer Gletscher als Maßstab: Antarktis verliert 83-mal mehr Eis pro Jahr

2. Oktober 2026

Schweizer Gletscher verlieren jährlich 2 Kubikkilometer Eis. Diese sichtbare Veränderung macht das Ausmaß der polaren Eisverluste greifbar: Die Antarktis verliert seit 2000 durchschnittlich 150 Gigatonnen pro Jahr.

Klimabewegung kämpft mit "Climate Hushing" – Selbstzensur bremst Fortschritt
Natur & Umwelt

Klimabewegung kämpft mit "Climate Hushing" – Selbstzensur bremst Fortschritt

29. September 2026

Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe und Musiker Adam Met warnen vor interner Kritik innerhalb der Klimabewegung. Das Phänomen "Climate Hushing" führt dazu, dass Akteure ihre Botschaften aus Angst vor Anfeindungen…

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite