Erdgas
Als alternativer Kraftstoff wird Erdgas auf 200 bar verdichtet (Compressed Natural Gas). CNG ist typischerweise eine Mischung aus etwas 90 Prozent Methan und Ethan. Durch den hohen Betriebsdruck muss Erdgas in geeigneten Druckbehältern aus Stahl oder Kohlefasern gehalten werden. Diese werden meist unter dem Fahrzeugboden – unterflurig – angebracht. Erdgasfahrzeuge werden mittlerweile von nahezu alle großen Automobilherstellern angeboten. Die Reichweiten liegen je nach Modell zwischen 200 und 450 Kilometern. Zwar kosten sie bis zu zehn Prozent mehr als konventionell betriebene Autos, doch aufgrund der niedrigen Kraftstoffkosten ist diese Differenz nach rund 50.000 Kilometern wieder „eingefahren“. Für etwa 55 Cent ist die Menge Erdgas zu haben, die einem Liter Benzin entspricht. Steuerlich begünstigt wird Erdgas noch bis 2018. Außerdem gewähren örtliche Energieversorger Zuschüsse zum Kauf eines Erdgasautos. Natürlich können Autos auch nachgerüstet werden. Die Kosten für eine fachgerechte Umrüstung liegen bei 2.500 bis 4.000 Euro.
Bei den Antriebsarten unterscheidet man zwischen monovalenten Fahrzeugen, die ausschließlich mit Erdgas als Kraftstoff angetrieben werden, und bivalenten Fahrzeugen, die sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betrieben werden können. Bei letzteren kann jederzeit per Knopfdruck von Gas- auf Benzinbetrieb umgeschaltet werden.
Bei monovalenten Erdgasfahrzeugen bleibt gegenüber dem Benziner des gleichen Modells die Motorleistung konstant. Bei bivalenten Fahrzeugen kann es einen Leistungsabfall von bis zu 10 Prozent geben. Bundesweit gibt es bereits mehr als 1000 Erdgas-Tankstellen. Im Vergleich zu Benzinmotoren entsteht bei der Verbrennung von Erdgas rund 25 Prozent weniger Kohlendioxid.
Autogas
Im Gegensatz zum Erdgas ist Autogas oder FLüssiggas ein unter Druck verflüssigtes Gemisch aus Propan und Butan (Liquified Petroleum Gas – LPG). Es fällt bei der Erdöl- und Erdgasförderung sowie in Erdöl-Raffinerien ab. Serienmodelle werden in Deutschland derzeit nicht angeboten. Autos mit Ottomotor können aber – wie beim Erdgas – nachgerüstet werden. An rund 2000 Tankstellen im Bundesgebiet kann Autogas getankt werden. Die CO2-Emission wird beim Fahren mit Autogas um bis zu 15 Prozent gesenkt.
Biodiesel
Biodiesel wird aus pflanzlichen Ölen durch Veresterung mit Alkoholen gewonnen. Aus Rapsöl entsteht bei der Umsetzung mit Methanol Rapsölmethylester (RME). Deutschlands Rapsernte wird bereits heute zu 50 Prozent zu Biodiesel verarbeitet. Seit November 2003 gilt für Biodiesel die Norm DIN EN 14214, die neben den Fettsäuremethylestern aus Rapsöl auch noch geringe Mengen an Sojaöl- und Sonnenblumenöl-, Speisefett- und Fischölmethylestern erlaubt, und an der Tanksäule ausgewiesen wird. In Deutschland gibt es zur Zeit etwa 1.900 Biodiesel-Tankstellen. Biodiesel ist dort etwa 20 Prozent günstiger als normaler Diesel.
Neufahrzeuge, die eine Herstellerfreigabe für Biodiesel besitzen, sind sehr rar und werden mit zunehmendem Einsatz von Filtern zur Rußminderung immer weniger. Bei Bestellung eines neuen Fahrzeuges gibt es in einigen Fällen die Möglichkeit gegen Aufpreis ein für den Einsatz von Biodiesel ausgerüstetes Modell zu erhalten.
Biodiesel wird er schrittweise mit höheren Steuern belegt. 2012 soll der endgültige Steuersatz von 45 Cent erreicht werden.
Bioethanol
Bioethanol entsteht aus der Vergärung pflanzlicher Substanzen, die reich an Zucker oder Stärke sind, z. B. Rohrzucker, Getreide oder Zuckerrüben. Bioethanol hat als Kraftstoff die technische Bezeichnung E-85. Mit Ethanol fahren kann man mit sogenannten FFV-Fahrzeugen (Flexible Fuel Vehicles). Sie haben speziell modifizierte Motoren mit angepasster Motorsteuerung und geänderter Sensorik sowie korrosionsbeständigen Teilen und geeigneten Dichtungen.
Auf dem Markt angebotene Bioethanol-taugliche Modelle sind z. B. der Ford Focus FFV und der C-Max FFV und der Saab 9-5 Bio-Power. Bioethanol als Kraftstoff spielt weltweit lediglich in Brasilien mit rund drei Millionen FFV-Fahrzeugen und in Schweden mit etwa 30.000 eine bedeutendere Rolle.
In Deutschland ist Bio-Ethanol wenig verbreitet, aber von der Mineralölsteuer befreit und wird dem entsprechend günstiger als Benzin angeboten. Allerdings steht dem gegenüber ein Mehrverbrauch von über 30 Prozent.

